"Wir liegen super im Zeitplan"

Spielplatz-Neubau, Kiosk-Abriss: Viele To-dos für die Landesgartenschau 2027

Schotten ist mit zehn weiteren Orten Austragungsort der Landesgartenschau in 2027.
Fotos: Luisa Heinz

15.02.2026 / SCHOTTEN - Großprojekt für Schotten im Vogelsbergkreis: Mit zehn anderen Ortschaften ist die Stadt im nächsten Jahr vom 22. April bis 3. Oktober Ausrichter für die Landesgartenschau. Schotten ist dabei einer der vier Hauptaustragungsorte. Und das heißt natürlich auch: Es gibt viel zu tun. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, denn in diesem Jahr sollen im besten Fall alle Arbeiten abgeschlossen sein.



"Wir haben am Anfang gar nicht gedacht, dass dieses Projekt in interkommunaler Zusammenarbeit so umfangreich ist", sagt Schottens Bürgermeister Benjamin Göbl im OSTHESSEN|NEWS-Interview. Trotzdem lobt er die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus dem Wetteraukreis. Neben Schotten sind Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain, Nidda, Ortenberg und Ranstadt weitere Akteure für die Landesgartenschau. Dabei gibt es vier Hauptveranstaltungs- und sieben Nebenveranstaltungsorte. "Alles zu vernetzen ist schon eine große Aufgabe."

Da muss in Sachen Mobilität alles gut geplant sein: Eine gewisse Vernetzung besteht bereits durch die Bahn. Für die Landesgartenschau soll es zudem geänderte Fahrpläne im gesamten ÖPNV geben, um das Angebot für die Besucher attraktiver zu machen. Radwege sind ebenfalls ein Thema: "Wir sind da schon ziemlich gut vernetzt. Es wird aber noch den ein oder anderen Lückenschluss geben", so Göbl. Parkplätze für den Individualverkehr gibt es in Schotten genug, der Campingplatz am Stausee verfügt außerdem über einige Wohnmobilstellplätze.

Kiosk wird kommende Woche abgerissen

Apropos Stausee: Auf diesem soll das Hauptaugenmerk gelegt werden. "Er ist in den letzten Jahren ein bisschen in Vergessenheit geraten - man hat sich immer sehr auf den Hoherodskopf konzentriert." Der Stausee bietet aber eine traumhafte Kulisse, wie es für eine Landesgartenschau wohl nicht besser sein könnte. Ein vielfältiges Gastronomie-Angebot ist bereits vorhanden, nun werden weitere Möglichkeiten erarbeitet, um den Stausee attraktiver zu gestalten. Dazu gehören zwei große Projekte: die Neugestaltung des Spielplatzes und der Abriss und der damit einhergehende Neubau des Kiosks mitsamt öffentlichen Toiletten.

Der Kiosk, der bis Oktober noch betrieben wurde, wird in der kommenden Woche abgerissen. "Er ist überaltert, nicht barrierefrei. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um hier etwas zu tun", ist sich der Bürgermeister sicher. "Wir überarbeiten das gesamte Konzept", so Göbl. In diesem Zuge spricht er von einer großräumigen Verkaufsfläche, einer anständigen Ausgabe und Außensitzplätzen.

Auch die Geräte des Spielplatzes über dem Stausee sind zum großen Teil aus den 70er-Jahren. Hier soll ebenfalls Hand angelegt werden: "Wir hatten erst an einen Wasserspielplatz gedacht. Doch aufgrund der hohen Trockenheit und der Problematik des Wassertransports ins Ballungsgebiet haben wir uns dagegen entschieden." Das neue Konzept verspricht einen Abenteuerspielplatz, der zu zwei Dritteln neu gestaltet werden soll und bei dem das Thema Inklusion eine Rolle spielt.

Grundwasser-Abtransport wird thematisiert

Natürlich soll das Thema Grundwasser und der Abtransport ins Rhein-Main-Gebiet auch bei der Landesgartenschau in Schotten Platz finden. Beispielsweise mit dem "Erlebnisweg Flusslauf Nidda". Mit drei Brunnen der OVAG soll das Thema in verschiedenen Bereichen dargestellt werden. "Es geht darum, wie das Wasser entsteht, wie es abtransportiert wird, wie der Transport die Landschaft verändert." Von der OVAG hat die Stadt Schotten eine alte Travo-Station zur Verfügung gestellt bekommen. In den Räumlichkeiten soll das Thema in einer Ausstellung ebenfalls nach dem Motto "Grundwasser lebt!" thematisiert werden.

Kultur im Altenburg-Park

Neben dem Stausee ist der Hauptveranstaltungsort in Sachen Kultur der Altenburg-Park inmitten der Altstadt. Eigentlich war dies aber anders geplant. "Echzell hat sich jedoch ein bisschen zurückgezogen. Im Rahmen der Kommunen wurde also noch ein weiterer Ort gesucht, wo Kulturveranstaltungen - Lesungen, Konzerte - stattfinden können. Die Stadt Schotten war somit schnell im Boot und hat den Park zur Verfügung gestellt und ist aktuell dabei, ein buntes Programm in die Stadt zu holen. "Im Park müssen jetzt noch Toiletten errichtet werden."

Ein weiterer Punkt auf der To-do-Liste, die in diesem Jahr weitestgehend abgeschlossen werden soll. "Damit wir noch ein wenig Puffer haben für nächstes Jahr", so Göbl. Dazu gehört auch die Sanierung des Radwegs R4. Der Radweg führt auf einer Länge von insgesamt etwa 14,5 km durch das Gebiet der Großgemeinde Schotten. Fünf Teilabschnitte des Radweges mit einer Gesamtlänge von insgesamt ca. 1.700 m sind stark sanierungsbedürftig und werden in diesem Zuge nun erneuert.

Es gibt also noch viel zu tun, "die Zeit rennt". Jedoch liege die Stadt mit allen Arbeiten gut im Zeitplan. Und auch über die finanzielle Situation sind die Angst- und Sorgenfalten deutlich weniger geworden. "Anfangs war es problematisch", gibt Göbl zu. "Man hatte das Projekt in 2021 geplant. Anhand der Machbarkeitsstudie sind wir aber von anderen Zahlen ausgegangen." Denn schnell war klar, dass man bei so vielen Kommunen mit vier Leuten in der GmbH nicht hinkommt. "Wir mussten uns neu aufstellen, so hat die Finanzierung nicht mehr gepasst und man hat viel von den Kommunen holen müssen." Das habe auch die Stadt Schotten getroffen. Durch Förderungen des Landes ist "die Anfangsangst, dass wir es finanziell nicht schaffen, deutlich gesunken", so Bürgermeister Göbl zufrieden. (Luisa Heinz) +++

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