Direktor: "Ein Herzensanliegen"

Finanzen statt Formeln: Neues Schulfach "Financial Education" an BU Jordan

Am Bildungsunternehmen Jordan startet ein neues Schulfach zur finanziellen Bildung.
Fotos: Marvin Myketin

25.03.2026 / FULDA - Es ist der Klassiker: Junge Menschen verlassen die Schule und wissen nicht, wie eine Steuererklärung funktioniert – so zumindest die seit Jahren anhaltende Kritik am deutschen Lehrplan. In einer Einrichtung könnte sich dies nun ändern: Am Bildungsunternehmen Jordan in Fulda. Denn ab dem kommenden Schuljahr steht für alle Schüler ab der 8. Klasse "Financial Education" auf dem Stundenplan.



Zwei Stunden pro Woche beschäftigen sich die Jugendlichen künftig mit Themen wie Geldanlage, Verträgen, Versicherungen oder Schulden. Für Schulleiter Franco Gargano ist die Einführung des neuen Faches weit mehr als nur eine Ergänzung des Angebots. "Für mich ist das ein Herzensanliegen", sagt er. "Es geht ein Traum in Erfüllung."

"Finanzen kommen im Unterricht oft zu kurz"

Der 1977 geborene Pädagoge beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema finanzielle Bildung. Schon als Lehrer an staatlichen Schulen habe er versucht, entsprechende Inhalte in den Unterricht zu integrieren. "Wir lernen in der Schule sehr viel – aber Finanzen kommen immer etwas zu kurz", erklärt Gargano. Gleichzeitig spiele Geld im späteren Leben eine zentrale Rolle: "Nach der Schule werden wir immer mit dem Thema Finanzen konfrontiert."

Genau hier setzt das neue Fach an. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig auf den Umgang mit Geld vorzubereiten und ihnen praxisnahes Wissen zu vermitteln. "Im Unterricht können die Grundlagen gesetzt werden", sagt Gargano. Dabei gehe es nicht nur um Theorie, sondern vor allem um lebensnahe Inhalte: "Es muss ein Bezug zur Praxis hergestellt werden."

Unterricht durch Fachlehrer und externe Experten

Unterrichtet wird "Financial Education" von Lehrkräften mit wirtschaftlichem Hintergrund, ergänzt durch externe Experten aus Banken, Börse oder Schuldnerberatung. Auch Gargano selbst will sich einbringen und regelmäßig als Referent auftreten. "Ich will interessierte Kollegen haben, die mitarbeiten und wirklich etwas erreichen wollen", betont er.

Die Resonanz auf das neue Angebot ist bereits positiv. "Wir haben schon positives Feedback von Eltern und Schülern bekommen", so Gargano. Besonders wichtig ist ihm dabei, möglichst viele Jugendliche zu erreichen: "Man erreicht nie alle – aber den ein oder anderen erreicht man immer."

Frühe Bildung als entscheidender Faktor

Im Anschluss an das Gespräch wurde das Konzept auch in einer Talkrunde mit Fachleuten aus der Praxis vorgestellt. Dabei zeigte sich: Einige junge Menschen beschäftigen sich bereits intensiv mit Finanzen, viele jedoch noch nicht. Umso wichtiger sei es, frühzeitig anzusetzen. Oder, wie Gargano es formuliert: "Ich finde, es ist nie zu früh, sich mit Geld zu beschäftigen." (Constantin von Butler) +++

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