Sicher zur Schule
Kreisverkehrswacht trainiert mit Kindern rund um die Lutherkirche
Fotos: Privat
23.03.2026 / FULDA -
Wie überquert ein Grundschulkind sicher eine Straße - gerade dort, wo Kreisverkehr, Ausfahrten und viel Verkehr den Alltag bestimmen? Diese Frage stellte sich Martin Ludwig, Sozialpädagoge in der Sozialen Gruppenarbeit der Ambulanten Jugendhilfe der Diakonie Fulda - und holte sich Verstärkung. Die Kreisverkehrswacht Fulda e.V. war zur Stelle.
Das sozialpädagogische Betreuungsangebot im Gemeindehaus der Lutherkirche, gefördert von der Stadt Fulda, unterstützt Kinder im Grundschulalter in ihrer Entwicklung und bezieht Eltern aktiv in die pädagogische Arbeit ein. Doch bevor die Kinder sicher zur Schule kommen können, müssen sie den Straßenverkehr rund um die Lutherkirche erst einmal kennenlernen - und das richtig.
Gerhard Brink, Moderator und 1. Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Fulda, übernahm das Training. Für ihn umfasst Verkehrssicherheit zwei Seiten: "Gemeinsames Üben mit den Kindern im Straßenverkehr - und vorbildliches Verhalten von uns Erwachsenen, vor allem von den Eltern. An ihrem Verhalten orientieren sich die Kinder und lernen."
Verlass dich nicht blind auf andere
Geübt wurde an zwei Tagen. Am ersten Tag ging es zunächst in den Gruppenraum: Rote Seile markierten die Fahrbahn, grüne den Bürgersteig, weiße Plastikstreifen einen Zebrastreifen. Eine kleine Handampel übernahm die Rolle der Fußgängerampel. Zwei Erwachsene mit Lenkrädern in den Händen spielten Autofahrer - und hielten dabei nicht immer an. Die Kinder erschraken, wenn das "Auto" sie fast erfasste, lernten aber dabei: Verlass dich nicht blind auf andere, schau und hör selbst! Ein Video mit "Molli und Walli" von der Unfallkasse Hessen rundete die Übungseinheit ab.Und genau dort zeigten sich die größten Schwierigkeiten: Gleich zweimal bogen Autofahrer aus dem Kreisverkehr ab, ohne anzuhalten - obwohl Kinder die Fahrbahn überqueren wollten. Viele Verkehrsteilnehmer wissen offenbar nicht: Wer aus einem Kreisverkehr abbiegt, muss Fußgängern, die die Fahrbahn überqueren möchten, den Vorrang lassen.
Brink brachte das Ziel des Trainings auf den Punkt: "Wir wollen durch Üben erreichen, dass sich die Kinder ohne Angst im Straßenverkehr bewegen können." Gleichzeitig appellierte er an die Eltern: "Ohne ihre Mithilfe verpufft diese Aktion leider allzu schnell. Nur gemeinsam können wir das Unfallrisiko von Kindern im Straßenverkehr verringern." Auch alle Fahrzeugführer seien gefragt: Sie müssten ihre Geschwindigkeit reduzieren, wenn Kinder unterwegs sind.
Die Begeisterung war groß
Auch Pfarrerin Anke Heil von der Kirchengemeinde Lutherkirche schaute beim Schulwegtraining vorbei, um sich selbst ein Bild zu machen. Zum Abschluss überreichte Gerhard Brink jedem Kind nicht nur eine gelbe Warnweste mit dem Hessenlogo, sondern auch einen Fahrradhelm. Die Begeisterung war groß - und die Kinder versprachen, die Warnweste auf dem Schulweg immer zu tragen.Die Aktion kam so gut an, dass die Kinder Brink direkt fragten, ob er nach den Ferien noch einmal vorbeikommen könnte. Ein schöneres Feedback kann es kaum geben. (mmb/pm) +++