Ermittlungen gegen 65 Beschuldigte

Schutz von Kindern und Jugendlichen: auch osthessische Landkreise durchsucht

68 Wohnungen und Häusern wurden im Rahmen von Kindes- und Jugendmissbrauch sowie kinder- und jugendpornografischer Inhalte durchsucht - und 400 Datenträger konnten sichergestellt werden.
Symbolfoto: pixabay

21.01.2026 / REGION - 68 Wohnungen und Häusern wurden im Rahmen von Kindes- und Jugendmissbrauch sowie kinder- und jugendpornografischer Inhalte durchsucht - und 400 Datenträger konnten sichergestellt werden. Mit diesem Vorhaben setzen die hessischen Strafverfolgungsbehörden ihren Einsatz zu der Bekämpfung solcher Taten konsequent fort.


Dabei handelte es sich um die erste Schwerpunktmaßnahme, die die Ermittlerinnen und Ermittler in der vergangenen Woche durchführten. Die Maßnahmen richteten sich gegen 65 Beschuldigte und fanden zwischen Montag und Freitag, 12. bis 16. Januar, im Auftrag der hessischen Staatsanwaltschaften statt. Das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) koordinierte den Einsatz.

"Die Durchsuchungen fanden in den Städten Darmstadt, Frankfurt am Main, Gießen, Hanau, Kassel, und Wiesbaden statt, außerdem in den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Fulda, Gießen, Groß-Gerau, Hersfeld-Rotenburg, Hochtaunus, Kassel, Lahn-Dill, Limburg-Weilburg, Main-Kinzig, Main-Taunus, Marburg-Biedenkopf, Offenbach, Odenwald, Rheingau-Taunus, Schwalm-Eder, Vogelsberg, Waldeck-Frankenberg und Wetterau. Zudem wurde eine Durchsuchungsmaßnahme in Rheinland-Pfalz und eine weitere in Nordrhein-Westfalen durchgeführt", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main -ZIT- und des Hessischen Landeskriminalamtes.

In 15 Fällen steht der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von unter 18-Jährigen im Raum

Die Beschuldigten - allesamt Männer - sind zwischen 14 und 72 Jahre alt. Ihnen werden überwiegend Herstellung, Besitz und Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie zur Last gelegt. In 15 Fällen steht der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von unter 18-Jährigen im Raum. Nach jetzigem Stand der Ermittlungen stehen die Beschuldigten untereinander nicht im Austausch. Zehn Beschuldigte mussten die Ermittlerinnen und Ermittler im Anschluss an die Wohnungsdurchsuchung zwecks Vernehmung auf die nächstgelegene Dienststelle begleiten. Ein Haftbefehl wurde vollstreckt. Bei den Beschuldigten wurden zahlreiche Beweismittel sichergestellt, darunter 405 Speichermedien aller Art. Die Datenträger werden nun ausgewertet, kriminalistisch bewertet und auf weitere Ermittlungsansätze geprüft.

Einheit "FOKUS" zur Bekämpfung, Verfolgung und Aufklärung von Sexualstraftaten

Zur Bekämpfung, Verfolgung und Aufklärung von Sexualstraftaten zum Nachteil Minderjähriger wurde vor über fünf Jahren bei der hessischen Polizei die Einheit "FOKUS" (Fallübergreifende Organisationsstruktur gegen Kinderpornografie Und Sexuellen Missbrauch von Kindern) gegründet. Über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören dieser Ermittlungseinheit inzwischen an. Die Hinweise, die von ihnen bearbeitet werden, erreichen sie auf verschiedenen Wegen:
Amerikanische oder in Amerika tätige Netzbetreiber sind verpflichtet, mögliche strafbare Inhalte an NCMEC zu melden. NCMEC schickt die Daten weiter in die Länder, in Deutschland an das Bundeskriminalamt, von wo aus sie an die Polizeien der Bundesländer weitergeleitet werden. Die Zahl der Hinweise, die über NCMEC gemeldet werden, nimmt kontinuierlich zu, lag im vergangenen Jahr alleine in Hessen bei 4.290 Fällen. Bereits 2022 wurde im HLKA eine Stelle eingerichtet, in der alle NCMEC-Meldungen bearbeitet werden. Die 29 dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontrollieren die eingehenden Meldungen, etwa darauf, ob Hinweise vorliegen, dass ein Kind akut real missbrauchsgefährdet und damit direkter Handlungsbedarf geboten ist. Die Ermittlungsteams schöpfen zudem alle Möglichkeiten aus, um Tatverdächtige zu identifizieren. (mis/pm) +++

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