Verdirbt Fulda das Jubiläum?

125 Jahre Kickers Offenbach - Pokaltraum vom Finale am Bieberer Berg

Die Offenbacher Kickers können in ihrem Jubiläumsjahr ein "Finale daheim" spielen. Doch im Weg? Die SG Barockstadt steht als Gegner im Halbfinale auf dem Plan.
Archivfotos: O|N/ Hans-Hubertus Braune

23.03.2026 / OFFENBACH - DFB-Pokal. Dieser Traum ist für drei der vier verbleibenden Mannschaften im Krombacher-Hessenpokal zum Greifen nahe. Neben Wehen Wiesbaden, die sowieso im Pokal vertreten sind, kämpfen die anderen drei Mannschaften um das Ticket für den Wettbewerb.



Auf der einen Seite trifft der Verbandsligist Germania Ober-Roden auf den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden. Im anderen Halbfinale spielen die Kickers Offenbach gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. Das Finale findet am 23. Mai in Offenbach statt. Für den OFC könnte in seinem Jubiläumsjahr also sogar ein Endspiel vor heimischer Kulisse bevorstehen. Wird die Föllsche Elf zum Partycrasher?

Was sagen die Verantwortlichen?

Barockstadts Sportvorstand Christian Geisendörfer macht klar, dass der Fokus zunächst auf der Liga liegt, das Pokalspiel aber dennoch eine besondere Bedeutung hat. "Priorität erstmal auf der Liga", so Geisendörfer. Dennoch sei das Duell gegen Offenbach ein echtes Highlight: "Highlightspiele wie gegen Offenbach sind immer besonders. Wir wollen natürlich schon weiterkommen. Und wenn man ins Finale kommt, will man das natürlich auch gewinnen."

Der Einzug in den DFB-Pokal sei für alle Beteiligten ein "Riesentraum". Schon beim vielbeobachteten Freundschaftsspiel gegen Eintracht Frankfurt 2023 habe man gesehen, welche Begeisterung solche Spiele auslösen können. "Darauf haben wir hingefiebert. Was da los war, hat man gesehen - ein absolutes Highlight." Gerade für Spieler, die schon frühere Duelle gegen Offenbach erlebt haben, könne das zusätzliche Motivation sein. Da spielt der Vorstand auf das verlorene Pokalhalbfinale in 2024 gegen den OFC an. Im Elfmeterschießen verschoss der zweite Kapitän Leon Pomnitz den entscheidenden Strafstoß. "Für die Spieler, die damals noch dabei waren, gibt es mit Sicherheit noch einen Extra-Push. Es macht auch zusätzlich noch einen gewissen Reiz aus, vor so einer Kulisse auswärts zu spielen."

Auch Trainer Daniyel Cimen blickt mit großer Vorfreude auf die Partie, weiß aber um die besondere emotionale Komponente des Duells. "Ein wichtiges Highlight. Vor zwei Jahren ist die Mannschaft zu Hause gegen Offenbach im Halbfinale ausgeschieden. Ein paar Spieler sind noch dabei, die damals auch einen Elfmeter verschossen haben", erinnert er sich. Damals war noch Sedat Gören Trainer der SGB. Gleichzeitig spielt auch die Situation beim Gegner eine Rolle: "Es ist ein Jubiläumsjahr und ein eventuelles Finale daheim." Für Offenbach sei der Pokal daher eine große Chance, eine durchwachsene Saison noch zu retten. "Sie wollen natürlich alles, was in ihrer Macht steht, um die Saison vielleicht noch ein bisschen zu versöhnen."

Für seine Mannschaft sieht Cimen darin aber vor allem eine Gelegenheit. "Das alles wissen wir, das alles sehen wir aber auch als Chance. Ich glaube, dass wir mit viel Vorfreude auf dieses Spiel schauen." Gleichzeitig sei klar, dass der Druck eher bei den Kickers liege. "Wir wissen, dass da natürlich auch ein gewisser Druck auf dem Kessel ist."

Mögliches "Finale daheim" für den OFC im Jubiläumsjahr

Dass ein mögliches Finale ausgerechnet im Offenbacher Jubiläumsjahr stattfinden würde, spielt für Cimen persönlich keine Rolle, trotz seiner engen Verbindung zu Eintracht Frankfurt. "Nein, überhaupt nicht. Ich bin da einfach zu sehr Trainer." Viel wichtiger sei die historische Chance für den eigenen Verein: "Ich weiß, dass es für uns natürlich auch etwas Historisches wäre. Alleine das ist Motivation für uns, dass wir den Titel erreichen wollen."

Der Reiz eines möglichen Titels treibt die Mannschaft zusätzlich an. "Am Ende willst du natürlich auch als Fußballer oder Trainer etwas zu der Historie des Vereins beitragen, bei dem du arbeitest", sagt Cimen. "Titel mit dem Verein gewinnen, die dann mit deinem Namen verbunden werden - so bist du ein Stück weit unsterblich. Wir wollen am Ende etwas erreichen. Hier haben wir die Möglichkeit, in ein Finale einzuziehen und mit zwei Spielen etwas in der Hand zu halten."

Und auch wenn der DFB-Pokal lockt, bleibt das Ziel klar: "In erster Linie geht es darum, den Pokal zu gewinnen. Das andere ist dann das i-Tüpfelchen. Darauf kann man sich freuen - aber zuerst musst du ins Finale kommen." (Nicolas Kraus)+++

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