Diagnose ein tiefer Einschnitt

Weltkrebstag: Früherkennung und moderne Therapien geben Hoffnung

Nach aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankt im Laufe des Lebens nahezu jede zweite Person an Krebs.
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04.02.2026 / REGION - Eine Krebsdiagnose ist für Betroffene meist ein tiefer Einschnitt. Oft stellt sie einen der größten Schocks, den ein Mensch erleben kann dar. Am 4. Februar, dem Weltkrebstag, steht daher nicht nur die Erkrankung selbst im Fokus, sondern auch ihre Folgen, neue Therapieansätze und vor allem die enorme Bedeutung der Früherkennung.



Nach aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankt im Laufe des Lebens nahezu jede zweite Person an Krebs.

Bei Männern liegt das Risiko bei rund 49 Prozent, bei Frauen bei etwa 43 Prozent im Verlauf des Lebens eine Krebsdiagnose zu erhalten. Gleichzeitig gibt es jedoch eine ermutigende Entwicklung: Dank moderner Diagnostik und stetig verbesserter Therapieverfahren ist die Sterblichkeit durch Krebserkrankungen in den vergangenen 25 Jahren deutlich gesunken.

Die häufigsten Krebsarten sind bei Männern weiterhin der Prostatakrebs, bei Frauen der Brustkrebs. An zweiter Stelle folgen bei beiden Geschlechtern der Darmkrebs sowie der Lungenkrebs, der nach wie vor überwiegend mit dem Tabakkonsum in Verbindung steht. Berücksichtigt man die zunehmende Alterung der Bevölkerung, zeigt sich ein klarer Fortschritt: Die altersbereinigte Krebssterblichkeit ist in den letzten 25 Jahren bei Männern um 31 Prozent, bei Frauen um 21 Prozent zurückgegangen. Diese Zahlen unterstreichen die Wirksamkeit moderner medizinischer Entwicklungen.

Zusammenhang mit Lebensstil und Umweltfaktoren

Krebs ist dabei keine einzelne Krankheit, sondern umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen. Viele Krebsarten treten vor allem im höheren Lebensalter auf oder stehen im Zusammenhang mit Lebensstil- und Umweltfaktoren. Gleichzeitig führt der medizinische Fortschritt dazu, dass Menschen heute deutlich länger leben. Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, die früher oft tödlich verliefen, sind heute vielfach gut behandelbar. Dadurch steigt zwar statistisch die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an Krebs zu erkranken, doch die Prognose für Betroffene verbessert sich kontinuierlich.

Fachleute gehen davon aus, dass die Zahl der Krebsneuerkrankungen weltweit bis 2050 aufgrund der steigenden Lebenserwartung zunehmen wird. Gleichzeitig erwarten Forschende jedoch, dass die krebsbedingte Sterblichkeit aufgrund des medizinischen Fortschritts bis dahin um mehr als fünf Prozent sinken könnte.

Vorsorge und Früherkennung

Zwei zentrale Bausteine spielen im Kampf gegen Krebs eine entscheidende Rolle: regelmäßige Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen sowie die Reduktion vermeidbarer Risikofaktoren. Dazu zählen insbesondere der Verzicht auf Tabak, ein maßvoller Umgang mit Alkohol und präventive Maßnahmen wie die Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV), die bestimmte Krebsarten verhindern kann. Der Weltkrebstag erinnert daran: Krebs ist heute in vielen Fällen früher erkennbar, besser behandelbar und häufiger heilbar als je zuvor. (Adrian Böhm) +++

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