Diskussionspotential wächst
Mehr Macht für den VAR: Diese neuen Fußball-Regeln verändern das Spiel
Archivfoto: O|N / Jonas Wenzel (Yowe)
02.03.2026 / REGION -
Der Weltfußball steht vor spürbaren Veränderungen. Das International Football Association Board (Ifab), die oberste Regelinstanz des Sports, hat auf seiner Jahreshauptversammlung in Wales sechs weitreichende Neuerungen beschlossen. Sie treten im Sommer in Kraft und könnten bereits bei der kommenden Weltmeisterschaft Anwendung finden. In der Bundesliga ist mit einer Einführung zur neuen Saison zu rechnen. Vor allem der Video-Assistent erhält zusätzliche Kompetenzen.
1. Videobeweis auch bei Eckbällen
Künftig darf der VAR prüfen, ob ein Eckball korrekt gegeben wurde. Voraussetzung ist, dass die Überprüfung unmittelbar und ohne größere Verzögerung erfolgt. Ziel ist es, Tore nach klar falschen Eckstoß-Entscheidungen zu verhindern.
Der Video-Assistent kann künftig eingreifen, wenn eine Gelbe Karte zum Platzverweis führt. Erste Verwarnungen bleiben jedoch weiterhin unangetastet - außer es liegt eine eindeutige Verwechslung von Spieler oder Team vor.
Neu ist außerdem, dass der VAR eingreifen darf, wenn ein Spieler der falschen Mannschaft sanktioniert wurde. Bislang war eine Korrektur nur bei Verwechslungen innerhalb desselben Teams erlaubt.
Der Kampf gegen Verzögerungen wird intensiviert. Nach der bereits bestehenden Acht-Sekunden-Regel für Torhüter wird das Countdown-Prinzip nun auf Einwürfe und Abstöße ausgeweitet. Verzögert ein Team die Ausführung, startet ein sichtbarer Fünf-Sekunden-Countdown. Wird der Ball nicht rechtzeitig ins Spiel gebracht, erhält der Gegner einen Einwurf oder - bei Abstoß - sogar einen Eckstoß.
Spieler, die ausgewechselt werden, müssen das Feld künftig innerhalb von zehn Sekunden verlassen. Andernfalls darf der Ersatzspieler erst bei der nächsten Spielunterbrechung aufs Feld - das Team spielt bis dahin in Unterzahl.
Wird ein Spieler auf dem Feld medizinisch versorgt und führt dies zu einer Spielunterbrechung, muss er nach Wiederanpfiff für eine Minute außerhalb des Spielfelds bleiben. Damit soll verhindert werden, dass Verletzungen taktisch genutzt werden.
Die Reformen zeigen klar: Das Spiel soll schneller, transparenter und gerechter werden. Gleichzeitig wächst der Einfluss des VAR - und damit wohl auch das Potenzial für neue Diskussionen. (Constantin von Butler) +++