Lichterprojektionen vor der Wahl

Klare Botschaften: "Zwischen Dom und Demokratie passt kein Hass"

Klare Botschaften der Initiatoren.
Fotos: privat

14.03.2026 / FULDA - Ungewöhnliche Aktion mitten in der Domstadt: Mit projizierten Sprüchen haben engagierte Bürgerinnen und Bürger zum Nachdenken über politische Entscheidungen und die bevorstehende Kommunalwahl aufmerksam gemacht. Die Projektionen wurden in den letzten Tagen bei Dunkelheit an verschiedenen Orten im Stadtgebiet von Fulda gezeigt.



Die Initiatorinnen und Initiatoren betonen in einer Pressemitteilung, dass sie keine organisierte Gruppe sind und keinem politischen Lager angehören. "Wir verstehen uns als aufrichtige Demokratinnen und Demokraten, die sich mit einer Frage beschäftigt haben: Was würde es für Städte und Landkreise in Hessen bedeuten, wenn die AfD stärkste oder zweitstärkste Kraft wird und großen Einfluss in kommunalen Gremien erhält?"

Aus dieser Überlegung heraus sei die Idee entstanden, Botschaften im öffentlichen Raum zu zeigen. "Ziel der Aktion ist es, Menschen zum Nachdenken und zum Austausch anzuregen. Kritikerinnen und Kritiker verweisen etwa darauf, dass die AfD Subventionen wie den Agrardiesel streichen möchte, Zuwanderung – auch von dringend benötigten Pflegekräften sowie Ärztinnen und Ärzten – deutlich begrenzen will und ein traditionelles, einheitliches Familienbild betont." Befürchtet werde, dass dadurch Menschen, die "anders leben, denken oder aussehen, stärker ausgegrenzt" werden könnten. "Viele Wähler und Wählerinnen kennen zwar diese politischen Positionen der AfD, sehen in der Partei aber dennoch eine attraktive Alternative." Gerade deshalb möchten die Initiatorinnen und Initiatoren, wie sie weiter erklären, mit ihrer Aktion einen Denkanstoß geben: "Was ist mir bei der Kommunalwahl wirklich wichtig? Welche Auswirkungen hat die Politik der kommenden fünf Jahre auf mein Leben, auf meine Kinder oder meine Enkel?"

"Politische Entscheidungen haben Folgen"

Auch wenn einzelne Forderungen zunächst überzeugend wirken können, weisen die Beteiligten darauf hin, dass politische Entscheidungen unterschiedliche Folgen haben können – etwa für Landwirte, Alleinerziehende, Migrantinnen und Migranten, Arbeitssuchende oder Menschen mit Beeinträchtigung. "Manche Maßnahmen könnten das Leben in Fulda langfristig auch teurer oder schwieriger machen. Einfache Antworten und eine strikte 'Law-and-Order'-Politik wirken in einer komplexen Welt oft verlockend. Gleichzeitig besteht die Sorge, dass solche Ansätze gesellschaftliche Gräben vertiefen, das Miteinander schwächen und auch der lokalen Wirtschaft schaden könnten."

Fulda – und Deutschland insgesamt – sei vielfältiger und anspruchsvoller geworden. Aus Sicht der Initiatorinnen und Initiatoren brauche es deshalb vor allem gegenseitiges Verständnis, einen differenzierten Blick auf Herausforderungen und Vertrauen in die gemeinsame Stärke einer demokratischen Gesellschaft. Die Aktion endet am Samstagabend mit einer offenen Frage an alle Bürgerinnen und Bürger: "Was wirst du wählen?" (mkr/pm) +++

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