WM-Kampf im Bridgerweight
Artur Mann siegessicher: "Um mich zu überraschen, muss was passieren"
Fotos: Andre Söllner
05.02.2026 / BAD HERSFELD -
Am Samstag fliegen in der Bad Hersfelder Schilde-Halle erneut die Fäuste. Bei "I HEF a Dream 2" tritt Profiboxer Artur Mann um den Weltmeistertitel im Bridgerweight des Verbandes WBF an. Sein letzter Kampf. Seine letzte Chance, noch einen Titel abzuräumen. Und wie er auf der Pressekonferenz am Donnerstagabend in der Hersfelder City-Galerie sagte, ist der 35-Jährige siegessicher.
Artur Mann: Zweiter WM-Titel in Bad Hersfeld möglich
An dieser Stelle werfen wir einen Blick zurück, genauer gesagt in den November 2024. Damals fand die erste Auflage des Box-Spektakels in der Schilde-Halle statt und begeisterte rund 1.000 Zuschauer. Die Halle brodelte und pulsierte, als Mann in seiner Heimatstadt in der siebten Runde den Rumänen Mihai Desrobitu auf die Bretter schickte. Sieg durch K.O., anschließend streckte er unter lautem Jubel die WBF-Cruiserweight-Championship in die Höhe. Ein Moment mit Gänsehautfaktor – der sich am Samstag für Mann gerne wiederholen dürfte. Auch diesmal geht es um einen Weltmeistertitel. Kampf gegen Gregory Garcia in höherer Gewichtsklasse
Der Gegner: Gregory Garcia aus Kolumbien. Geboxt wird allerdings im sogenannten Bridgerweight, der Gewichtsklasse bis 101,6 Kilogramm. Garcia ist 34, gab sein Profidebüt in 2022 und bestritt seitdem 16 Kämpfe. Seine Bilanz: zwölf Siege bei drei Niederlagen und einem Unentschieden. Doch Mann lässt sich von seinem Kontrahenten nicht beeindrucken, wie er auf der Pressekonferenz sagte: "Ich freue mich extrem auf den Kampf und bin sehr gut vorbereitet. Ich schätze meinen Gegner als stark ein, doch ich brauche mich nicht zu verstecken." Und er fügte als Kampfansage hinzu: "Um mich zu überraschen, da muss schon was passieren." Vorbereitung mit Ex-Weltmeister Anthony Joshua
Um perfekt vorbereitet in den Kampf zu gehen, trainierte Mann einen Monat – neben seinem eigenen Training – mit Anthony Joshua. Dessen Vita könnte kaum eindrucksvoller sein: der 36-Jährige war zweifacher Weltmeister der Verbände WBA, IBF, WBO und IBO. 2012 sicherte er sich die Olympische Goldmedaille im Schwergewicht. Ein Trainingspartner auf Weltklasse-Niveau: "Ich war einen Monat Sparringspartner von Anthony und habe in dieser Zeit viel gelernt. Zusätzlich habe ich enorm viel Arbeit mit meinem Trainer in Hannover investiert", erklärte Mann auf der Pressekonferenz. Mann vs. Garcia: Kolumbianer lobt seinen Gegner
Und Gregory Garcia? Der zeigte sich erfreut, dass er am Samstag gegen Mann um den WBF-Bridgerweight-Titel in den Ring steigen darf. Für seinen Kontrahenten hatte er lobende Worte übrig: "Artur ist stark und sehr schnell, aber auch ich bin bestens vorbereitet. Unser Kampf wird wohl der beste des Abends", ließ er über seinen Übersetzer vermitteln. Ein Lokalmatador mit seinem ersten Titelkampf
Doch bei dem Event stehen noch weitere hochklassige Kämpfe auf dem Programm. Unter anderem mit Beteiligung eines Lokalmatadors. Insgesamt sind für den Abend sechs Kämpfe geplant, im Mittelgewicht tritt in einem WM-Kampf der WBF Domenik Arnold an. Der 21-Jährige wurde in Fulda geboren und hat die Möglichkeit, gegen den Kasachen Viktor Temirov seinen ersten Titel zu gewinnen. Und eines steht schon jetzt fest: einer der beiden Boxer wird die erste Niederlage seiner Karriere einstecken. Temirov gewann jeden seiner neun Fights, Arnold steht bei einer Bilanz von 5:0 Siegen.Sieben Jahre darauf hingearbeitet
"Das ist der größte Fight, den ich bisher hatte und etwas ganz Besonderes für mich. Ich wurde in Fulda geboren, meine Familie und viele Bekannte sind da. Eine Mega-Chance, um mich zu beweisen", sagte der 21-Jährige im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Das Besondere: Arnold gab sein Profidebüt erst im Jahr 2024 und trainiert seit Jahren auf einen solchen Kampf hin: "Klar ruht man sich nach einem Kampf mal aus, aber ich gebe seit sieben Jahren jeden Tag Vollgas. Jeder Schweißtropfen hat mich hierhin gebracht und Samstag wird sich zeigen, ob sich diese Arbeit ausgezahlt hat." Und die Nervosität? Die sei ein bisschen vorhanden. Dennoch zeigt sich der 21-Jährige selbstbewusst und möchte seinen ersten Titelgürtel in die Höhe strecken. Ein WM-Titel zum Abschluss der Karriere?
Und das möchte natürlich auch Artur Mann. Dessen Cousin und Mit-Veranstalter des Events, Waldemar Brenner, hofft ebenfalls auf einen Triumph für den 35-Jährigen: "Als Artur damals den Titel in die Höhe gestreckt hatte, das war ein geiler Moment. Hoffentlich wird Bad Hersfeld am Samstag doppelte Weltmeisterstadt." Damit das gelingt, bereitet sich Mann laut Gespräch mit O|N seit drei bis vier Monaten intensiv vor. "Ich bin ehrlich, ich bin froh, dass Samstag der Kampf ist. Ich kann kein Gym mehr sehen", verriet er lachend. Aber die Möglichkeit, vor heimischem Publikum zu gewinnen, motiviert ihn besonders: "Das gibt nochmal einen Extra-Push. Meine Familie und Freunde sind da, alle in der Halle stehen hinter mir." Moderator Ingo Rohrbach spricht von Gänsehautfaktor
Begleitet wird das Event am Samstag von Ingo Rohrbach. Der Bad Hersfelder hat sich als Sportjournalist und Ringsprecher deutschlandweit einen Namen gemacht, er leitete am Donnerstag durch die Pressekonferenz. Im persönlichen Gespräch mit O|N verriet er, was ihm das Event bedeutet: "Wenn ich hier jetzt darüber spreche, bekomme ich Gänsehaut. Der erste Box-Abend in Bad Hersfeld war gigantisch, die Halle war wie elektrisiert. Es ist ein tolles Gefühl, jetzt wieder hier zu sein." Artur Mann lernte der 54-Jährige übrigens durch Zufall kennen: "Wir waren damals, 2018 oder 2019, beide bei einem Event in Südafrika. Wir konnten es nicht glauben als der jeweils andere erzählt hat, dass er aus Bad Hersfeld kommt." Nur noch wenige Tickets verfügbar
Wer sich das Box-Spektakel nicht entgehen lassen möchte: laut Veranstalter Waldemar Brenner sind noch rund 100 Tickets für das Event verfügbar. Einlass in der Schilde-Halle ist am Samstag um 16 Uhr. Vorher prallen die Kämpfer allerdings schon beim offiziellen Wiegen zusammen. Dieses findet Freitag um 13 Uhr im Hersfelder Autohaus Krah&Enders statt, der Eintritt ist kostenlos. (Kevin Hildebrand) +++