Als junger Kerl zur Feuerwehr
Nach 28 Jahren als GBI: Martin Fischer verlässt die Kommandobrücke
Fotos: Hans-Hubertus Braune
14.03.2026 / EICHENZELL -
In Eichenzell (Landkreis Fulda) endet an diesem Wochenende eine Ära: Nach 28 Jahren an der Spitze der Eichenzeller Feuerwehr gibt Gemeindebrandinspektor Martin Fischer seine Führungsaufgaben ab. Bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung am Samstagabend soll sein Nachfolger gewählt werden.
Doch so ganz aufhören wird Fischer zum Glück nicht. Als Einsatzkraft darf der 64-jährige Eichenzeller noch zwei Jahre weitermachen. Der Gesetzgeber schreibt die Altersgrenzen vor. Diese beträgt bei Führungskräften allerdings 65 Jahre, am Montag feiert "01" Geburtstag.
Arbeitgeber und Familie stehen hinter Fischers Leidenschaft
Möglich machte dies auch sein damaliger Arbeitgeber, das Fernmeldeamt. Dort absolvierte er eine Ausbildung zum Fernmeldehandwerker und hatte die Freiheiten, die notwendigen Lehrgänge der Feuerwehr besuchen zu können. "Die Ausbildung durfte nicht darunter leiden, hat mir mein Lehrmeister gesagt. Das hat sie nicht", lacht der Gemeindebrandinspektor. Am 7. März 1998 wurde Fischer zum Ortsbrandmeister, dem Vorgänger der heutigen Bezeichnung des Gemeindebrandinspektors (GBI). Er blieb dem Beruf und natürlich der Feuerwehr treu, arbeitete später viele Jahre beim Amt im Homeoffice und konnte sich so seine Arbeitszeiten optimal einteilen. Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Hobby passte perfekt. "Meine spätere Frau war schon bei der Feuerwehr, als ich sie kennengelernt habe", erzählt Fischer. Auch der gemeinsame Sohn frönt dieser Leidenschaft, auch wenn er beruflich bedingt nun in Darmstadt lebt.Feuerwehrarbeit vollzieht Quantensprünge
Was sich in den insgesamt bis jetzt über 50 aktiven Feuerwehrjahren geändert hat? Die Anforderungen an die Feuerwehren zum Beispiel. Fischer bezeichnet sie als "Quantensprünge". Eichenzell ist gewachsen, die Industriegebiete sind gewachsen, der Verkehr etwa auf den Autobahnen A7 und A66 oder früher auf der Bundesstraße B40. Mit den Ansiedlungen kamen neue Aufgaben etwa bei Gefahrstoffeinsätzen hinzu. Der Fuhrpark musste über die Jahre immer wieder weiterentwickelt werden. Das Gerätehaus in Eichenzell ist mittlerweile zu klein, ein Neubau muss her. Aber auch die Qualifizierung der Einsatzkräfte nimmt einen großen Aufgabenbereich ein.BGM Rothmund: "Die Feuerwehr muss sich neu sortieren"
Für Fischer endet nun der aktive Führungsdienst. Sein altersbedingtes Ausscheiden stellt die Eichenzeller natürlich vor Herausforderungen, sagt Bürgermeister Johannes Rothmund (CDU): "Die Feuerwehr muss sich neu sortieren. Martin Fischer hat mit seinem Wirken in den Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Eichenzell die Feuerwehrarbeit geprägt und die dynamische Entwicklung der letzten Jahrzehnte maßgeblich ermöglicht", so der Rathauschef.Noch aber steckt der GBI mittendrin in seinen Aufgaben. Das Mobiltelefon rappelt, Fragen zur Jahreshauptversammlung stehen an. Das Feuerwehrgerätehaus ist sein zweites Zuhause - auch wenn sie die Aufgaben für ihn ändern werden. Die Menschen in Eichenzell und Umgebung können froh sein, dass es Menschen wie Martin Fischer gibt, die über Jahrzehnte Verantwortung für die Allgemeinheit, für die Sicherheit der Mitmenschen sowie deren Hab und Gut übernehmen. (Hans-Hubertus Braune) +++