Kreisparteitag in Dirlammen

Wahlprogramm steht: Vogelsberger CDU will die Menschen in Bewegung bringen

Die Vogelsberger Christdemokraten tagten am Mittwochabend in Dirlammen bei ihrem Kreisparteitag
Fotos: Hans-Hubertus Braune

22.01.2026 / LAUTERTAL - Die 60 Delegierten der Vogelsberger Christdemokraten setzten am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus in Dirlammen (Lautertal) ein deutliches Zeichen der Geschlossenheit: Sie stimmten komplett für das umfangreiche Wahlprogramm, welches mehrere Arbeitsgruppen nach intensiven Diskussionen erstellt hatten. 46 Seiten umfasst das Werk mit dem Titel "Vogelsberg.Bewegen."



Neben der Vorstellung des Wahlprogramms stand die Rede des parlamentarischen Staatssekretärs und Bundestagsabgeordneten Michael Brand im Mittelpunkt des Kreisparteitages.

"Ich glaube, wir alle haben vor dem Hintergrund der Nachrichten, welche wir auch am heutigen Tag zum Beispiel aus Davos hören und sehen, den Eindruck, dass die Herausforderungen und Probleme, um die wir uns auf kommunaler Ebene in den Städten und Gemeinden, im Landkreis kümmern wollen, zu kümmern haben, relativ klein erscheinen zu dem, was im Moment auf der großen Weltbühne vor sich geht", sagte der CDU-Kreisvorsitzende und Landrat Dr. Jens Mischak zu Beginn seines kurzen Rückblicks.

Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand von einem offensichtlichen Deal des amerikanischen Präsidenten Donald Trump und der NATO in der Frage um die Zukunft Grönlands, welcher am späten Abend von Trump selbst verbreitet wurde.

Herausforderungen im ländlichen Raum

Natürlich schaut man auch im Vogelsberg besorgt auf die Entwicklungen der politischen Weltbühnen mit den nahezu täglichen Wendungen. Aber in Dirlammen standen dann doch die Herausforderungen für die Menschen, für die Wirtschaft, der Landwirtschaft, eben den Problemen des ländlichen Raums vor Ort im Vogelsberg im Mittelpunkt.

Das Wahlprogramm für die kommende Wahlperiode bis 2031 sei ein Kompass, eine Richtschnur für den Vogelsberg. Mehrere Arbeitsgruppen hätten seit dem vergangenen Sommer in vielen Diskussionen ein Programm erstellt, welches es bei den vorangegangenen Wahlen in diesem Umfang nicht gab. Doch die Zeiten haben sich geändert, die Unsicherheit ist überall spürbar. Die Menschen wollen Antworten auf ihre Fragen zu Gegenwart und Zukunft. Und die sind laut Mischak im "ländlichsten Kreis in Hessen" vielfältig und hängen besonders auch von der wirtschaftlichen Entwicklung ab.

"Wir wollen die Menschen in Bewegung bringen und weg davon, dass wir als Politik alles lösen können", sagte der Kreisvorsitzende und rief zum Miteinander auf. Die Kreisspitze stellte das Wahlprogramm in fünf Redebeiträgen ausführlich vor. Mischak referierte zu den Themen "Wirtschaft und Politik" und "Sicherheit und Ordnung". Der Vogelsbergkreis lebe von der Stärke des regionalen Handwerks, seiner vielfältigen Betriebe und engagierten Unternehmern. "Unser Ziel ist es, diesen wirtschaftlichen Motor zu stärken, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen und den Standort attraktiv und sichtbar zu machen", heißt es im Wahlprogramm.

Onboarding, Marke Vogelsberg und Digitalisierung

Die Arbeits- und Fachkräftesicherung habe eine zentrale Bedeutung. Mischak nannte beispielhaft Stichworte wie das "Onboarding", die Stärkung der Marke Vogelsberg sowie die Digitalisierung. Die weiteren Themen des Programms wie "Schule und Bildung", "Familie, Jugend und Senioren" sowie "Arbeit und Soziales" "Gesundheit und medizinische Versorgung", "Verkehr und Mobilität", "Ländlicher Raum, Land- und Forstwirtschaft", "Natur und Umwelt" und "Ehrenamt" stellten Kreistagsfraktionsvorsitzender Stephan Paule, die Landtagsabgeordnete Jennifer Gießler, der stellvertretende Kreisvorsitzende und Staatssekretär Michael Ruhl und Birgit Richtberg vor. Die Delegierten zeigten sich vom Wahlprogramm überzeugt und stimmten ohne Nachfragen geschlossen für den Entwurf.

Der parlamentarische Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Michael Brand stellte in seiner kämpferischen Rede die Bedeutung der wirtschaftlichen Entwicklung in den Fokus. "Wir müssen über Wirtschaft reden und damit auch über Beschäftigung und Jobs. Denn ohne Wirtschaft ist kein Staat zu machen, keine Kommune und ich empfehle wirklich jedem ganz aktuell, die Mainzer Erklärung. Deutschland ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und Made in Germany, so wie es auf diesem Papier draufsteht, ist weltweit gefragt", sagte Brand. Er warb dafür, genauer hinzuschauen. Die Bundesregierung habe bereits viele neue Gesetze auf den Weg gebracht. Der Bundestagsabgeordnete zählte einige Punkte auf und kritisierte, dass oftmals das Negative in den Medien im Mittelpunkt stehe. Der Weg sei natürlich noch nicht abgeschlossen. "Das Jahr 2026 wird ein Jahr der Entscheidungen", sagte Brand. Die Kurskorrekturen würden fortgeführt.

"Von Resignation gar keine Spur"

"In dem Sinne kann ich nur sagen, von Resignation gar keine Spur, ganz im Gegenteil. Der Turbo kommt, er hat begonnen und ich bin mir sicher: Wenn es einer meistern kann, dann sind wir es als Partei, sind wir es als Land und ist es eine starke Führung mit einem starken Kompass. Auch das sage ich aus innerer Überzeugung, so wie ich unseren Bundeskanzler seit einem knappen Jahr erlebe, mit welcher Dynamik er auf allen Feldern arbeitet. Es ist ein schwieriges Umfeld, aber es gibt keinen Grund, darüber zu klagen, sondern unser Auftrag ist der Vogelsburgkreis, ist das Bundesland Hessen, ist Deutschland und Europa", sagte Brand abschließend.

Der CDU-Kreisvorsitzende Dr. Jens Mischak nutzte den Kreisparteitag, um langjährige Mitglieder zu ehren: Harald Bönsel, Herbert Frick, Hans Edelmann, Reiner Geiß und Werner Scharmann sind seit 40 Jahren in der CDU. Zudem dankte Mischak der langjährigen Kreisgeschäftsführerin Iris Schmidt für ihre 23-jährige Tätigkeit als gute Seele der Kreisgeschäftsstelle und überreichte ihr die Alfred Dregger-Medaille in Silber. Eine großartige Überraschung für die sichtlich bewegte ehemalige Kreisgeschäftsführerin. Traurig waren die Delegierten über den Tod ihres langjährigen Parteifreundes und Kollegen Volker Orth. Mischak blickte in seinem Nachruf auf das Wirken von Volker Orth zurück. Das Wahlprogramm erscheine in Kürze in vollem Umfang sowie alternativ in leichter Sprache auf der Internetseite der Vogelsberger CDU. (Hans-Hubertus Braune) +++

X