"Nicht helfen ist keine Option"

Als alles Kopf stand, waren sie da: Christoph Hillenbrand dankt Lebensrettern

Der Unfall von Christoph Hillenbrand zeigt eindrucksvoll, wie lebensrettend Zivilcourage sein kann, wenn Ersthelfer ohne Zögern handeln.
Archivfoto: O|N/Rene Kunze

27.01.2026 / HÜNFELD - In einem Moment befindet man sich noch mit seinem Auto auf der Fahrbahn und eine Sekunde später rutscht man von der Straße und überschlägt sich mehrmals. Der erste Gedanke: "Jetzt ist alles vorbei." In einer Wiese kommt der Pkw dann auf der Seite zum Liegen - man selbst steht total unter Schock. Genau dieses Schreckensszenario erlebte Christoph Hillenbrand Anfang des Jahres 2026. Seine Rettung: ein starker Schutzengel und mutige Menschen, die nicht zögern, sofort zu helfen.


Der 46-Jährige fuhr am Freitagmorgen, 2. Januar 2026, auf der B27 von Burghaun nach Fulda. Trotz geringer Geschwindigkeit kam er von der Fahrbahn ab, überschlug sich mehrmals und kam dann in einer Wiese zum Liegen. Glücklicherweise blieb er dabei unverletzt. "Die Ersthelfer agierten bereits, als ich noch im Auto saß", lobt Hillenbrand. So schaffte er es aus dem Fahrzeug. Im Anschluss an seinen Unfall meldete er sich bei OSTHESSEN|NEWS, um seinen mutigen Ersthelfern zu danken. Kurzerhand organisierte unsere Redaktion ein Treffen zwischen dem Verunglückten und seinen Rettern. Für Christoph Hillenbrand ist klar: "Es ist total bemerkenswert, dass ihr mir sofort geholfen habt. Dafür bin ich sehr dankbar."

"Ich habe mit dem Schlimmsten gerechnet"

Für die Helfer Vivian und Michael Möller sowie Lothar Hanzog war das sofortige Eingreifen selbstverständlich. "Ich habe mehr oder weniger beobachtet, wie sich der Wagen überschlagen hat, da habe ich schon mit dem Schlimmsten gerechnet. Mein erster Gedanke war: Ich muss helfen", sagt Lothar Hanzog. Er fuhr einige hundert Meter hinter dem Hillenbrands Wagen. "Für mich ist klar: Nicht zu helfen, ist keine Option. Man selbst könnte am nächsten Tag in einer ähnlichen Situation stecken."

Auch Michael und Vivian Möller reagierten sofort. "Wir kamen aus Hünfeld und haben sofort gesehen, dass wir ihm helfen müssen", fasst Michael zusammen. Er ist selbst seit einigen Jahren ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) und sorgte dafür, die Unfallstelle abzusichern. Lothar und ein weiterer Helfer befreiten den Verunfallten aus dem Wagen, während Vivian dafür sorgte, dass die Autotür nicht wieder zufiel. Eine spontane Hilfe, die als Team Hand in Hand erfolgte - und funktionierte. Kurz darauf war er befreit. "In einem solchen Moment geht einem viel durch den Kopf. Ich bin einfach heilfroh, dass mir sofort geholfen wurde." Der 46-Jährige hatte doppelt Glück, denn kurz vor dem Unfall hatte er erfahren, dass er seine Krebserkrankung überstanden und Aussicht auf vollständige Genesung hatte .

Die Erlebnisse des 46-Jährigen zeigen, wie wichtig die sofortige Rettung ist. Das sagen auch die Ersthelfer: "Wenn man gar nichts macht, macht man alles falsch. Den Notruf kann jeder wählen, wenn man Angst hat, etwas falsch zu machen." Außerdem hilft es, selbst Ruhe zu bewahren und auch dem Betroffenen gut zuzuredem.

Der Unfall hat gezeigt, wie schnell alles vorbei sein kann - und wie viel es bedeutet, wenn Menschen im entscheidenden Moment nicht wegsehen, sondern handeln. Sein Dank gilt denen, die ohne zu zögern für ihn da waren. Ihr Mut erinnert daran, dass jeder von uns zum Schutzengel werden kann, wenn es darauf ankommt. (Mia Schmitt) +++

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