Testspiel in Walldorf

Abgestürzte Drohne streift Linienrichterin: Fußballverband will Vorgaben prüfen

Drohnen werden bei Fußballspielen im höherklassigen Bereich zur Videoanalyse eingesetzt
Symbolbild: O|N/Hans-Hubertus Braune

30.01.2026 / REGION - Schreckmoment für eine Schiedsrichter-Assistentin beim Fußball-Vorbereitungsspiel in Walldorf: Bei der Partie am Dienstag vor einer Woche gegen die U19 vom Drittligisten SV Wehen Wiesbaden U19 stürzte eine Drohne plötzlich ab und streifte die Assistentin am Gesicht.



Walldorfs Trainer Artum Lemm stand nach eigenen Angaben nur zwei Meter entfernt. "Ich habe plötzlich ein komisches Geräusch gehört und dann die Drohne gesehen, sie ist abgestürzt", sagte der Coach des Fußball-Hessenligisten. Die Assistentin habe sich zunächst ziemlich erschrocken, konnte das Spiel aber weiter assistieren. Nach der Partie habe sie über den Vorfall lächeln können.

Dass Drohnen zur Spielanalyse eingesetzt werden, sei im höheren Leistungsbereich durchaus normal, sagte Lemm. Er wollte aus diesem Vorfall auch keine große Sache machen, verstehe aber, dass der Verband den Vorfall aufgreift. Ein Verbot halte er nicht für zielführend. Die Kamera der Drohne bietet nochmal andere Bilder zur Analyse als die vielfach eingesetzten Veo-Cams. Diese Technik ist auf einem hohen Stativ installiert.

Funksignal verloren

Die Drohne beim Spiel in Walldorf hatte der Gastverein eingesetzt und bestätigte den Vorfall in einer schriftlichen Stellungnahme: "Beim Testspiel zwischen Rot-Weiss Walldorf und unserer U19 ist es am Dienstag, dem 20. Januar, zu
einem technischen Zwischenfall mit einer Drohne gekommen, die zur Analyse des Spiels eingesetzt wurde. Die Drohne wurde von einem erfahrenen Mitarbeiter des SV Wehen Wiesbaden gesteuert. Der Flug erfolgte – wie vorgesehen – hinter dem Dach der Zuschauertribüne, sodass für die Zuschauenden zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung bestand. Im Moment des Vorfalls kam es zu einem plötzlichen Verlust des Funksignals, in dessen Folge die Drohne abstürzte und unglücklicherweise die Linienrichterin streifte. Nach einer kurzen Unterbrechung, in der sich unsere Physiotherapeuten,
umgehend um die Linienrichterin kümmerten, konnte die Partie nach einer kurzen Unterbrechung fortgesetzt werden."

NLZ-Leiter entschuldigt sich

Matthias Henn, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des SV Wehen Wiesbaden erklärte: "Wir bedauern den Vorfall sehr und entschuldigen uns in aller Form dafür. Mit der Linienrichterin stehen wir in Kontakt und haben uns persönlich bei Ihr entschuldigt. Als Zeichen unseres Respekts und unserer Wertschätzung haben wir sie gemeinsam mit einer Begleitperson zu einem Heimspiel unserer Profis in den VIP-Bereich der BRITA-Arena eingeladen.

Juristen greifen die Thematik auf

Verbandsfußballwart Matthias Schmelz hatte den Absturz bei der Restrunden-Besprechung der Verbandsliga Nord am Montagabend in der Online-Videokonferenz thematisiert. "Mein Verständnis für sowas hält sich in Grenzen", sagte Schmelz und bestätigte einen entsprechenden Artikel von "torgranate.de". Der Einsatz von Drohnen sei bislang nicht explizit in den Satzungen und Verordnungen des Verbandes geregelt. Grundsätzlich ist der Einsatz in Deutschland durch die EU-Drohnenverordnung und die Luftverkehrsverordnung geregelt.

"Unsere Juristen greifen diese Thematik auf. Dann schauen wir, was sich daraus ergibt", sagt Schmelz gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Er wolle die Vereine dann per Rundschreiben informieren. (Hans-Hubertus Braune) +++


Symbolbilder: O|N


X