Zwei Standorte, ein Problem

Mängel in Kernort und Rothemann: Was passiert jetzt mit den Feuerwehren?

In der Gemeinde Eichenzell stehen die Feuerwehren vor einem Wendepunkt.
Fotos: Rene Kunze

22.01.2026 / EICHENZELL - In der Gemeinde Eichenzell (Landkreis Fulda) zeichnet sich ein Wendepunkt für die Feuerwehren ab: Die Gemeinde - und voraussichtlich auch der Ortsteil Rothemann - benötigen neue Feuerwehrhäuser. "Wir haben alle fünf Jahre den technischen Prüfdienst vor Ort, und an mehreren Standorten wurden dabei Mängel festgestellt", schildert Eichenzells Bürgermeister Johannes Rothmund (CDU). Diese lassen sich jedoch nicht einfach beheben. Gegenüber OSTHESSEN|NEWS bezieht der Rathauschef Stellung und gibt Einblicke in die aktuelle Situation.


Eine ähnliche Situation ereignete sich bereits 2020 in Eichenzell-Löschenrod. "In der letzten Prüfung hat das Feuerwehrhaus Löschenrod einige Mängel aufgewiesen, die mit einem Neubau behoben werden mussten", so Rothmund gegenüber O|N. Etwa fünf Jahre später feierte die Gemeinde dann ein Richtfest für das neue Feuerwehrhaus. Jetzt gilt: Die Geschichte wiederholt sich vermeintlich - und zwar im Kernort sowie wahrscheinlich auch im Ortsteil Rothemann.

"Abgesehen von einem neuen Objekt sehe ich nicht viele Möglichkeiten"

Ob es schlussendlich wirklich neue Standorte für beide Wachen braucht, steht aktuell noch nicht fest. Darüber soll in der ersten Jahreshälfte gemeinsam mit den gemeindlichen Gremien beraten und diskutiert werden. "Da wird dann festgelegt, was genau geschieht und wo die Wehren voraussichtlich hinverlegt werden müssen", sagte der Bürgermeister. Die Hauptprobleme an beiden Gebäuden sind vor allem der Platzmangel, fehlende Lagerflächen, zu kleine Umkleiden, unzureichende Sanitäranlagen und fehlende Parkplätze für die Einsatzkräfte. Ein Problem an der gesamten Sache: Das Gebäude in Eichenzell ist denkmalgeschützt und bietet gleichzeitig keine räumlichen Möglichkeiten für einen Anbau. "Es ist schwer vorstellbar, wie wir diese Mängel im Bestandsbauwerk beheben sollen. Abgesehen von einem neuen Objekt sehe ich nicht viele Möglichkeiten", offenbart Rothmund im Gespräch mit O|N.

Und wie geht es für die Gemeinde jetzt weiter? Im Haushalt 2026 sind 500.000 Euro für den Grundstückskauf vorgesehen, der für ein neues Feuerwehrhaus genutzt werden könne. Dann beginnt ein langer Prozess: "Wir wollen bis 2027 einen Förderantrag stellen, und im besten Fall bekommen wir 2028 dann den Bescheid. Sollte alles so verlaufen, könnten wir theoretisch 2029 mit dem Bau beginnen, der gegen 2032 fertiggestellt werden könnte. Wenn Eichenzell abgeschlossen ist, könnte anschließend die Wache in Rothemann in Angriff genommen werden." Viel "sollte" und "könnte", denn wie es jetzt weitergeht, ist schließlich noch nicht entschieden.

Für den Rathauschef steht dabei eines außer Frage: Die zentrale Bedeutung der Feuerwehr für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. "Es ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, sichere Arbeitsbedingungen für unsere Feuerwehr zu gewährleisten. Die Einsatzkräfte setzen sich tagtäglich für die Sicherheit anderer ein - deshalb sind wir stets bemüht, den hohen Leistungsstand der Feuerwehr zu erhalten und weiter zu stärken." (mis) +++

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