Wählen gehen und Stimme nutzen
Wahlkampf-Endspurt am Uniplatz: Viele Unentschlossene zur Wahl am 15. März
Fotos: Marvin Myketin
07.03.2026 / FULDA -
Nur noch eine Woche bis zur Kommunalwahl! Am Universitätsplatz in Fulda läuft der Wahlkampf weiter auf Hochtouren: Unermüdlich suchten Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Parteien und Wählergruppen in den vergangenen Tagen das Gespräch – mit Flyern, klaren Botschaften und einem gemeinsamen Nenner: Wählen gehen, seine Stimme nutzen. Nur das hält eine starke Demokratie auch wirklich lebendig.
CDU: Präsenz zeigen – und den Nachwuchs nach vorn stellen
Für die CDU steht im Endspurt vor allem Sichtbarkeit im Mittelpunkt. Adrian Krieger (Listenplatz 76) sagt, der Wahlkampf werde "an Hecken und Zäunen" entschieden – deshalb sei man nicht nur am Uniplatz, sondern auch in den Gemeinden und vor Supermärkten unterwegs, Flyer-Verteilung inklusive. Anna Bunting (Listenplatz 26) betont den Anspruch der "jungen Kandidaten": Heimat im Herzen, Zukunft im Blick – und den Wunsch, die Kommunalparlamente insgesamt zu verjüngen. Damit gehe ein klarer Mobilisierungsauftrag einher: Jetzt müsse man die Menschen zur Kommunalwahl an die Urne bringen, weil es um Entscheidungen "für die Bürger vor Ort" gehe. AfD: Unentschlossene erreichen – und zum Wählen aufrufen
Frank Schüssler (AfD) beschreibt die letzten Tage als Phase, in der es darum gehe, noch mehr Menschen "abzuholen" – gerade jene, die bislang nicht im Fokus standen oder noch Fragen haben. Dazu setze man auf Gespräche, klare Positionen und weitere Flyer-Aktionen. Schüssler sagt, man fahre auch gezielt Ortsteile an, um dort mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen, die sich sonst weniger angesprochen fühlen. Seine zentrale Botschaft lautet: Wählen gehen. Wer Veränderungen will, müsse abstimmen, statt "hinterher nur zu schimpfen". Und wer sich eine konservativere Richtung wünsche, solle das an der Wahlurne auch entsprechend ausdrücken – mit einer Stimme für die AfD. SPD: Demokratie stärken – Kommunalpolitik klar von Bundespolitik trennen
Für die SPD setzt die Vorsitzende der SPD-Frauen im Landkreis Fulda, Lea Gerber, im Endspurt vor allem auf den Demokratie-Appell. Es gehe darum, Demokratie "nahezubringen" und deutlich zu machen, dass sie vor Ort gestärkt werden müsse. Ihre Botschaft an die Wählerinnen und Wähler lautet: Nicht aufgeben und Fulda insgesamt besser machen – aber dabei den Unterschied zwischen kommunaler und bundespolitischer Ebene nicht verwischen. Kommunalpolitik, so ihr Argument, betreffe konkrete Entscheidungen für die Menschen in der Region, während der Bund das ganze Land im Blick habe. Gerade deshalb könne man hier vor Ort Dinge direkt verändern – wenn man sich beteiligt. Grüne: "Geht wählen" – und demokratische Beteiligung als Privileg
Karl Vogel (22, Listenplatz 4) macht den Endspurt bei den Grünen zur Mobilisierungskampagne: Besonders jene, die noch nicht per Briefwahl abgestimmt haben, sollen in den letzten Tagen angesprochen werden. Entscheidend seien Gespräche, um Unentschlossene zu überzeugen – und sie überhaupt zur Wahl zu motivieren. Seine wichtigste Botschaft lautet ebenfalls: "Geht wählen, nutzt euer Recht und stärkt die Demokratie vor Ort". Gleichzeitig wirbt Vogel dafür, demokratisch zu wählen und die kommunale Ebene ernst zu nehmen. Aus grüner Sicht verbindet er das mit dem Anspruch, als "Partei der Mitte" Politik zu machen, die vor Ort wirkt und Lebensqualität verbessert. FDP: Wahlbeteiligung erhöhen – damit "die Ränder" nicht profitieren
