Spielwarengeschäft vor dem Aus?

Rofu meldet Insolvenz an: So steht es um die Zukunft in Osthessen

Die ROFU-Filiale in Petersberg bleibt trotz Sanierungsverfahren weiterhin regulär geöffnet.
Fotos: Constantin von Butler

23.01.2026 / REGION - Stehen Kunden bald vor verschlossener Tür? Der Spielwarenhändler Rofu Kinderland hat ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das Amtsgericht Idar-Oberstein ordnete am Montag das vorläufige Verfahren an. Betroffen ist die Rofu Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft mbH mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach in Rheinland-Pfalz. Ziel des Verfahrens ist es, das Unternehmen langfristig zu stabilisieren und neu aufzustellen. Der Geschäftsbetrieb läuft währenddessen weiter - auch in Osthessen.



Für Kunden in der Region ist diese Nachricht zunächst beruhigend. Die beiden Rofu-Filialen in Osthessen, in Schlüchtern und Petersberg, bleiben geöffnet. Der Betrieb läuft dort wie gewohnt weiter. Rofu Kinderland betreibt insgesamt 104 Filialen in sieben Bundesländern und ist seit über 40 Jahren im Spielwarenhandel aktiv. Zum Sortiment zählen bekannte Spielwarenmarken, Kinderbücher, Bastelartikel, Puzzle, Gesellschaftsspiele sowie saisonale Dekorationen und Faschingskostüme.

Management bleibt an Bord - Experten unterstützen

Im Rahmen der Eigenverwaltung bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt. Unterstützt wird sie durch erfahrene Sanierungsexperten. Marcus Katholing von der PLUTA Management GmbH tritt als Chief Restructuring Officer (CRO) in die Geschäftsführung ein, begleitet von Daniela Jeske. Gemeinsam mit den Geschäftsführern Michael Fuchs und Michael Edl soll der Sanierungsprozess umgesetzt werden. Die insolvenzrechtliche Beratung übernimmt die PLUTA Rechtsanwalts GmbH. Zur vorläufigen Sachwalterin bestellte das Gericht Rechtsanwältin Annemarie Dhonau LL.M., die das Verfahren überwacht und die Interessen der Gläubiger wahrt.

Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter

Geschäftsführer Michael Fuchs betont, dass es für Kunden keine Einschränkungen gibt: "Unsere Fachmärkte bleiben mit ihrem attraktiven Sortiment zu den gewohnten Zeiten geöffnet und der Geschäftsbetrieb geht in allen Filialen uneingeschränkt weiter. Auch im Online-Shop können die Kunden wie gewohnt ihre Bestellungen aufgeben."

Zudem kündigt Fuchs Gespräche mit Lieferanten an und verweist auf ein bereits erarbeitetes Sanierungskonzept. Die rund 1.970 Beschäftigten wurden informiert. Ihre Gehälter sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Auch mit dem Einkaufsverband Markant steht Rofu im engen Austausch.

Ursachen und Blick nach vorn

Als Gründe für den Antrag nennt das Unternehmen ein schwaches Weihnachtsgeschäft, Konsumzurückhaltung, gestiegene Kosten und starken Wettbewerb. Künftig soll der stationäre Handel weiter gestärkt und mit digitalen Angeboten verzahnt werden. Sanierungsgeschäftsführer Marcus Katholing sagt: "Die Eigenverwaltung bietet die Chance, die notwendigen operativen Sanierungsmaßnahmen beschleunigt umzusetzen." Zugleich werde der Investorenprozess fortgeführt, um Rofu Kinderland zukunftsfähig aufzustellen. (Constantin von Butler) +++

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