Das sind die Termine

Hutzelfeuer 2026 – Geschichte des osthessischen Brauchs

Was steckt hinter dem Hutzelfeuer? Hier ein Foto aus Petersberg-Steinhaus.
Archivbild: O|N / yowe

19.02.2026 / REGION - Wenn sich in den Dörfern rund um Fulda und in der Rhön nach dem Jahreswechsel meterhohe Holzstapel auftürmen, dann ist schnell klar: Es ist wieder Zeit für’s Hutzelfeuer! Das Hutzelfeuer, traditionell entzündet am ersten Sonntag der Fastenzeit, markiert symbolisch das Ende des Winters – und gehört zu den wohl bekanntesten Traditionen Osthessens.



Der Name leitet sich von ‚Hutzeln‘ ab; getrockneten Birnen oder Zwetschgen, die früher als Wintervorrat für die dunkle Jahreszeit dienten. Im übertragenen Sinne steht "Hutzel" dabei umgangssprachlich für das Alte und Vertrocknete – genau das wird im Feuer symbolisch verabschiedet.

Seinen Ursprung hat der Brauch vermutlich in vorchristlichen, keltisch-germanischen Frühlingsritualen. Anders als das kirchlich geprägte Osterfeuer steht das Hutzelfeuer aber nicht im Zeichen der Auferstehung, sondern der Winteraustreibung.

Es ist somit vermutlich deutlich älter als Feste wie etwa Weihnachten und geht demnach auf eine jahrtausendealte Tradition zurück. Vielleicht ist das Hutzelfeuer damit sogar einer der ältesten Bräuche, der im Stampfen und Trampeln der Geschichte auch bis heute noch gemeinschaftlich zelebriert wird.

Hurra, der Hutzel-Abend ist nun da!

Schon Wochen im Voraus sammeln verschiedenste Vereine, Freiwillige Feuerwehren und Jugendliche Holzreste, Stroh und Zweige für das bevorstehende Feuer und oft entsteht dabei zugleich ein regelrechter Wettbewerb zwischen Dorfgemeinschaften, wer denn das größte und eindrucksvollste Feuer zustande bringen konnte. Auch Tannenbäume, die nach Weihnachten entsorgt werden, landen traditionell auf dem Hutzelfeuer. Viele Freiwillige Feuerwehren bieten im Neuen Jahr dazu einen ‚Tannenbaum-Service‘ an – am Straßenrand platzierte Tannenbäume werden kostenlos eingesammelt und anschließend ein Teil des Hutzelfeuers. Häufig – aber nicht immer – thront auf dem Holzberg als Krönung außerdem eine Strohpuppe, die sogenannte ‚Hutzelhexe‘. Auch mit ihrem Verbrennen soll der Winter vertrieben und dem Frühling Platz gemacht werden.

Wenn dann der Hutzel-Abend gekommen ist, versammeln sich die Dörfer und Stadtteile: Kinder mit Fackeln, ältere Dorfbewohner, ganze Familien kommen zusammen – ein gemeinsamer Moment, der Generationen verbindet. Trotz moderner Auflagen zu Umwelt- und Brandschutz bleibt das Hutzelfeuer vor allem eines: Ein Fest der Gemeinschaft und eines der ältesten Brauchtümer in Osthessen. (Marvin Hucke) +++

Ihr Interesse am Brauchtum des Hutzelfeuers wurde geweckt? Sie fragen sich, wo denn dieses Jahr in Ihrer Nähe ein Hutzelfeuer abgehalten wird? Hier haben wir eine umfangreiche Auflistung aus der Region Fulda für Sie zusammengestellt:

Samstag, 21. 2.:

Sonntag, 22.2.:

Ihre Veranstaltung ist noch nicht in der Liste aufgeführt? Lassen Sie es uns wissen – Sie erreichen die Redaktion von OSTHESSEN|NEWS jederzeit wie üblich unter: redaktion@osthessen-news.de. +++

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