Debatte um Millionen-Schulden
CDU widerspricht SPD-Bürgermeister deutlich: Streit um Schuldenentwicklung
Grafik: O|N
05.03.2026 / HERINGEN (W.) -
Die Diskussion um die finanzielle Lage der Kalistadt Heringen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) nimmt Fahrt auf. Nachdem Bürgermeister Daniel Iliev (SPD) in einer Pressemitteilung die deutliche Reduzierung der Schulden der Stadt hervorgehoben hatte, meldet sich nun die CDU-Fraktion gegenüber OSTHESSEN|NEWS zu Wort. Fraktionsvorsitzender Eckhard Bock widerspricht der Darstellung des Bürgermeisters deutlich und bewertet die finanzielle Situation der Stadt wesentlich kritischer.
Ausgangspunkt der Debatte ist eine Mitteilung der Stadt, nach der die Schuldenlast Heringens in den vergangenen zehn Jahren um rund 38 Millionen Euro gesunken ist. Auch die Pro-Kopf-Verschuldung sei deutlich zurückgegangen. Damit habe die Kalistadt symbolisch auch ihre frühere Rolle als höchst verschuldete Kommune Hessens abgegeben.
Auch bei Gebühren und Infrastruktur sieht Iliev Fortschritte. "Neben der gezielten Weiterentwicklung unserer Infrastruktur konnten wir die Gebühren stabil halten und sogar die Krippen- und Kita-Gebühren vollständig abschaffen."
CDU sieht Lage deutlich kritischer
Die CDU-Fraktion widerspricht dieser Darstellung jedoch deutlich. Fraktionsvorsitzender Eckhard Bock betont, dass die finanzielle Situation der Stadt weiterhin angespannt sei. "Es ist schön, wenn die Stadt Heringen die 'rote Laterne' Hessens in Sachen Verschuldung abgegeben hat, aber das war ein Rekord, auf den wir alles andere als stolz sein sollten."Bock sieht zudem neue Risiken für den städtischen Haushalt. "Die Entwicklung der Verschuldung ist sehr kritisch zu betrachten, vor allem vor dem Hintergrund der eingebrochenen und ausbleibenden Gewerbesteuereinnahmen in den nächsten Jahren." Die CDU fordert deshalb eine strengere Haushaltsdisziplin und will weitere Belastungen für Bürger vermeiden. "Investitionen ja, aber nicht um jeden Preis und nicht auf den Schultern der Bürgerinnen und Bürger und der nächsten Generation!" (Constantin von Butler) +++