Erstes Nutztier in Friedewald gerissen
Wölfin "GW4868f" sorgt für vermehrte Wolfsnachweise - ist sie sesshaft?
Foto: Fallenaufnahme Gemeinde Ludwigsau
18.02.2026 / REGION HEF-ROF -
In mehreren Gemeinden des Kreises Hersfeld-Rotenburg mehren sich seit Monaten die Hinweise auf eine Wölfin, die offenbar im Gebiet unterwegs ist und mehrfach Wildtiere sowie zuletzt ein Nutztier gerissen hat. Das teilte das Wolfszentrum Hessen (WZH) jetzt mit.
Nach Angaben der Fachstelle wurden im Bereich Bad Hersfeld, Friedewald und Heringen (Werra) seit Beginn des Monitoringjahres am 1. Mai 2025 auffällig viele Wolfsnachweise dokumentiert. Genetische Untersuchungen hätten ergeben, dass vier der gemeldeten Wildtierrisse auf die Wölfin GW4868f zurückgehen.
Am 29. Dezember 2025 kam es zudem in Friedewald zu einem bestätigten Angriff auf ein Nutztier – auch hier wurde die gleiche Wölfin genetisch nachgewiesen.
Wölfin könnte ab März als "sesshaft" gelten
Sollte es nach dem 17. März 2026 einen weiteren genetischen Nachweis geben, würde die Fähe nach bundesweit gültigen Standards als sesshaft gelten. Das würde bedeuten, dass sie sich über einen längeren Zeitraum im Landkreis aufhält und möglicherweise ein Territorium gebildet hat.Hinweise melden – diese Wege gibt es
Sichtungen & allgemeine Beobachtungen:https://monitoring.wolfszentrum.hessen.de/login
Verdacht auf Riss bei Wild- oder Nutztieren:
Wolfshotline 0611 32 57 2000 (Mo–So, 8–16 Uhr)
Außerhalb der Hotline-Zeiten:
Ehrenamtliche Wolfsberater der Region über https://wolfszentrum.hessen.de/
Das WZH empfiehlt außerdem, die Wolfshotline direkt im Handy abzuspeichern, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.
Behörde warnt vor Fehlinformationen in sozialen Netzwerken
In den vergangenen Monaten sind in verschiedenen Social-Media-Gruppen immer wieder Berichte über angebliche Wolfsvorfälle im Kreis kursiert – oft ohne nachvollziehbare Quellen. Das Wolfszentrum stellt klar: "Wir möchten nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir in keinerlei Kontakt zu privat geführten Social-Media-Gruppen auf Facebook oder WhatsApp stehen und auch von keiner dieser Gruppen Informationen weitergeleitet bekommen."In mehreren Fällen seien "Vermutungen als gesicherte Fakten dargestellt" oder sogar "gezielt falsche Informationen" verbreitet worden. Die Fachstelle appelliert: "Wir ermutigen alle Beteiligten und interessierten Bürger, solche Informationen stets kritisch zu hinterfragen und sich nicht von unbewiesenen Behauptungen beeinflussen zu lassen."
Beratung für Weidetierhalter
Für Landwirte bleibt die Frage des Herdenschutzes zentral. Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) bietet hierzu kostenlose Beratungen an – telefonisch und auf Wunsch auch vor Ort. Ansprechpartner sind: Alexander Henz, Tel. 06631 786126, alexander.henz@llh.hessen.de und Arnd Ritter, Tel. 0561 7299262, arnd.ritter@llh.hessen.de. Weitere Informationen stehen online auf der LLH-Seite unter Herdenschutz zur Verfügung. (mmb/pm) +++