600 Zuggäste evakuiert

Nach ICE-Unfall mit Bagger: Strecke am Dienstagnachmittag wieder frei

Der demolierte ICE steht auf freier Strecke
Fotos: Bejm/Kunze

25.03.2026 / GELNHAUSEN - Auf der Bahnstrecke zwischen Fulda und Hanau war am Montagmorgen gegen 9:58 Uhr im Bereich Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis) der ICE 71 mit dem Greifarm eines Baggers kollidiert. Dabei wurde der Baggerführer leicht am Kopf verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Die rund 650 Fahrgäste im Zug blieben unverletzt.



Den Vorfall bestätigte die Bundespolizei in Frankfurt am Main auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS. Die Strecke sei gesperrt gewesen. Eine Person sei offenbar verletzt worden. Die Erstmeldung erreichte die Leitstelle der Bundespolizei am Montagvormittag gegen 9:58 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt (Stand: 11:45 Uhr) kreiste ein Hubschrauber der Bundespolizei über der Unfallstelle. Im ICE befanden sich laut Medieninformationen über 600 Fahrgäste.

Die Bahn meldete am Montagmittag in einer Pressemitteilung zu dem Unfall: Am Montagmorgen gegen 09:58 Uhr kam es auf der Bahnstrecke 3600, im Bereich Gelnhausen, zu einer Kollision zwischen einem ICE und einem Bagger. Nach damaligem Ermittlungsstand befand sich bei Anfahrt des ICE der Greifarm des Baggers im Regellichtraum der Bahnstrecke, sodass dies folglich zu einer Kollision führte.

Durch den Zusammenstoß erlitt der Baggerführer eine leichte Verletzung am Kopf und wurde zur weiteren ärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Der betroffene ICE 71 wurde durch den Aufprall beschädigt. Zum Zeitpunkt des Bahnbetriebsunfalls befanden sich etwa 650 Personen im ICE.

Fahrgäste mussten umsteigen

Keiner der Reisenden wurde hierbei verletzt. Zur Evakuierung der im Zug befindlichen Personen wurde durch die Deutsche Bahn ein weiterer Zug zur Verfügung gestellt, welcher den Abtransport der Reisenden ermöglichte. Zu diesem Zeitpunkt (Stand 13:30 Uhr) kümmerten sich die Feuerwehr Gelnhausen sowie der Betreuungszug vom Deutschen Roten Kreuz im Main-Kinzig-Kreis um die über 600 Fahrgäste. Die Bahn hatte einen Ersatzzug bereitgestellt. Die Fahrgäste stiegen über eine Brücke um. "Wir unterstützen diese Maßnahmen zusammen mit dem DRK, um die Personen überzuleiten", sagte Feuerwehr-Einsatzleiter Carsten Grauel. Das DRK versorgte die Menschen mit Getränken. "Durch den Unfall wurde die Oberleitung abgerissen. Dadurch ist der Zug stromlos", sagte Grauel weiter.

Die Hintergründe zur Unfallursache sowie die exakte Schadenshöhe wurden zu diesem Zeitpunkt durch die eingesetzten Kräfte vor Ort aufgeklärt. Mit einer Aufhebung der Streckensperrung war nach Abschluss der Ermittlungen zu rechnen. Dieser war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar.

UPDATE - Dienstag 12:15 Uhr: Auch am Dienstagvormittag ist noch unklar, wie lange die Sperrung bleibt. Auf O|N-Anfrage antwortete die Deutsche Bahn: "Wir gehen nach aktuellem Stand davon aus, dass die Sperrung noch bis Mitte der Woche andauern wird. Unsere Instandsetzungsteams arbeiten unter Hochdruck daran, die beschädigte Oberleitung so schnell wie möglich zu reparieren. Durch die Sperrung werden Züge des Fernverkehrs umgeleitet werden, meist über Aschaffenburg. Es kommt zu Verspätungen von rund 45 Minuten, es kann zu einzelnen Ausfällen kommen." Ein Leser klagte allerdings darüber, anderthalb Stunden später an seinem Ziel angekommen zu sein.

UPDATE - Dienstag 20 Uhr: Bereits am Dienstagnachmittag dann das Update: Die Strecke ist wieder freigegeben, Züge des Regional- und Fernverkehrs können die Strecke wieder planmäßig nutzen. So sind die Umleitungen nicht mehr nötig.

Der ICE 71 war am Morgen in Hamburg gestartet und auf dem Weg nach Frankfurt am Main und weiter Richtung Basel. Am Endwagen waren Beschädigungen zu sehen. (hhb/mmb/mis) +++

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