Geht uns das Streusalz aus?

So viel Verbrauch wie lange nicht - Gemeinden und Baumärkte arbeiten am Limit

Keine Panik! Die Gemeinde Flieden und die Gemeinde Gersfeld haben noch genügend Streusalz.
Fotos: Carina Jirsch

30.01.2026 / REGION - In diesem Jahr erweist sich der Winter als besonders hartnäckig: Dauerhafte Minusgrade, Schnee und gefährliche Glätte halten an. In vielen Gegenden ist der Winterdienst kontinuierlich im Einsatz, jedoch sind die Streusalzvorräte in mehreren deutschen Regionen zunehmend angespannt.



Die angespannte Streusalz-Lage macht sich nicht nur bei den Kommunen, sondern auch im Einzelhandel bemerkbar. In vielen Regionen ist die Nachfrage in diesem Winter deutlich höher als in den vergangenen Jahren - entsprechend angespannt ist die Situation bei Nachschub und Vorräten.

Beim Globus Baumarkt in Petersberg zeigt sich, wie angespannt die aktuelle Lage ist. Der stellvertretende Marktleiter Michael Lehnert erklärt gegenüber O|N: "Wir bekommen aktuell noch Lieferungen rein." Dennoch seien die Bestände schnell aufgebraucht gewesen. "Momentan ist es aus, Dienstagabend wurde es leer." Insgesamt sei die Nachfrage in diesem Winter deutlich höher als in den letzten Jahren. "Wir haben jetzt schon das Doppelte verkauft, wie im letzten Jahr", so Lehnert weiter.

Auch im Siebert Baumarkt in Hünfeld ist die Nachfrage nach Streusalz hoch. Prokurist Rene Siebert berichtet: "Auch wir sind im Moment ausverkauft, obwohl wir kürzlich noch einmal Streusalz erhalten haben." Man rechne jedoch damit, Anfang nächster Woche wieder ein paar Paletten geliefert zu bekommen. Aufgrund der allgemeinen Knappheit seien die Einkaufspreise gestiegen, sodass man den Verkaufspreis moderat anpassen müsse. Trotz der Engpässe bleibt Siebert zuversichtlich, dass die Versorgung in Kürze wieder stabilisiert werden kann.

Gemeinden im Dauereinsatz

Auch die Gemeinden arbeiten aktuell auf Hochtouren. In Flieden zeigt sich Bürgermeister Christoph Gärtner trotz der Herausforderungen zufrieden mit dem Ablauf des Winterdienstes. "Es ist Winter, da muss nun mal viel gestreut werden. Es ist hart, aber wir kommen gut hinterher", erklärt der Bürgermeister im Gespräch mit O|N. Besonders hebt er den Einsatz der Mitarbeitenden hervor: "Die Gemeinde arbeitet sehr gut. Ich danke allen Mitarbeitern des Bauhofs und der Gemeinde."


In Gersfeld ist der Bedarf naturgemäß besonders hoch. Bürgermeister Steffen Korell spricht von einem erheblichen Verbrauch: "Natürlich haben wir in Gersfeld einen sehr großen Bedarf - da geht teilweise pro Tag ein Lastzug durch." Gerade an touristisch stark frequentierten Punkten sei der Einsatz unverzichtbar. Von einer akuten Notlage könne jedoch keine Rede sein: "Wir hatten keine Not, mussten auch mal etwas warten. Wir haushalten aktiv." Weiter erklärt der Bürgermeister: "Bislang ist uns das Salz noch nicht ausgegangen."

Insgesamt zeigt sich: Sowohl Kommunen als auch Baumärkte stehen in diesem Winter vor besonderen Herausforderungen. Während der Verbrauch deutlich höher ist als in den Vorjahren, sorgen vorausschauende Planung, Rahmenverträge und laufende Lieferungen bislang dafür, dass eine echte Versorgungskrise ausbleibt - auch wenn Streusalz vielerorts zur knappen Ware geworden ist, sieht es bei uns in der Region noch gut aus. (Nicolas Kraus) +++

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