Temporäres Kunstprojekt

Ungewöhnliche Aktion: Aus Snackautomat wird Schneeballautomat

Ein Snackautomat, aus dem statt Schokoriegeln und Chips Schneebälle fallen – was zunächst ungewöhnlich klingt, wurde am Mittwochvormittag in Schlüchtern zur Realität.
Foto: Andreas Bejm

29.01.2026 / SCHLÜCHTERN - Ein Snackautomat, aus dem statt Schokoriegeln und Chips Schneebälle fallen – was zunächst ungewöhnlich klingt, wurde am Mittwochvormittag in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) zur Realität. Für mehrere Stunden verwandelten zwei Künstlerinnen einen leerstehenden Snackautomaten in einen sogenannten Schneeballautomaten. Das temporäre Kunstprojekt sorgte bei Passanten für neugierige Blicke und Schmunzeln.



Die Idee entstand eher spontan. Die Künstlerinnen hatten den Automaten bereits seit Längerem im Blick, nachdem sie das Schild "Zu verkaufen" entdeckt hatten. Sie erklärten, dass sie es spannend fanden, einmal etwas völlig Unerwartetes aus einem Automaten zu bekommen. Als dann über Nacht reichlich Schnee gefallen war, stand die Entscheidung schnell fest. Statt Snacks sollte es Schneebälle geben. Solche Ideen entstünden oft ganz unerwartet und direkt aus dem Alltag heraus.

Auch persönliche Erinnerungen spielten bei der Umsetzung eine Rolle. Schneebälle seien für viele eng mit der Schulzeit verbunden. Schneeballwerfen sei dort meist verboten. Genau mit solchen Regeln spielten sie gern, erklärten die Künstlerinnen. Daraus sei die Idee entstanden, Schneebälle ganz offiziell aus einem Automaten auszugeben.

Eine Aktion, die in besonderer Erinnerung bleiben wird

Die technische Umsetzung erwies sich als überraschend unkompliziert. Besonders positiv habe sie die Offenheit und der Humor des Automatenbesitzers überrascht, der das Projekt unterstützte. Sie hätten nicht damit gerechnet, so eine positive Rückmeldung zu bekommen. Die größte Herausforderung sei gewesen, den Automaten trocken zu halten und nicht zu beschädigen. Darüber hinaus sei die Umsetzung vergleichsweise einfach gewesen. Sogar die einzelnen "Produkte" im Automaten konnten angepasst werden, sodass man gezielt einen Schneeball auswählen konnte.

Bewusst entschieden sich die Künstlerinnen für Schnee als Ausgabeprodukt. Schnee sei kostenlos und mache Spaß. Zudem handle es sich um ein Material, aus dem sich vieles formen lasse. Gleichzeitig sei Schnee vergänglich. In wenigen Tagen werde er verschwunden sein, doch die Aktion bleibe als besondere Erinnerung bestehen.

Das steckt hinter dem Projekt

Am Vormittag waren auch Kinder aktiv in das Projekt eingebunden. Da schulfrei war, halfen sie bei der Schneeballproduktion und beim Bestücken des Automaten. Nach kurzen Pausen zum Aufwärmen durften die Kinder den Automaten selbst testen. Mit dem Projekt möchten die Künstlerinnen zeigen, wie kreativ ein Schneetag genutzt werden kann. Oft sage man, eine Idee sei witzig, setze sie aber nicht um. Ihnen gehe es darum, solche Ideen tatsächlich zu realisieren und sich zu trauen, auch einmal etwas Verrücktes zu machen.

Hinter dem Projekt stehen die Künstlerinnen Lena Skrabs und Paloma Sanchez. Als Duo sind sie unter dem Namen "Great Artists Doing Okay" unterwegs. Seit vier Jahren arbeiten sie im Rahmen des Residency-Programms "Das fliegende Künstlerzimmer", das auf dem Schulhof der Stadtschule Schlüchtern angesiedelt ist und von der Crespo Foundation in Frankfurt gefördert wird. Ziel des Programms ist es, Kunst und Kultur in ländliche Regionen zu bringen und insbesondere Kindern und Jugendlichen einen direkten Zugang zu ermöglichen. (Andreas Bejm) +++

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