Stadtverordnetenversammlung diskutiert

Sanierung, Neubau, Leerstand: Drängende kommunale Herausforderungen

Überblick über wichtige Themen und Entscheidungen der Stadtverordnetenversammlung am Montag.
Fotos: Martin Engel

04.02.2026 / FULDA - Am Montag herrschte Hochbetrieb im Fuldaer Stadtparlament: Die Stadtverordneten diskutierten zahlreiche Themen, während der Besucherbereich laut Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann (CDU) "besonders gut gefüllt" war - ein deutliches Zeichen für die Aufmerksamkeit, die die Sitzung auf sich zog.


Schwimmbäder in Fulda: Sanierungsbedarf deutlich

Die CDU-Fraktion brachte den Zustand der städtischen Schwimmbäder auf die Tagesordnung. Susanne Jobst (CDU) betonte die Bedeutung der Einrichtungen für Sport, Gesundheit und Schulen. Zugleich forderte sie einen klaren Überblick über bauliche und technische Mängel.

Bürgermeister Dag Wehner berichtete, dass das Freibad Rosenau zwar grundsätzlich in gutem Zustand sei, "aber altersbedingte Schwächen bestehen" und kurzfristige Modernisierungen nötig seien. Beim Sportbad Ziehers sei der Sanierungsbedarf deutlich größer. Wehner erklärte: "Neben der Lüftungsanlage müssen Beton und weitere technische Anlagen erneuert werden. Förderprogramme des Bundes und Landes können genutzt werden."

Rhönmöbel-Areal: Zukunft weiter offen

Am Horaser Weg 71 in Fulda steht nur noch die denkmalgeschützte Fassade der ehemaligen Rhönmöbelwerke. Jahrzehntelang zerschlugen sich Pläne für eine Neunutzung des Areals. 2024 hat die Stadt Fulda das Gebäude samt Grundstück übernommen, um die Entwicklung voranzutreiben.

Die Historie des Komplexes ist lang: Zunächst wurden hier Schuhstoffe und Holzbearbeitungsmaschinen produziert, später Wagenfabriken betrieben. Ab 1968 entstanden die Rhönmöbelwerke Albert Schönherr & Co. 2004 erwarb Aldi Süd einen Teil des Grundstücks, auf dem ein Supermarkt entstand, der Rest ging an die Fuldaer Werner Projektentwicklung GmbH.

Die künftige Nutzung ist weiter offen. Eine bevorzugte Option sei derzeit die Einrichtung eines Kindergartens, doch mehrere Varianten würden geprüft. Stadtbaurat Daniel Schreiner betont: "Die Fassade der Fabrikgebäude soll in einen neuen Kindergarten einfließen. Stillstand kann ich nicht bestätigen. Wir planen weiter."

Die Begutachtung der Statik hat bereits begonnen. Wie genau sich das Areal entwickeln wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Wohnraum und Leerstand: Bautätigkeit als einzige Lösung

Immer mehr Menschen in Fulda suchen bezahlbaren und altersgerechten Wohnraum. SPD-Stadtverordneter Robert Vey machte deutlich, dass der Druck auf dem Wohnungsmarkt spürbar steigt: "Immer mehr Menschen suchen bezahlbaren Wohnraum. Meiner Überzeugung nach hilft nur eines: die Bautätigkeit zu unterstützen."

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) erklärte die aktuelle Lage nüchtern: Fulda ist weder in der ursprünglichen Mieterschutzverordnung noch in deren Fortschreibung enthalten - ein Hinweis darauf, dass die Stadt im Vergleich zu anderen Kommunen noch relativ gut aufgestellt ist. "Die Mieten stiegen leicht, von 7,29 auf 7,50 Euro pro Quadratmeter, das liegt unter der Inflationsrate. Unsere Leerstandsquote liegt bei rund vier Prozent - dieser Wert entspricht dem bundesweiten Durchschnitt", sagte Wingenfeld.

Trotz dieser Zahlen bleibt der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum hoch. Leerstand wird in der Stadt weiterhin aktiv ermittelt, auch über die Ergebnisse des Zensus 2022 hinaus. Die politischen Vertreter sind sich einig: Ohne neue Bauprojekte wird es kaum möglich sein, den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.

Wichtige Entscheidungen im Überblick

OSTHESSEN|NEWS berichtete ausführlich über weitere bedeutende Themen der Stadtverordnetenversammlung am Montag: Bürgermeister Dag Wehner wurde wiedergewählt, die Diskussion um die Grillenburg in Lehnerz blieb aktuell, das Schneechaos an Schulen wurde thematisiert, und beim Goodyear-Areal wurden wichtige Weichen für die zukünftige Nutzung gestellt. (Constantin von Butler) +++

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