Generalsekretär beim Aschermittwoch

Leopold Born (CDU) im Rathaussaal: "Wir sind die Kommunalpartei Nr. 1"

Als Hauptredner trat der Generalsekretär der hessischen CDU, Leopold Born, beim politischen Aschermittwoch in Künzell auf.
Fotos: Laura Struppe

19.02.2026 / KÜNZELL - Mit guter Resonanz hat am Mittwochabend der Politische Aschermittwoch der CDU Künzell stattgefunden. Zahlreiche Gäste kamen in den Rathaussaal, um über die politische Lage zu diskutieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Als Hauptredner trat der Generalsekretär der hessischen CDU, Leopold Born, auf.



Die Veranstaltung im Künzeller Rathaussaal bot einen Rahmen für politische Einordnung und Austausch. Die CDU Künzell nutzte den Abend, um mit Mitgliedern und interessierten Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen und den Blick auf politische Herausforderungen der Zukunft zu richten. Im Anschluss waren alle Gäste zum traditionellen Fischessen eingeladen.

Im Zentrum des Abends stand der Vortrag von Leopold Born. Der Generalsekretär dankte für die Einladung. Mit Blick auf seinen dicht getakteten Tag sagte er: "Ich wollte eigentlich meine Rede damit beginnen, zu erzählen, dass das meine erste Rede zu einem politischen Aschermittwoch ist. Dann wurde unser Innenminister krank und ich durfte ihn eben in Bruchköbel vertreten. Deswegen ist es jetzt die zweite Rede in meinem Leben zum politischen Aschermittwoch." Über den Ort des Abends sagte Born: "Umso schöner, dass ich die hier in Künzell verbringen darf und deswegen vielen Dank für die Einladung."

Borns Einordnung: Zuversicht und Rückenwind

Born blickte auf Ergebnisse und Ausgangslagen: "Ich habe mir die Wahlergebnisse mal angeschaut … beim letzten Mal 46 Prozent. 2016 war es noch mehr … 2021 war das Jahr, in dem wir als Union nicht mal mehr in der Lage waren, uns auf einen Kanzlerkandidaten ordentlich zu einigen." Zugleich formulierte er Anspruch und Optimismus: "Deswegen finde ich, haben wir allen Grund zuversichtlich zu sein, dass diese Kommunalwahl wesentlich erfolgreicher werden wird. Wir haben nicht nur Rückenwind aus Wiesbaden, sondern wir haben auch Rückenwind aus Berlin."

Mit Blick auf die Parteispitze betonte Born: "Es ist das Verdienst von Friedrich Merz, dass wir uns personell, organisatorisch und inhaltlich neu aufgestellt haben und er hat die CDU in die Lage versetzt innerhalb kürzester Zeit wieder Verantwortung zu übernehmen."

CDU-Hessen: 80 Jahre Geschichte – Fulda als "Herzkammer"

Born ordnete den Aschermittwoch auch historisch ein: "Die CDU‑Hessen ist im letzten Jahr, 2025, 80 Jahre alt geworden." Die Region spiele darin eine Schlüsselrolle: "Die Region Fulda ist die Herzkammer der hessischen Christdemokratie." Er empfahl den neuen Historienfilm und die Chronik: "Den Historienfilm will ich Ihnen also ans Herz legen."

Kommunalpartei Nr. 1: Arbeit vor Ort als Grundlage

Die CDU sei aus kommunaler Stärke gewachsen: "Die Union war immer eine Sammelbewegung. Die wichtigste Ebene bei der CDU sind die Aktivität, die Verbände, die Mitglieder vor Ort." Für die kommenden Wochen leitete Born ab: "Die Kommunalwahl ist die Grundbedingung dafür, dass wir auch im Land und im Bund erfolgreich sind." Sein Fazit: "Wir sind die Kommunalpartei Nummer 1."

Drei Ks für den Wahlkampf: Kompass, Kampagne, Kandidaten

Born beschrieb den Ansatz der Union mit drei "K": Programm‑Kompass, Kampagne und Kandidaten. Zur Kampagne sagte er mit Blick auf das 24/7‑Motiv: "Unsere Kandidatinnen und Kandidaten 24/7, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche im Einsatz sind." Das stehe für Einsatz in Beruf, Familie, Ehrenamt – und Politik "unter inzwischen widrigsten Bedingungen".

Bundespolitik, Migration, Wirtschaft: klare Positionen

In bundespolitischen Fragen setzte Born Akzente: "Friedrich Merz hat in den ersten neun Monaten seiner Amtszeit mehr außenpolitisch erreicht, als Olaf Scholz in nur dreieinhalb Jahren Amtszeit." In der Migrationspolitik konstatierte er: "Die illegale Migration ist deutlich zurückgegangen. 50 Prozent im Jahresvergleich. Die Grenzen sind wieder gesichert. Der Familiennachzug ist gestoppt. Die Abschiebeoffensive läuft."

Wirtschaftspolitisch warb er für Entlastungen: "Die Union hat einen Comebackplan für die deutsche Wirtschaft. … Zum 01.01.2026 wurde die Gastronomie mit 12 Prozent entlastet." Leitmotiv: "Wir schaffen das. War gestern. Wir machen das. Ist heute."

Debattenkultur und Mitte der Gesellschaft

Born plädierte für offene Diskussionen: "Die Mitte muss die Probleme wieder offen diskutieren. Die CDU wird die Probleme wieder offen diskutieren." Demokratie scheitere "nicht an zu viel Reden, sondern an zu viel Schweigen". Ziel sei "eine echte Meinungsvielfalt in der Mitte der Gesellschaft".

Der Generalsekretär war an diesem Abend bei mehreren Veranstaltungen zu Gast: Vor Künzell sprach er in Bruchköbel (17:30–18:00 Uhr), später in Eiterfeld (20:30–22:00 Uhr). Nach dem offiziellen Teil lud die CDU Künzell zum Fischessen ein. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, den Abend bei persönlichen Gesprächen und politischem Austausch ausklingen zu lassen. (mmb) +++

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