Handwerk auf höchstem Niveau
Tradition trifft Präzision: Neun neue Schreinermeister geehrt
Tischler/-Schreinermeister-Ausstellung und Auszeichnungen im BBZ in Petersberg
Fotos: Anna Weißenberger
23.03.2026 / PETERSBERG -
Zehn junge Schreinergesellen haben in den letzten Monaten für ihren nächsten Karriereschritt Kreissäge und Hobel nochmal gegen das Schulbuch getauscht, alle mit einem besonderen Ziel: dem Meistertitel. Das Ergebnis? Neun "meisterhafte" Möbelstücke, die sich durch millimetergenaue Verbindungen, sorgfältig ausgewählte Materialien und durchdachte Konstruktionen auszeichnen.
Am Samstag konnten die neun neuen Schreinermeister ihre Meisterstücke erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Zu diesem besonderen Meilenstein gratulierten nicht nur die Kursleiter Jochen Jahn und Hendrike Semler-Sarnes, sondern auch Vertreter aus der Politik und der Schreinerinnung.
Egal ob Schreibtisch, Sideboard oder Flurmöbel: Die Meisterstücke der Neu-Meister können sich auf jeden Fall sehen lassen. "Wir haben hier neun Meisterstücke von höchster Qualität. Drei von ihnen wurden sogar mit der Note "Sehr gut" bewertet, das Niveau dieses Jahr war wirklich hoch", freute sich Jochen Jahn, Schreinermeister, Ausbilder und Kursleiter des BBZ Mitte.
Gemeinsam mit Henrike Semler-Sarnes, Schreinerin, Raumdesignerin und Dozentin des BBZ Mitte hat er die Meisterschüler in den letzten Wochen intensiv begleitet und ließ die letzten Wochen und Monate nochmal Revue passieren: "Im mittlerweile 24. Vollzeit-Meisterkurs im BBZ Mitte wurden die Schüler seit August 2025 im Vollzeitunterricht auf die Prüfungsteile eins und zwei von acht Dozenten und durch Fachfirmen im BBZ vorbereitet." Alle Teilnehmer mussten einen theoretischen und einen praktischen Teil durchlaufen, wie Semler-Sarnes verriet: "Dieser besteht zum einen aus der Handarbeitsprobe und den fantastischen Meisterprojekten, die hier heute ausgestellt werden."
Während der Handarbeitsprobe mussten die Schüler in 7,5 Stunden an 1,5 Tagen unter den kritischen Augen der Prüfungskommission verschiedenste Holzverbindungen herstellen. "Die größte Schwierigkeit war hier wie immer das perfekte Zeitmanagement, Teamwork und die perfekte Organisation der Arbeitsabläufe innerhalb der Werkstatt. Das habt ihr mit Bravour gemeistert", lobte Jahn.
"Baustellen angehen"
Auch die Vertreter aus der Politik fanden lobende Worte für die neuen Schreinermeister. Thomas Hering, Mitglied des Hessischen Landtags betonte die große Bedeutung des Handwerks für die Gesellschaft und die Politik. "Bei jedem ist mal etwas zu reparieren. Wir brauchen die Fachkräfte und wir brauchen die Betriebe", äußerte er, "Ich kann nur sagen: Wir hören euch zu und wollen mit euch zusammen arbeiten, denn nur dann können wir einzelne Baustellen wie Bürokratie und Überregulierung angehen."
"Können stolz sein"
Vize-Landrat Frederik Schmitt bedankte sich vor allem im Namen der Region bei den Absolventen: "Unsere Region hat insbesondere im Schreinerhandwerk eine starke Tradition und wir können auf die Vielzahl unserer engagierten und erfolgreichen Betriebe sehr stolz sein." Besonders betonte er die hohe Qualität der Ausbildung, die sich unter anderem in den hervorragenden Ergebnissen und der sehr geringen Durchfallquote widerspiegelt. "Seien Sie stolz auf das, was Sie erreicht haben. Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute für die Zukunft und Gottes Segen. Es sind wahrlich Meisterwerke, die wir hier heute sehen dürfen", endete er.
Bedeutungsvolle Leistung
Im Namen der Stadt Fulda überbrachte Stadtrat Stefan Grauel seine herzlichsten Glückwünsche. Er betonte, dass die Leistung der Absolventen nicht nur für sie persönlich, sondern für die ganze Region von Bedeutung ist, da sie nun nicht nur ihr Fachwissen erweitert, sondern auch umfassende Kenntnisse in Wirtschaft, Bürokratie und Führung erlangt haben. Abschließend blieb ihm nur noch zu sagen: "Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute für Ihren weiteren Berufsweg und hoffe, dass Sie irgendwann mit allen acht Fingern und beiden Daumen in Rente gehen können und sagen können: "Ich habe einen tollen Beruf gehabt"." (Anna Wießenberger) +++