Der Stadtpfarrer bei O|N
Stefan Buß: "Hrabanus Maurus – Lehrer des Glaubens und Hirte der Kirche"
Archivfotos: O|N/ Carina Jirsch
04.02.2026 / FULDA -
Er wurde Schüler des großen Gelehrten Alkuin in Tours und brachte von dort eine tiefe Liebe zur Heiligen Schrift, zur Theologie und zur Bildung mit zurück. Doch Hrabanus blieb nicht im Elfenbeinturm des Wissens. Er verstand Bildung nicht als Selbstzweck, sondern als Dienst: Dienst an Gott und Dienst an den Menschen.
So wurde er Lehrer, dann Abt von Fulda und schließlich Erzbischof von Mainz. Man nannte ihn später "Praeceptor Germaniae", den Lehrer Deutschlands. Unzählige Bücher, Bibelauslegungen, Predigten und Lehrschriften stammen von ihm. Doch wichtiger als all diese Texte war seine Haltung: Er wollte helfen, dass Menschen Gott besser verstehen — und dadurch besser leben können.
Er war ein Mann des Gebets und ein Mann der Tat. Als Hirte kümmerte er sich um Arme und Notleidende, ermahnte die Mächtigen zur Gerechtigkeit und stärkte die Schwachen. In einer Zeit politischer Unruhe blieb er ein Anwalt des Friedens und der Ordnung, gegründet auf dem Evangelium.
Was kann Hrabanus Maurus uns heute sagen?
In einer Zeit, in der Wissen allgegenwärtig ist, aber Weisheit oft fehlt, erinnert er uns daran: Bildung ohne Liebe wird kalt. Glaube ohne Verstehen wird eng. Und Frömmigkeit ohne Verantwortung wird leer.
Er lädt uns ein, Herz und Kopf zusammenzuhalten, Gott zu suchen — und den Menschen zu dienen. Bitten wir Gott, dass auch wir — nach dem Vorbild des heiligen Hrabanus Maurus — offen bleiben für sein Wort, bereit zum Lernen, mutig im Glauben und treu im Dienst an unseren Mitmenschen. (Stefan Buß)+++