Wahlkampf zum Anfassen

Endspurt auf dem Uniplatz: Parteien werben um die letzten Stimmen

Volt und CDU untereinander: Gute Laune beim Wahlkampf am Uniplatz.
Fotos: Rene Kunze

14.03.2026 / FULDA - Einen Tag vor der Kommunalwahl war auf dem Fuldaer Universitätsplatz ordentlich Betrieb. Zwischen flatternden Flyern, klappernden Pavillons und letzten Gesprächen mit Passanten mischten sich die Parteien noch einmal unter die Leute und versuchten, die letzten Stimmen einzusammeln. Süßigkeiten, Getränke und Co. gab es obendrauf natürlich dazu - ein gelungener Abschluss.



Man merkte klar: Das ist der Endspurt. Hier ein kurzer Plausch zwischen zwei Ständen, dort ein skeptischer Blick zur Konkurrenz - Wahlkampf eben. Aber immer mit Respekt, guter Laune und jeder Menge Vorfreude auf den morgigen Tag. OSTHESSEN|NEWS hat sich das Ganze einmal selbst angeschaut und mit den Parteien vor Ort gesprochen. Wie ist die Stimmung vor der Kommunalwahl und was soll sich in den nächsten Jahren eigentlich verändern?

Puls: "Wahl ist eine direkte Beteiligung an Demokratie"

Marie-Louise Puls von den Grünen, zeigte sich optimistisch. Rückenwind komme aus Baden-Württemberg, wo Cem Özdemir zuletzt ein sehr starkes Ergebnis eingefahren habe und zum Landeschef gewählt wurde. In den vergangenen Tagen habe man viel Zuspruch erlebt, sagte sie. "Die Menschen scheinen offen für grüne Ideen zu sein und wollen Klimaschutz." Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung der Wahl: Sie sei eine direkte Form demokratischer Beteiligung – gerade in Zeiten, in denen es wichtig sei, demokratische Parteien zu stärken.

Positive Stimmung bei FGG: Mamajanyan zieht ein zufriedenes Fazit

Auch bei der FGG – Fulda Gemeinsam Gestalten – war die Stimmung am Samstag positiv. Dr. Tatevik Mamajanyan sprach von wertvollen Erfahrungen, die man als Wählergemeinschaft gesammelt habe. Man habe ein großes Netzwerk aufgebaut, was das Team sehr freue. "Egal, wie es am Ende ausgeht", sagte sie, "wir haben viel erreicht."

CDU: Fokus auf Stabilität und demokratisches Engagement

Die CDU zeigte sich ebenfalls zufrieden. Joeline Preis und Adrian Krieger von der JU berichteten von einem guten letzten Wahlkampftag, auch wenn am vergangenen Wochenende wegen des besseren Wetters mehr los gewesen sei. Mit Musik, Gesprächen und einem fairen Miteinander mit den anderen Parteien sei es ein schöner Abschluss gewesen. Landtagsabgeordneter Thomas Hering betonte noch, es gehe darum, Stabilität und Erfolg fortzuführen. Gleichzeitig wolle man zeigen, dass man sich für die Demokratie einsetze.

Fischer: "Demokratie ist ein hohes Gut"

Christine Fischer von der SPD sprach von einer guten Stimmung und hoffte auf ein starkes Ergebnis. Ihrer Einschätzung nach hätten viele Menschen bereits entschieden, wen sie wählen wollen. "Demokratie ist ein hohes Gut", sagte sie. "Es wäre wünschenswert, dass die Menschen dieses Recht morgen nutzen."

FDP und AfD blicken zuversichtlich auf den Wahlsonntag

Michael Grosch von der FDP blickte ebenfalls zufrieden auf den Wahlkampf zurück. Viele Engagierte hätten viel Energie hineingesteckt, das Programm sei gut und die Stimmung positiv. AfD-Spitzenkandidat Jan Nolte zeigte sich "guter Dinge" und blickte zuversichtlich auf den Wahlsonntag. Auch er sprach von einem guten Ergebnis bei der Wahl in Baden-Württemberg.

Volt und Linke setzen auf Mitgestaltung, soziale Themen und starke Infrastruktur

Bei Volt betonte Volker Elm, man wolle Impulse setzen und mithelfen, statt nur zu meckern. Ehrenamt, öffentlicher Nahverkehr und Frauenpolitik lägen der Partei besonders am Herzen. "Wir wollen die Stadt aktiv mitgestalten", sagte er. Die Linke, vertreten durch Emily Charlotte Rödel und Karin Denhard, hob Themen wie bezahlbaren Wohnraum, eine gut ausgebaute Infrastruktur und eine starke Daseinsvorsorge hervor. Zudem setze man sich für eine lebendige Innenstadt, geförderte Kultur, Gleichstellung und Vielfalt ein. Auch mehr Begrünung und ein bezahlbarer Nahverkehr seien zentrale Anliegen.

CWE will Sprachrohr der Bürgerschaft bleiben

Elke Diegelmann und Martin Jahn von der CWE betonten ihre Unabhängigkeit. Man mache Politik für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger, wolle Sprachrohr der Bürgerschaft bleiben und dafür sorgen, dass auch kleine Anliegen zügig umgesetzt würden. Bundespolitik spiele dabei keine Rolle – der Fokus liege klar auf Fulda.

Freie Wähler, Bündnis C und Die PARTEI mit klaren und unterschiedlichen Botschaften

Wilhelm Hartmann von den Freien Wählern sprach über das Ziel, Fulda zur Universitätsstadt weiterzuentwickeln – ein langfristiges Projekt, das Zeit brauche. Dr. Norbert Höhl vom Bündnis C erklärte, man wolle "Gottes Wort in die Politik und die Gesellschaft einbringen". Man sehe Veränderungen in der Gesellschaft, die man kritisch betrachte. "Gottes Wort tut uns gut", sagte er. Ute Riebold von Die PARTEI formulierte es knackig: Fulda solle ein gutes Leben für alle bieten – und man wolle die Stadt "nicht den Narren überlassen". Ihr Leitspruch: "Föllsch ist, wer föllsch sein will."

Mehr dazu in unserem Videobeitrag. (js)+++

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