CDU-Frühschoppen

Wingenfeld wirbt für starke Mehrheiten und hohe Wahlbeteiligung

Daniel Mans, Anna Buntig, Luisa Karges und Heiko Wingenfeld
Fotos: Laura Struppe

09.03.2026 / DIPPERZ - Beim öffentlichen Frühschoppen der CDU im "Leopold am Kesselhaus" in Dipperz stand am Sonntagvormittag vor allem eines im Mittelpunkt: der direkte Austausch kurz vor der Kommunalwahl am 15. März 2026. Die Veranstaltung war bewusst als lockeres Gesprächsformat angelegt. Neben Speisen und Getränken nutzten Kandidatinnen und Kandidaten die Gelegenheit, mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Als besonderer Gast begleitete Dr. Heiko Wingenfeld, Bezirksvorsitzender der CDU Osthessen und Oberbürgermeister der Stadt Fulda, den Vormittag.



Wingenfeld: "Heute in einer Woche sind die Kommunalwahlen."

In seiner Rede warb Wingenfeld mit Nachdruck dafür, den Endspurt im Wahlkampf ernst zu nehmen. Als "überzeugte Demokraten" und "überzeugte Christdemokraten" müsse man jetzt noch einmal alles geben, sagte er mit Blick auf die bevorstehende Wahl. Es müsse gelingen, die Bedeutung der Kommunalwahl stärker ins Bewusstsein zu rücken. Auch in einer Gemeinde wie Dipperz, "wo die Welt noch in Ordnung" sei, gebe es gewiss noch einige Unentschlossene, die überlegten, ob sie überhaupt zur Wahlurne gingen.

Wingenfeld stellte dabei die kommunale Ebene ausdrücklich gegen das Gefühl globaler Ohnmacht: Die Weltpolitik könne man vor Ort nicht verändern, wohl aber konkrete Dinge in Gemeinde und Region. Dafür brauche es "stabile und klare Mehrheiten".

Schwierige Finanzen – und der Verweis auf konkrete Ergebnisse

Einen Schwerpunkt legte Wingenfeld auf die finanzielle Lage der Kommunen. So schwierig wie gegenwärtig sei die Situation in Städten und Gemeinden noch nie gewesen, sagte er - von Jahr zu Jahr werde es außerdem schwieriger. Man könne auf Dauer nicht mehr ausgeben, als man habe. Gerade deshalb sei es wichtig, sich bei kommunalpolitischen Diskussionen nicht in abstrakten Versprechen zu verlieren, sondern auf belastbare Entscheidungen zu setzen.

Als Beispiel für konkrete kommunalpolitische Wirkung nannte Wingenfeld Fulda: Dort habe ein Förderprogramm für bezahlbares Wohnen zusammen mit einer hohen Bautätigkeit dazu geführt, dass 2025 eine Rekordzahl genehmigter Wohnungen erreicht worden sei. Er verwies in diesem Zusammenhang auf rund 500 Wohneinheiten und stellte dies als Ergebnis engagierter Kommunalpolitik dar. Auch Investitionen in Schulen und Kinderbetreuung führte er als konkrete Leistungen an.

Pflegeheim in Dipperz, Klinikum in Fulda

Inhaltlich schlug Wingenfeld die Brücke von der Stadt Fulda in die Gemeinde Dipperz. Ein wichtiges Thema vor Ort sei die Frage, ob in Dipperz ein Pflegeheim entstehen könne. In Fulda selbst nannte er die Lage des Klinikums als große Herausforderung. Dort seien in den vergangenen Jahren 50 Millionen Euro investiert worden; ein solches Haus finanziell zu tragen, funktioniere nur mit stabilen Mehrheiten und verlässlicher politischer Handlungsfähigkeit.

Mit Blick auf den politischen Wettbewerb warnte Wingenfeld außerdem davor, extremistischen Parteien auf den Leim zu gehen, die "das Blaue vom Himmel versprechen". Gerade in unruhigen Zeiten erhielten solche Kräfte Zulauf. Sein Appell am Ende der Rede fiel deshalb deutlich aus: "Bitte gehen Sie zur Wahl! Und überzeugen Sie auch alle, die noch zögern, von der Bedeutung dieser Kommunalwahl!"

Anna Bunting: Ehrenamt, Vereine und bezahlbarer Wohnraum

Im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS am Rande des Frühschoppens erläuterte Anna Bunting, Kandidatin auf Liste 1, Platz 18 für die Gemeindevertretung, die Themen, die ihr im Wahlkampf aktuell besonders wichtig sind: Im Zentrum stünden aus ihrer Sicht vor allem die Anliegen der Menschen vor Ort in Dipperz. Besonders hob sie das Vereinsleben und das Ehrenamt hervor, die für den Zusammenhalt der Gemeinde von großer Bedeutung seien.

