HSV-Trainer hört im Sommer auf

Die zwei Herzen von Johannes Helmke: Künftig mehr Familie, weniger Fußball

Johannes Helmke ist aktuell Trainer des Fußball-Hessenligisten Hünfelder SV
Archivfotos: O|N/Charlie Rolff

21.01.2026 / HÜNFELD - Fußball ist seine große Leidenschaft, der Hünfelder SV sein Herzensverein: Und doch zieht Johannes Helmke im Sommer einen Schlussstrich. Der 39-jährige Vater von drei Kindern beendet seinen Trainerjob beim Fußball-Hessenligisten nach der aktuellen Saison.



Nach einem fulminanten Saisonstart befindet sich das Hünfelder Team derzeit im hinteren Mittelfeld. Die sportliche Situation hat jedoch überhaupt keinen Einfluss auf seine Entscheidung, welche bereits im Herbst gereift sei. Und sie ist keine gegen seinen Verein, dem er natürlich eng verbunden bleiben wird. In welcher Funktion ist noch unklar. Am Sonntag coachte der Familienvater die jüngsten Kicker der Hünfelder bei einem Hallenturnier in Niederaula.

"Da hast Du ja gesehen, was ich mache. Vier, fünf Stunden in der Halle mit den G-Junioren, am Samstag war ich mit meinem älteren Sohn und seinen E-Junioren ebenfalls bei einem Turnier unterwegs", sagt Helmke im Telefongespräch mit OSTHESSEN|NEWS-Chefreporter Hans-Hubertus Braune. Fürwahr: Auch bei den Knirpsen ist Helmke mit Feuereifer, Engagement und eben jenem Herzblut eines Vollblutfußballers dabei.

Die Prioritäten verschieben sich

Aber er will künftig einfach mehr Zeit mit seiner Ehefrau Ann-Katrin, seiner Tochter und seinen beiden Jungs verbringen. Die Prioritäten verschieben sich ganz natürlich - und keiner ist ihm böse. "Meine Frau und ich haben das immer super hinbekommen. Unsere Tage sind aber schon sehr durchgetaktet, auch an den Wochenenden", sagt der Hünfelder. Einen Hessenligisten zu coachen nimmt viel Zeit in Anspruch, sehr viel Zeit.

Neben den Trainingseinheiten kommen die Spielvorbereitung, die Spieltage selbst und die Videoanalyse hinzu. "Das macht mir ja alles viel Freude und ist alles gut, gerade auch mit unserem geilen Trainerteam", sagt Helmke, der seit der Saison 2007/2008 beim HSV spielt, mit einer kurzen Unterbrechung beim SC West Köln und davor von Borussia Fulda kam.

Überragender Start in die Hessenliga-Saison

Mit 31 Jahren musste er jedoch seine aktive Karriere wegen mehreren Knieverletzungen beenden, seitdem frönt er seiner Liebe zum Fußball von der Seitenlinie aus. Mit der zweiten Mannschaft stieg der B-Lizenz-Inhaber in die Gruppenliga auf. Sein persönlicher Aufstieg folgte und auch mit der "Ersten" ist der Berufsschullehrer erfolgreich unterwegs. Nach dem Hessenliga-Abstieg 2022 übernahm er die erste Mannschaft. Es folgte der Wiederaufstieg. In dieser Saison sorgten die Hünfeder Jungs zunächst für Aufsehen und fegten in der Hessenliga so richtig los. Leider kam dann eine Durststrecke und nun müssen sie erstmal den Fokus auf den Klassenerhalt legen.

Mit viel Energie aus der Winterpause

Auch wenn Johannes Helmke im Sommer als Trainer aufhören wird, brennt es in ihm - vielleicht sogar noch mehr. Als wir mit ihm telefonieren, fährt er gerade vom Fitnessstudio heim. Mit jeder Menge Energie kommt er also aus der Winterpause, hat die bisherige Saison intensiv per Videoaufzeichnungen analysiert, um herauszufinden, wieso die Serie so gelaufen ist - und um daraus das Rezept für den weiteren Verlauf zu entwickeln.

Seine Hünfelder möchte er natürlich als Hessenligist seinem Nachfolger übergeben. Als Trainer hört Johannes Helmke auf, seiner Leidenschaft zum Herzensverein in "Blau und Weiß" tut dies ganz sicher keinen Abbruch. Mehr über ihm könnt ihr in unserem Sportgespräch mit Johannes Helmke lesen. (Hans-Hubertus Braune) +++

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