CDU zeigt Kante beim Karnevalskehraus

Wingenfeld: "Bollwerk gegen Extremisten von Links und Rechts!"

Karnevalskehraus in Hohenroda-Wehrda am Dienstagabend.
Fotos: Marvin Hucke

18.02.2026 / HAUNETAL - Wie jedes Jahr lud die CDU Haunetal auch in diesem Jahr wieder zu ihrem traditionellen Karnevalskehraus, dieses Mal in der Schreinerei Stuckardt im Ortsteil Wehrda. Die Union zeigte sich dabei kämpferisch, geschlossen und hungrig: Hungrig auf einen starken Wahlkampf und auf den vielfach geschätzten Heringssalat mit regionalen Kartoffeln, der traditionell zum Karnevalskehraus gereicht wird.


Närrischer Auftakt mit Lokalpatriotismus

Den Auftakt machte Marius Tegel, der den Saal mit einigen kurzen Büttenreimen auf Betriebstemperatur brachte:
"Fulda glänzt mit Barock und Stil – Haunetal mit viel Gefühl", rief Tegel in die Runde und eröffnete damit den Abend in klassisch-karnevalistischer Manier. Der Ton war heiter – das Ziel zugleich klar: Rückenwind sammeln für die kommenden Wahlkampf-Wochen.

Lübeck: "Wir sind als Region nur stark, wenn wir zusammenhalten"

Im Anschluss schlug Haunetals Bürgermeister Timo Lübeck (CDU) die Brücke vom Brauchtum zur Politik. Er warb für Geschlossenheit und eine "starke Stimme" im ländlichen Raum: "Wir sind als Region nur stark, wenn wir auch zusammenhalten", betonte Lübeck und gab sich betont kampfeslustig. Mit Blick auf den Endspurt bis zur Wahl stellte er klar: "Wir haben noch 25 Tage, um für starke Ergebnisse zu kämpfen."

Inhaltlich ging Lübeck vor allem auf die kommunalen Rahmenbedingungen ein. Steigende Belastungen seien auch in den vergangenen Kreishaushalten spürbar gewesen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass aus seiner Sicht wirtschaftliches Wachstum Voraussetzung dafür sei, dass Bund und Länder die Kommunen wieder besser ausstatten können.

Für Haunetal selbst zog der Bürgermeister eine überwiegend positive Bilanz: In der Gemeinde habe man vieles vorangebracht – von geordneten Jahresabschlüssen über gebildete Rücklagen bis hin zum Abbau von Altfehlbeträgen. Die Lage sei "herausfordernd, aber geordnet". Lübeck kündigte an, die konstruktive Zusammenarbeit in der Gemeinde fortsetzen zu wollen und nannte konkrete Aufgaben, die anstünden: Darunter das Thema Radwege, sowie die Sicherung von Trinkwasser- und Abwasserinfrastruktur. Sein Appell zum Schluss: "Lasst uns für ein gutes Ergebnis kämpfen – für eine starke CDU und ein starkes Land."

Wingenfeld: Mehr Demut, mehr Sicherheit – und klare Grenzen

Als Hauptredner des Abends sprach anschließend Dr. Heiko Wingenfeld, Oberbürgermeister der Stadt Fulda. Er erinnerte zunächst an die historische Verwobenheit der Region und machte deutlich, dass Fulda den umliegenden Gemeinden viel zu verdanken habe. Dann weitete er den Blick auf die großen Aufgaben der Gegenwart: "Wir haben jede Menge Aufgaben vor uns, damit unsere Heimat – vor allem auch der ländliche Raum – lebenswert bleibt."

Wingenfeld warb für eine Politik, die Vertrauen durch Handeln rechtfertigt: "Die Politik lebt davon, das Vertrauen, das man ihr mit der Wahl gibt, durch aktives Handeln zu erwidern." Gleichzeitig mahnte er zu mehr Realismus: "Etwas mehr Demut würde uns in der Politik guttun", sagte er – und verwies darauf, dass sich nicht alles so schnell ändern lasse, wie viele es sich wünschten.

Deutlich wurde Wingenfeld bei Sicherheits- und Ordnungsthemen. Kriminalität verlagere sich zunehmend ins Internet; er zeigte sich "empört", dass bis heute keine IP-Adressen gespeichert würden, um Verbrechen rasch und effizient aufklären zu können – das sei aus seiner Sicht längst überfällig. Auch die Dauerbeschallung junger Menschen durch soziale Medien sehe er kritisch; er begrüßte, dass Hessen mit einem Handyverbot an Schulen vorangegangen sei, weil Konzentration und Leistungsfähigkeit der jungen Generation in den letzten Jahren deutlich gelitten hätten.

Mit Blick auf die Finanzlage beschrieb Wingenfeld die schwierige Situation vieler Kommunen: Schrumpfende Einnahmen und explodierende Kosten. Seine Konsequenz: "Der Staat hat nicht mehr Geld. Wir müssen so ehrlich sein, uns zu fragen, was wir uns leisten können – und was nicht." Dazu gehöre auch mehr Eigenverantwortung: "Weniger versprechen und mehr halten", zitierte er Boris Rhein (Hessischer Ministerpräsident und Vorsitzender der CDU Hessen) – und fragte zugleich: "Bevor wir nach dem Staat rufen – was können wir selbst leisten?"

Auch die gesundheitliche Versorgung nannte er als zentrales Zukunftsthema und zollte den Beschäftigten im Gesundheitswesen "höchsten Respekt". In der Migrationsfrage formulierte Wingenfeld eine Linie, die Integration und Grenzen verbindet: Willkommen sei, wer Leistung erbringe, die Sprache lerne und Steuern zahle – zugleich brauche es "klare Grenzen bei illegaler Migration".

Seinen politischen Schlusspunkt setzte der Fuldaer Oberbürgermeister mit einer drastischen Positionsbestimmung: Die CDU sei das "Bollwerk gegen Extremisten von links und rechts" und stehe für die demokratische Mitte – mit Kandidatinnen und Kandidaten, die diese Mitte in den Kommunen stärken sollen.

Heringssalat und bürgerlicher Diskurs

Für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die im Anschluss noch das persönliche Gespräch mit den Kandidatinnen und Kandidaten suchten, wurde der Abend schließlich mit einem echten Klassiker kulinarisch abgerundet – traditioneller Heringssalat mit feinsten, regionalen Kartoffeln. (Marvin Hucke) +++

X