1,5 Millionen Euro Schaden

Brandstiftung im Fokus der Ermittler: Wer trägt Schuld am Großfeuer in Bellings?

Hallenbrand richtet Millionenschaden an: Fahrzeuge und Werkstatt vollständig zerstört – Brandstiftung nicht ausgeschlossen.
Fotos: Andreas Bejm/Rene Kunze

23.01.2026 / STEINAU/STR. - Nach dem verheerenden Großbrand einer gewerblich genutzten Halle im Steinauer Stadtteil Bellings (Main-Kinzig-Kreis) richtet sich der Blick der Ermittler nun verstärkt auf eine mögliche fahrlässige Brandstiftung. Während das Feuer am Mittwochabend einen Kfz-Betrieb nahezu vollständig zerstörte und einen geschätzten Schaden von rund 1,5 Millionen Euro verursachte, haben neue Erkenntnisse der Kriminalpolizei eine technische Ursache offenbar in den Hintergrund gedrängt. Stattdessen stehen nun menschliches Eingreifen im Mittelpunkt der laufenden Untersuchungen.



Am Donnerstag haben Brandursachenexperten der Kriminalpolizei den Brandort erneut in Augenschein genommen. Das Polizeipräsidium Südosthessen erklärte dazu: "Den vor Ort gewonnenen Erkenntnissen sowie weiteren Ermittlungen zufolge scheint eine rein technische Ursache derzeit nicht in Frage zu kommen."

Diese Einschätzung ist für den Fortgang der Ermittlungen von zentraler Bedeutung, da damit klassische Defekte als Auslöser des Feuers offenbar ausgeschlossen werden. Weiter teilte die Polizei mit: "Vielmehr liegen den Beamten erste Anhaltspunkte vor, die den Schluss auf eine mögliche fahrlässige Verursachung nahelegen." Der daraus resultierende Anfangsverdacht werde derzeit geprüft, "die Ermittlungen hierzu dauern weiterhin an".

Einsatzkräfte verhindern das Schlimmste

Der Großbrand selbst war am Mittwochabend ausgebrochen und hatte innerhalb kürzester Zeit dramatische Ausmaße angenommen. Bereits auf der Anfahrt der Einsatzkräfte war eine massive Rauchentwicklung sichtbar. Die Flammen breiteten sich rasend schnell in der rund 800 Quadratmeter großen Halle aus, die als Werkstatt genutzt wurde. In dem Gebäude befanden sich neben Spezialwerkzeug auch mehrere Fahrzeuge, darunter hochwertige Autos, die vollständig zerstört wurden.

Besonders brisant war die Lage, da sich die betroffene Halle unmittelbar neben einem Seniorenheim befindet. Zeitweise zog dichter Rauch in Richtung der Einrichtung, was eine enge Abstimmung zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst erforderlich machte. Die Bewohner und Mitarbeiter wurden angewiesen, die Fenster geschlossen zu halten, um eine Rauchbelastung zu verhindern. Gleichzeitig erschwerten ein Stromausfall, Probleme mit der Wasserversorgung sowie einstürzende Gebäudeteile die Löscharbeiten erheblich.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Rund 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren vor Ort. Durch das schnelle und koordinierte Vorgehen konnte ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindert werden. Gegen 0:30 Uhr meldete die Feuerwehr schließlich "Feuer aus". Verletzt wurde nach bisherigem Stand niemand.

Während der ursprüngliche Einsatz nun abgeschlossen ist, beginnen die Ermittlungen für die Kriminalpolizei erst richtig. Der Fokus liegt dabei klar auf der Frage, ob das Feuer durch fahrlässiges Handeln verursacht wurde. Wann mit abschließenden Ergebnissen zu rechnen ist, bleibt offen. Die Ermittlungen dauern weiterhin an. (Constantin von Butler) +++

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