Halle, Joggen, Schlitten und Schippen

Schnee stört die Vorbereitung: Fußballtrainer müssen viel improvisieren

SGB-Chefcoach Daniyel Cimen macht alles, um wieder richtig Fußball trainieren zu können
Fotos: Rene Kunze

05.02.2026 / FULDA - Für die heimischen Fußballer kommt der viele Schnee zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die meisten Vereine stecken mitten in der Vorbereitung auf die Restrunde. Doch mit Fußballspielen im Freien sieht es aktuell ziemlich mau aus. Bis zu 20 Zentimeter Schnee sind einfach zu viel.



"Fitnessstudio, Turnhallen und Soccerhalle sind derzeit unsere Trainingsorte. Das ist natürlich nicht ideal", sagt Daniyel Cimen. Der Trainer vom Regionalligisten SG Barockstadt muss wie seine Kollegen viel improvisieren. Es lasse sich aber nicht ändern. Er hofft, dass wenigstens das Vorbereitungsspiel bei den Würzburger Kickers ausgetragen werden kann. "Das ist aber auch noch nicht sicher. Auch in Würzburg hat es viel geschneit", sagt Cimen.

Und doch tut sich etwas: "Am Mittwochabend haben wir uns in der Johannisau getroffen, um gemeinsam den Schnee vom Kunstrasenplatz zu schieben", sagte der Coach. Von der ersten Mannschaft, der U23 bis zu den Junioren - rund 30 Jungs sind zusammengekommen. Gemeinsam zauberten sie das Grün des Kunstrasens zurück und wollen dort wieder richtig trainieren können.

Für alle Mannschaften der Region ist die Devise: "Kreativ sein!"

Ähnliches hatte auch die FSG Bebra vor. "Wir haben das probiert, doch der Schnee ist einfach zu hoch", sagt Maik Leidorf vom Kreisoberligisten FSG Bebra. Auch in der Eisenbahnerstadt gibt es einen Kunstrasenplatz. Auch der Trainer des Tabellenführers ist derzeit mehr ein Animateur als ein Fußballtrainer. Joggen, Schwimmen, Fitnessstudio sind auch für ihn die Varianten, um seine Jungs fit zu halten. Auch in Bebra hoffen die Kicker, dass es endlich taut und sie dann umgehend auf den Kunstrasen können. Drei Vorbereitungsspiele mussten wegen des Schnees bereits abgesagt werden.

Und auch in der Rhön bei der SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach wurde die Improvisationsfähigkeit der Trainer auf die Probe gestellt. Coach Sascha Fiedler hat sich eine sehr kreative Laufübung ausgedacht: "Wir haben zwei Laufteams gebildet und jedes hat einen Schlitten mit einem Spieler drauf angeschoben. Es ist alles besser als das eintönige Laufen." Geschlossen als Mannschaft ging es dann noch in die Fight Factory Fulda und es wurde ein kleiner Einstieg ins Kickboxen gegeben: "Anderthalb Stunden wurde mit Vollgas trainiert. Wir müssen uns einfach Körner holen und gut auf den Saisonstart vorbereiten."

"Wir brauchen ganz viel Flexibilität. Wir hätten alles gerne etwas verlässlicher, es ist wie durchhangeln von Einheit zu Einheit", erklärt der Trainer vom FSG Vogelsberg Kevin Steudter. Also musste auch dieses Trainerteam kreativ werden. "Wir hatten gestern eine Einheit auf dem Rasen. Es war so ein Mix aus Kopfschütteln und sich mit schwerem Fuß durch den Schnee zu schleppen." Wie die FSG weitermacht, weiß Steudter auch schon: "Wir müssen einfach weiter improvisieren und Abwechslung reinbringen."

Es gilt also für alle: kein normaler Trainingsbetrieb, schleppen durch den zentimeterhohen Schnee und Trainings in Soccerhallen. Wie es weiter geht, weiß keiner so recht. Auf jeden Fall sind es für alle Mannschaften die gleichen Bedingungen und bis es wieder losgeht, wird vermutlich keiner eine perfekte Wintervorbereitung durchgemacht haben. (nk/hhb)+++

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