Für die FDP sagt Michael Grosch, in den letzten Tagen komme es darauf an, Menschen "mitzunehmen", damit sie zur Wahl gehen und eine bewusste Entscheidung treffen. Er betont die Kommunalwahl als entscheidenden Moment, bei dem die demokratischen Parteien im Mittelpunkt stehen sollten. Seine Botschaft richtet sich gegen Politikverdrossenheit: Wer nicht wählt, überlasse anderen das Feld – und riskiere, dass politische Ränder und Extremisten stärker werden. Grosch spricht deshalb von einer Wahl "aus der Mitte der Gesellschaft" und wirbt dafür, die Demokratie aktiv zu stützen. Zugleich verbindet er das mit dem Ziel, weiterhin "gute Politik" in Fulda zu ermöglichen – auch gemeinsam mit der FDP. CWE: Mobilisieren und Sprachrohr für die Ortsteile sein
Auch Martin Jahn, Vorsitzender CWE Fulda, stellte im Endspurt vor allem die Wähler-Mobilisierung in den Mittelpunkt: In den letzten Tagen vor dem Wahltag komme es darauf an, die Menschen zur Wahl zu bringen, damit sie tatsächlich auch an der Wahl teilnehmen und die Chance nutzen, ihr Kreuz bei der Kommunalwahl zu machen. Er betonte, dass es keine Bundestagswahl sei, sondern eine Entscheidung "für die Bürger vor Ort". Genau darum gehe es der CWE jetzt: Möglichst viele Wählerinnen und Wähler zu aktivieren und die Bedeutung der kommunalen Ebene klarzumachen. Gleichzeitig sagte Jahn, man wolle die Menschen in den Ortschaften mit ihren Anliegen stärker unterstützen – auch dort, wo Parteien aus seiner Sicht bisher nicht ausreichend hingeschaut hätten. Die CWE verstehe sich dabei weiterhin als Sprachrohr für diese Themen gegenüber anderen politischen Kräften. FREIE WÄHLER: Gesundheit in der Fläche – und ein Appell an die Mitte
Linda König von FREIE WÄHLER (Listenplatz 3 für den Landkreis) rückt im Endspurt vor allem die gesundheitliche Versorgung in den Mittelpunkt. Sie berichtet aus eigener Erfahrung von Engpässen – bei Therapeutinnen und Therapeuten sowie bei Ärzten – besonders im ländlichen Raum. Wichtig sei, dass Versorgungslücken sichtbar gemacht werden: Bürgerinnen und Bürger sollen wählen gehen, aber auch das Gespräch suchen und konkret sagen, "wo es hakt". Sie betont, dass sie sich neben Gesundheit auch mit Schulen und Kitas auskenne – und grundsätzlich offen für innovative Anliegen sei. Ihre klare Endspurt-Botschaft lautet: "Kommt wählen" – und dabei die Mitte stärken, nicht die Extreme. Volt: Bürgernähe und Europa-Bezug – "europäisch denken, kommunal handeln"
Volt-Vertreterin Elke Hohmann beschreibt den Endspurt als Frage von Bürgernähe: Parteien müssten sich den Fragen stellen, auf Menschen zugehen, Anregungen aufnehmen – statt sich zurückzuziehen. Wahlkampf bedeute für sie, sichtbar und ansprechbar zu sein, gerade für Unentschlossene, die noch nicht wissen, wem sie am 15. März ihre Stimme schenken. Inhaltlich setzt sie im letzten Teil bewusst einen größeren Rahmen: Ein sicheres, starkes und geeintes Europa sei "nie so wichtig gewesen wie jetzt". Daraus leitet sie ab, dass man Europa stärken und dieses Denken in die Kommune "übersetzen" müsse. Ihre Formel dafür: Europäisch denken, kommunal handeln. Die PARTEI: Satirischer Ton – aber klarer Wahlaufruf
