Das steckt hinter dem Insekt
Schmetterling des Jahres 2026: Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling
Symbolfotos: pixabay
07.03.2026 / REGION HEF-ROF -
Er ist der Schmetterling des Jahres: der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Im Sommer ist dieser relativ häufig in den Auengebieten des Landkreises Hersfeld-Rotenburg anzutreffen. Er gilt europaweit als gefährdet, was mit seinem besonderen Lebenszyklus zusammenhängt. Damit er sich vermehren kann, müssen der Große Wiesenknopf und die Rote Gartenameise vorhanden sein.
Den Großen Wiesenknopf findet man vor allem auf wechselfeuchten, extensiv bewirtschafteten Wiesen und Weiden in den Auen. Gerne wächst die Pflanze auch entlang kleiner Fließgewässer, Gräben und an Wegsäumen. Erkennen lässt sich der Große Wiesenknopf sehr gut an den eins bis drei Zentimeter langen dunkel-rotbraunen Blütenköpfchen, die auf langen Stielen aus der Wiese herausragen.
So entwickelt sich der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling
Sie dienen dem Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling als Nahrungsquelle sowie als Ort der Paarung und Eiablage. Die kleinen Raupen des Bläulings ernähren sich zu Beginn ausschließlich von dieser Pflanze. Nach etwa 14 Tagen lassen sie sich auf den Boden fallen und warten dort auf die Roten Gartenameisen. Ein besonderer Duft der Raupen, der den Geruch der Ameisenbrut nachahmt, verhindert, dass sie von den Ameisen gefressen werden. Stattdessen transportieren diese sie unversehrt in ihr Ameisennest. Gastfreundlich verhalten sich die Raupen nicht, sie fressen bis zu ihrer Verpuppung im nächsten Jahr bis zu 600 Ameisenlarven. Trotzdem werden sie geduldet, da sie neben dem Duft ein für die Ameisen sehr leckeres, zuckerhaltiges Sekret abgeben. Nach dem Schlüpfen im Ameisennest muss der Schmetterling schnellstens nach außen flüchten, da jetzt seine Tarnung aufgeflogen ist.Als Falter ist der Bläuling vor allem im Juli und August zu beobachten, er wird meist nur etwa zehn Tage alt. Wichtig ist, dass zu seiner Flugzeit der Große Wiesenknopf in Blüte steht. Da zusätzlich einige Zeit von der Eiablage bis zur Ankunft im Ameisennest vergeht, sollen die Wiesen und Weiden, auf denen der Schmetterling vorkommt, von Mitte Juni bis Anfang September nicht genutzt werden. Hilfreich ist auch ein Altgrasstreifen, der im September das erste Mal gemäht wird. Diese Maßnahmen tragen entscheidend zum Schutz des gefährdeten Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings bei. Der Landschaftspflegeverband Hersfeld-Rotenburg trägt Mitverantwortung für den Erhalt der Populationen in den Gebieten der Region. (pm/mis) +++