"Ich habe richtig Spaß im Job"

Von Wasserversorgung bis Ü-90-Geburtstage: Hohnsteins erste 100 Tage

Hosenfelds Bürgermeister Frederik Hohnstein: "Ich habe richtig Spaß im Job"
Fotos: Moritz Pappert

12.02.2026 / HOSENFELD - Es war ein eindeutiges Ergebnis und für viele sicher überraschend: Frederik Hohnstein (parteiunabhängig) gewann die Bürgermeisterwahl in Hosenfeld (Landkreis Fulda) im Mai 2025 mit 59,59 Prozent. OSTHESSEN|NEWS hat den 42-jährigen Nachfolger von Peter Malolepszy (CDU) nach 100 Tagen im Amt im Rathaus besucht. Eines wird dabei deutlich: Die Entscheidung, Bürgermeister werden zu wollen, hat er keinesfalls bereut.


"Die ersten Tage waren gut. Ich habe richtig Spaß im Job. Es ist zwar stressig als Bürgermeister, aber das weiß man ja vorher. Manchmal sind es längere und manchmal kürzere Tage, meistens geht es aber länger", erklärt Hohnstein. Dass der Diplom-Geograph nun auch am Wochenende arbeiten muss, stört ihn nicht, im Gegenteil. "Das genieße ich, da gibt es immer guten Kuchen auf den runden Geburtstagen", sagte der 42-Jährige schmunzelnd.

Das ist auch etwas, was für den neuen Bürgermeister eine besonders positive Erfahrung ist. "Es macht mir richtig Spaß, auf die Geburtstage zu gehen. Bisher kannte ich wenige Ü-90-Jährige. Das ist total spannend, welche Lebensgeschichte die haben und wie fit die teilweise sind. Das finde ich bewundernswert", so Hohnstein. Negative Überraschungen hingegen habe er bisher keine in seiner Zeit als Bürgermeister erlebt.

Frischer Wind in der Verwaltung

Besonders lobenswert sei auch die Arbeit in den Gremien. "Ich merke schon, dass man einen Gestaltungsspielraum hat. Wenn man sich ein intelligentes Konzept dahin sucht, gibt es Möglichkeiten, Mehrheiten zu finden. Die Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung ist konstruktiv. Es wird sich parteiübergreifend für die Gemeinde eingesetzt", freut sich Hohnstein.

Die Themen, die die Gemeinde derzeit bewegen, sind vielfältig. "Wir haben in verschiedenen Ortsteilen Probleme mit der Wasserversorgung. Wir schauen derzeit, ob wir das bestehende System optimieren können, bevor wir viel Geld für ein neues in die Hand nehmen. Solche Themen treiben mich um", macht er deutlich. Für das Jahr 2026 habe er 17 Projekte auf dem Plan, die er angehen will. Darunter auch der Tag der Regionen oder Platzprobleme in der Kita. "Das sind teilweise Dinge, die müssen wohl überlegt sein, weil sie jahrzehntelang die Gemeinde prägen werden", ist sich Hohnstein bewusst.

Der junge Bürgermeister hat in seinen ersten 100 Tagen auch die Verwaltung etwas umgekrempelt und modernisiert. "Wir haben einen Instagram-Kanal eingeführt. Die Mitarbeiterinnen, die sich darum kümmern, machen das gerne und erfahren dadurch eine Wertschätzung. Und die Arbeitszeiten habe ich aufgelockert und mehr Flexibilität eingeführt. Das ist einfach zeitgemäß", erklärt der 42-Jährige.

Und genau mit diesem frischen Wind, innovativen Ideen und Tatendrang will Hohnstein die Gemeinde Hosenfeld weiter in die Zukunft führen. (Moritz Pappert) +++

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