"Das Telefon steht nicht still"

Bundesweiter Protesttag: Großer Andrang bei Notdienst in der Bären-Apotheke

Auch während sich die Branchenkollegen protestierend versammeln, wird die Versorgung aufrechterhalten.
Fotos: Philipp Gerhard

23.03.2026 / FULDA - Wer am Montag, dem 23. März, Medikamente in der Apotheke abholen wollte, stand sehr wahrscheinlich vor verschlossenen Türen. Der Grund: Apotheken-Protesttag. Vielerorts demonstrierten Apotheker und kaufmännische Mitarbeiter gegen die Unterfinanzierung der Niederlassungen,wobei die Personalkosten in den letzten Jahren massiv gestiegen sind.



Um die medizinische Versorgung dennoch zu gewährleisten, wurde ein Notdienst eingerichtet – der Andrang bei den jeweils diensthabenden Apotheken ist dementsprechend groß. Eine davon ist die Bären-Apotheke in der Fuldaer Dalbergstraße.

Hochkonjunktur in der Bären-Apotheke

"Eigentlich müssten auch wir zum Bahnhof und dort demonstrieren – wir arbeiten aber hier und heute im Notdienst, auch bis in die Nacht. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben", betonte Apothekerin Theresa Wenzel im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Das Telefon stehe nicht still und wie im Akkord betreten und verlassen Kunden die Bären-Apotheke, die aktuell im Umkreis die einzige Anlaufstelle für Medikamente ist.

Vor Ort trafen wir einen Kunden, der von seiner lokalen Apotheke in Hofbieber an die Niederlassung in Fulda verwiesen wurde. "Natürlich hatte man von den Protesten gehört, aber ich musste heute Morgen nun mal zum Arzt. Jetzt musste ich bis nach Fulda fahren, um meine Medizin abzuholen", erklärte der Mann gegenüber O|N.

Trotz der angespannten Lage gewährleistet die Bären-Apotheke weiterhin zuverlässig die Ausgabe dringend benötigter Medikamente. Der heutige Andrang verdeutlicht zudem, wie wichtig funktionierende Strukturen und eine ausreichende Finanzierung sind, damit diese Versorgung auch in Zukunft flächendeckend sichergestellt werden kann. (pg) +++

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