Daneben nannte Bunting bezahlbaren und modernen Wohnraum als zentrales Anliegen. Gerade für Familien und Menschen, die in Dipperz bleiben oder sich dort ansiedeln wollten, sei das ein entscheidender Punkt.

Sebastian Heitz: Stimmen ausschöpfen und "maßvoll" weiterentwickeln

Sebastian Heitz, Listenplatz 1, verband im Gespräch zwei Botschaften: zum einen einen sehr konkreten Aufruf an die Wählerinnen und Wähler, bei der Kommunalwahl auch die vielfältigen Möglichkeiten des Wahlrechts auszuschöpfen; also zu kumulieren und zu panaschieren und nicht auf übrige Stimmen zu verzichten. (Anm. d. Red.: Bei der Kommunalwahl am 15. März können Wählerinnen und Wähler ihre Stimmen gezielt auf Kandidaten verteilen und einzelnen Personen dabei bis zu drei Stimmen geben.)

Zum anderen blickte Heitz auf die inhaltliche Arbeit der vergangenen Jahre. Man habe die Gemeinde in den letzten fünf Jahren aktiv mitgestaltet und wolle dies auch in der kommenden Wahlperiode fortsetzen. Dabei nannte er insbesondere Vereine, bezahlbaren Wohnraum, die Entwicklung von Neubaugebieten und eine dazu passende Infrastruktur. Sein Leitgedanke dabei: alles "maßvoll" entwickeln, damit Dipperz für Jung und Alt lebenswert bleibe.

Wingenfeld im Einzelinterview: Mediziner-Ausbildung, Wohnungsbau, Sorgen um die Wirtschaft, erstarkende Ränder

Im Einzelinterview sprach Wingenfeld zunächst darüber, was in Fulda aktuell gut laufe. Er bezeichnete Fulda als sehr lebenswerte Stadt und verwies auf die steigende Einwohnerzahl. Besonders stolz zeigte er sich darauf, dass das Klinikum Fulda inzwischen Teil der Mediziner-Ausbildung sei. Rund 200 Humanmedizin-Studierende aus Marburg seien nach Fulda gewechselt; das sei eine große Errungenschaft für Stadt und Region.

Als weiteres positives Beispiel nannte er erneut den Wohnungsbau. Trotz schwieriger Zeit habe Fulda eine Rekordzahl an Baugenehmigungen erreicht. Wer sich das anschauen wolle, könne einen Blick auf die Baustelle am Weidesgrund werfen, wo allein rund 500 Wohneinheiten entstünden. Das wertete Wingenfeld als starkes Zeichen in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten.

Auf die Frage, was aktuell in Fulda nicht gut laufe, nannte Wingenfeld die schwierigen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. Viele Unternehmen litten unter hohen Energie- und Arbeitskosten. Zugleich gebe es einen konkreten Mangel an Gewerbeflächen. Gerade deshalb sei es wichtig, dass etwa das Gummi-Areal auch künftig ein Standort für Industrie und Gewerbe bleibe und sich in diese Richtung weiterentwickle.

Was ihn aktuell betrübe, sei die niedrige Aufmerksamkeit für die Kommunalwahl. Diese Wahl verdiene eigentlich viel mehr Beachtung, weil wesentliche Entscheidungen eben vor Ort getroffen würden.

Angesprochen auf die erstarkenden politischen Ränder sagte Wingenfeld: Parteien aus dem links- und rechtsextremen Spektrum böten aus seiner Sicht keinerlei Lösungen für die drängenden Zukunftsprobleme. Demgegenüber warb er erneut für die Idee der Volkspartei – eine starke CDU biete Stabilität. Genau diese Stabilität brauche das Land gerade jetzt in diesen herausfordernden Zeiten.

Ein Frühschoppen als Wahlkampf im Nahmodus

Der Frühschoppen in Dipperz zeigte damit recht deutlich, worauf viele kommunalpolitische Formate in den letzten Tagen vor der Wahl setzen: Weniger große Bühnenshow, mehr Nahbarkeit. Zwischen Rede, Einzelgesprächen und persönlichem Austausch wurde immer wieder derselbe Gedanke betont: Die Kommunalwahl mag kleiner wirken als Bundes- oder Landtagswahlen, entscheidet aber über viele sehr konkrete Fragen des Alltags.

Am Ende stand deshalb weniger die große weltpolitische Erzählung als der wiederholte Appell, am 15. März tatsächlich auch zur Wahl zu gehen – und damit über die Zukunft vor Ort mitzuentscheiden! (Marvin Hucke) +++

X