Minister fordert neue Fahndungsmethoden
Innenminister Poseck: Handyortung soll gescheiterte Abschiebungen verhindern
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20.02.2026 / REGION -
Hessens Innenminister Roman Poseck hat am Donnerstag die aktuellen Abschiebezahlen vorgestellt und neue Befugnisse für die Polizei gefordert. Im Januar seien 108 Personen abgeschoben und 234 freiwillig ausgereist. Poseck betonte, die "Migrationswende" werde konsequent fortgesetzt und verwies auf steigende Erfolgsquoten: 2025 seien 59 Prozent der geplanten Rückführungen gelungen, im Januar lag die Misserfolgsquote bei 38 Prozent.
Als Hauptgrund gescheiterter Maßnahmen nannte er das Nichtantreffen der betroffenen Personen. Poseck kündigte daher zur nächsten Innenministerkonferenz eine Initiative an, um kurzfristige Fahndungsmaßnahmen wie Handyortung und Observation zu ermöglichen. "Der Rechtsstaat darf sich nicht an der Nase herumführen lassen", sagte der Minister. Aus seiner Sicht sei ein solcher Eingriff in Persönlichkeitsrechte im konkreten Vollzugskontext gerechtfertigt.
Auch europäische Entwicklungen hätten Auswirkungen auf das Rückführungsgeschehen, so Poseck. Er begrüßte die Verlängerung der stationären Binnengrenzkontrollen durch den Bund und setzt auf die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, die schnellere Verfahren und mehr Ordnung im europäischen Asylsystem bringen solle.
"Diese Abschiebemaßnahme steht beispielhaft für den großen Einsatz der hessischen Behörden", sagte Poseck. Wer ausreisepflichtig sei, müsse das Land verlassen – am Ende eines rechtsstaatlichen Verfahrens, betonte der Minister. (mmb/pm) +++
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