Geschlossenheit und klare Kante

Rhein und Hagel stimmen CDU auf Wahlkampf ein - Breitseite gegen die Grünen

Boris Rhein (CDU, l), Ministerpräsident von Hessen, und Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, nehmen am politischen Aschermittwoch der CDU Baden-Württemberg teil.
Foto: picture alliance/dpa | Marijan Murat

18.02.2026 / FELLBACH - Kritik und klare Kante: Beim Politischen Aschermittwoch der CDU Baden-Württemberg in Fellbach nutzten die Spitzenpolitiker Boris Rhein und Manuel Hagel die Bühne vor dem Stamm- und Bierzeltpublikum, um ihre Botschaften im Vorfeld der Landtagswahl am 8. März zu schärfen. In einer Mischung aus Wahlkampfauftakt, politischem Schlagabtausch und klassischem Stammtisch-Humor setzten sie in ihren Reden markante Akzente gegen die politischen Mitbewerber - allen voran die Grünen. Die Veranstaltung wurde über YouTube übertragen.


Scharfe Kritik von Rhein an den Grünen und Wahl als Richtungsentscheidung

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein nutzte seinen Auftritt in Fellbach für eine punktgenaue Kritik an den Grünen und ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir. Er wetterte gegen das, was er als Bevormundung und Verbotskultur beschreibt - und verband dies mit gezielten Formulierungen: "Die Leute haben die Nase voll von grünen Bevormundungen, von grünen Verboten und besonders von der grünen Besserwisserei." Diese Aussagen unterstrichen seine Botschaft, dass bei dieser Landtagswahl eine grundlegende Entscheidung zwischen Freiheit und staatlicher Regulierung stehe. Rhein sparte dabei nicht mit bissigen Seitenhieben: Er nahm Özdemirs Wahlplakate und seinen Slogan "Sie kennen ihn" aufs Korn und setzte nach: "Wer von uns würde denn gerne auf sein Plakat die Grünen schreiben?" und "Die Bauern kennen ihn", sagte Hessens CDU-Landesvater - mit Verweis auf Kritik an Özdemirs Amtszeit als Bundesagrarminister und den Streit um den Agrardiesel.

Auch bei einem augenzwinkernden Seitenhieb zeigte Rhein seinen Stil: "Aber was erwartet man von jemandem, dessen einzige Pflanze, die er jemals gepflanzt hat, eine Hanfpflanze gewesen ist?" - eine Spitze, die das Publikum im typischen politischen Aschermittwoch-Ton aufnahm. Mit solchen Formulierungen stellte Rhein nicht nur die Politik der Grünen infrage, sondern betonte zugleich den Wahlkampfcharakter des Ereignisses: Die CDU positioniere sich als Partei der Freiheit und gegen Verbots- und Bevormundungspolitik - ein klarer Appell an konservative und wirtschaftlich orientierte Wähler.

Hagel mit Zukunftsvision und struktureller Kritik für Baden-Württemberg

Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, verknüpfte in seiner Rede landespolitische Themen mit einer grundsätzlichen Kritik an einem System, das seiner Ansicht nach den Südwesten benachteiligt. Besonders der Länderfinanzausgleich stand im Fokus: Der 37-Jährige bezeichnete ihn als ungerecht gegenüber Baden-Württemberg und forderte verbindliche Reformen. Dabei prägte er ein eingängiges Schlagwort seiner Botschaft: "Geld nur gegen Reformen." Hagel illustrierte seine Kritik mit einem bildhaften Vergleich: In 2025 habe Baden-Württemberg laut seinen Angaben rund fünf Milliarden Euro in den Finanzausgleich eingezahlt - das entspreche umgerechnet "30 Maß Bier pro Einwohner", was niemand konsumieren könne. Diese rhetorische Pointe machte den finanziellen Druck auf den Südwesten plastisch.

Zudem kritisierte der CDU-Spitzenkandidat, dass Bürger seines Landes für Betreuungs- und Bildungskosten zahlen müssten, während diese andernorts kostenlos seien - was seiner Ansicht nach die Wettbewerbsfähigkeit des Südens gefährde und politischen Reformbedarf signalisiere. Auch Hagel nutzte die zünftige politische Atmosphäre für einen selbstbewussten Blick nach vorn: Er betonte die historische Bedeutung der CDU als gestaltende Kraft im Land und rief zu Mobilisierung und Geschlossenheit auf - gerade im Angesicht der bevorstehenden Wahl. (ms) +++

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