Aus 26 Ländern

79 Personen feiern Einbürgerung in der Domstadt: Vielfalt sichtbar gemacht

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld würdigt die Leistungen der neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger.
Fotos: Stadt Fulda

05.02.2026 / FULDA - Viele Gäste erschienen festlich gekleidet - besonders Kinder wurden herausgeputzt -, denn es war wieder soweit: Die feierliche Übergabe der Einbürgerungsurkunden in Fulda stand an. Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld überreichten im Marmorsaal des Stadtschlosses die Urkunden an 79 Personen aus 26 verschiedenen Herkunftsländern. Besonders viele stammen aus Syrien (30 Personen), gefolgt von der Türkei und Somalia (jeweils fünf Personen).



Seit 1999 ist der Einbürgerungsempfang eine feste Tradition in Fulda: An zwei bis drei Terminen pro Jahr wird dieses besondere Ereignis gemeinsam mit den Neubürgerinnen und Neubürgern gefeiert.

Persönliche Geschichten schaffen Nähe

Traditionell erzählt jeweils eine Person im Namen aller Eingebürgerten ihre persönliche Lebensgeschichte. Diesmal sprach Anda Vasters, geboren in Südafrika und seit 14 Jahren in Deutschland lebend. Die Kinderärztin blickte in ihrer lebhaften und persönlichen Ansprache, die afrikanischen Gesang und Anekdoten enthielt, auf ihre Zeit in einem Krankenhaus in Soweto bei Johannesburg zurück, wo sie ihren deutschen Mann kennenlernte.

Sie schilderte auch ihre ersten Erfahrungen mit der deutschen Nationalhymne bei der Fußball-WM 2010: "Jetzt bin ich stolz, dass sich auch verstehe, was ich da singe", sagte Vasters. Ihr Weg nach Deutschland sei nicht einfach gewesen, angefangen bei der Vielfalt an Brotsorten bis hin zu Zungenbrechern wie "Wörzbörg". Gleichzeitig habe sie viel Unterstützung von Freunden und Bekannten erfahren.

An die Anwesenden gewandt, zitierte sie Nelson Mandela: "Freiheit ist nicht nur die Abwesenheit von Unterdrückung, sondern sie bedeutet auch die Verantwortung dafür, die Freiheit anderer zu respektieren und zu fördern."

Freiheit bringt Rechte und Pflichten

Stadtverordnetenvorsteherin Hartmann betonte: "Heute sagen sie Ja zu unserem Land und zu unseren Werten!" Sie erklärte, dass die Staatsbürgerschaft Rechte wie das Wahlrecht oder die Möglichkeit zur Mitarbeit als Schöffe mit sich bringt, gleichzeitig aber auch Pflichten und Engagement in demokratischen Strukturen fordert, etwa in Elternbeiräten, Vereinen oder Parteien.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld begrüßte die Gäste: "Sie haben bereits sehr viel geleistet auf dem Weg zur Erlangung der Staatsbürgerschaft." Er würdigte zudem die internationalen Einflüsse auf Fulda - von der Klostergründung durch Winfried-Bonifatius über italienische Barockbaumeister bis hin zu Firmengründern nach dem 2. Weltkrieg - und hob die Bedeutung von Integration hervor.

Seinen Dank richtete er besonders an Anda Vasters für ihren Vortrag und den Musikschüler Onrie-Ilay Bajrovic, der mit Werken von Clementi, Lucuona und Villa-Lobos für einen festlichen Rahmen sorgte.

Integration und Beteiligung leben

Der Empfang zeigte erneut, wie Integration, Vielfalt und Engagement in Fulda gelebt werden. Die Veranstaltung unterstreicht, dass Staatsbürgerschaft nicht nur ein Recht, sondern auch eine Verantwortung für die Gesellschaft bedeutet. (pm/Constantin von Butler) +++

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