Ute Riebold von Die PARTEI setzt im Endspurt auf eine Mischung aus satirischem Auftritt und klarer Mobilisierung. Worauf es jetzt ankomme, sei im Grunde ganz einfach: Wählen gehen – und zwar "richtig". Am Allerbesten sei selbstverständlich die Liste 8 in der Stadt, die Liste 9 im Kreis und in "Flieden Liste 7". Ihre klare Botschaft an die Wählerinnen und Wähler: Fulda solle "nicht den Narren überlassen" werden, in diesem Sinne gelte: "Föllsch ist, wer Föllsch sein will!" Bündnis C: Kontinuität statt Schlussparole – konservative Wähler ansprechen
Für Jens Mierdel (Bündnis C) geht es in den letzten Tagen vor allem um Wechselwähler, die man noch erreichen wolle. Bündnis C wolle "ein Quäntchen mehr" Präsenz zeigen, um mit Wählerinnen und Wählern ins Gespräch zu kommen und Positionen zu erklären. Er sagt offen, dass man primär konservative Wähler adressiere – das ergebe sich aus Programm und Überzeugung. Am Uniplatz wolle man deshalb wie gewohnt kontinuierlich Präsenz zeigen und überzeugen. Eine neue, speziell zugespitzte Endspurt-Botschaft formuliert Mierdel bewusst nicht: Man setze auf den geplanten, durchgehenden Wahlkampf. FGG: Dialogformate und harte Alltagsprobleme – Wohnen, Ärzte, Jobs, Mobilität
Die Wählergemeinschaft Fulda gemeinsam gestalten (FGG) betont im Endspurt besonders den Dialog. Spitzenkandidatin Dr. Phil. Tatevik Mamajanyan beschreibt Social-Media-Kanäle (Instagram, Facebook, TikTok, YouTube) als Orte, an denen man Inhalte erkläre und Diskussionen offen führe – mit dem Anspruch, andere weniger zu kritisieren und mehr zu zeigen, wie man Ziele gemeinsam erreichen kann. Wichtig sei, unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen und Entscheidungen nicht nur über Mehrheiten "durchzudrücken", sondern möglichst über Konsens zu lösen. Abdulkerim Demir (FGG) macht die Botschaft dann sehr konkret: Fulda brauche mehr Dynamik, weil Wohnraum knapp sei und eine städtische Wohnbaugesellschaft helfen könne. Außerdem kritisiert er lange Wartezeiten bei Fachärzten, Arbeitsplatzverluste in der Region und unzureichende ÖPNV-Anbindungen in manchen Ortsteilen, etwa wenn nur wenige Busse pro Tag fahren. Seine Schlussfolgerung: Stillstand müsse enden – Politik solle stärker "für Fulda" zusammenarbeiten. Die Linke: Soziale und ökologische Fragen verbinden – zuhören und sichtbar sein
Für Robin Burkard (Listenplatz 1, Die Linke) ist der Endspurt ein Kampf um Sichtbarkeit: Man wolle zeigen, dass es in einer konservativ geprägten Stadt soziale, gerechte und innovative Ideen gibt – und dass die Linke wieder präsent ist. Burkard betont, Klimaschutz müsse mit der Sozialen Frage verbunden werden: Wer trägt die Kosten, wer wird entlastet – und wer bleibt sonst vielleicht zurück? Seine Botschaft richtet sich auf die nächsten fünf Jahre: Wählerinnen und Wähler sollten überlegen, wie Fulda künftig aussehen soll und ob manche Themen "unter den Tisch fallen". Emily Charlotte Rödel (Listenplatz 2) beschreibt als Schlüssel der letzten Wochen das Gespräch: Zuhören, Anliegen sammeln, verstehen, was die Menschen bewegt – damit Politik "für die Menschen" gemacht wird. Beide betonen damit eine Endspurt-Strategie, die weniger auf Parolen und mehr auf Nähe, Präsenz und soziale Themen setzt. (Marvin Hucke) +++