Ausschüsse debattieren

Südend im Fokus und die Frage nach dem Umgang mit Lachgas

Erwerb und Besitz von Lachgas ist für Kinder und Jugendliche künftig verboten.
Symbolfoto: O|N

21.01.2026 / FULDA - Wie lässt sich der Missbrauch von Lachgas als Partydroge eindämmen? Und wie kann das Fuldaer Südend so aufgewertet werden, dass es für alle Bewohner lebenswerter wird? Mit diesen Fragen beschäftigte sich am Dienstagabend der Ausschuss für Soziales, Familie und Jugend der Stadtverordnetenversammlung im Stadtschloss von Fulda.



Auf der Tagesordnung standen zwei Themen: das Städtebauförderprogramm "Sozialer Zusammenhalt - Südend" sowie die von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN angestoßene Präventionskampagne zu den Gesundheitsrisiken von Lachgas als Partydroge. Der erste Punkt wurde gemeinsam mit dem Ausschuss für Bauwesen, Klimaschutz und Stadtplanung im (ziemlich kalten) Marmorsaal diskutiert.

Wertvolle Impulse liefern und Gesellschaft wieder zusammenbringen

Nachdem die Teilnehmer des Ausschusses Platz genommen haben, erklärte Vorsitzender Michael Ruppel die Sitzung für eröffnet. Gestartet wurde mit dem ersten Tagesordnungspunkt: das integrierte Entwicklungskonzept im Rahmen des Förderprogramms "Sozialer Zusammenhalt". Zunächst wurde positiv angemerkt, dass im vergangenen Jahr umfangreiche Veranstaltungen und Stadtteilforen stattgefunden haben, die wertvolle Impulse bezüglich der Aufwertung geliefert haben. Ziel sei es am Abend gewesen, einen wichtigen Zwischenschritt im Förderprogramm zu erreichen, um das Programm auf den Weg zu bringen. "Wir wollen in den nächsten zehn Jahren am Südend arbeiten, auch wenn nicht alles 100 Prozent umgesetzt werden kann", sagte Stadtbaurat Daniel Schreiner. Er betonte, dass es darum gehe, "die Gesellschaft wieder enger zusammenzubringen".

Südend: Ein Stadtteil mit Defiziten, aber auch Stärken

Die Konzepterstellung sei das Ergebnis eines langen und arbeitsintensiven Prozesses, wie Architekt Martin Fladt (UmbauStadt) verdeutlichte. Das Südend sei ein Stadtteil mit Defiziten, aber auch mit klaren Stärken und Entwicklungspotenzialen. Als Stärke wurde insbesondere die Nahversorgung genannt, als Schwächen unter anderem fehlende zusammenhängende Treffpunkte sowie die eingeschränkte Zugänglichkeit der Fulda-Aue. Gleichzeitig biete dies aber auch Entwicklungschancen.

Der Rahmenplan umfasst 46 konkrete Maßnahmen. Ziel sei ein verbindlicher Maßnahmenkatalog, zu dem sich die Stadt Fulda bekennt. Das Konzept befinde sich in der finalen Phase. "Es ist eine wahnsinnig gute Geschichte und wir würden uns freuen, wenn das Werk eine Zustimmung bekommt", so Fladt. Nach einer Fragerunde wurde der Antrag einstimmig - von beiden Ausschüssen - angenommen.

"Möchten Umsetzung der Kampagne einfordern"

Im beheizten Kurfürstenzimmer ging es dann mit dem zweiten Tagespunkt weiter: die Präventionskampagne zu den Gesundheitsrisiken von Lachgas als Partydroge. Der Antrag dazu war bereits im August 2025 von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebracht worden. "Wir möchten eindringlich darauf aufmerksam machen und die Umsetzung der Kampagne einfordern", betonte Stadtverordnete Marie‑Louise Puls. Hintergrund seien zahlreiche gefundene Kartuschen auf Schulhöfen und in Schulgebäuden. Bürgermeister Dag Wehner machte jedoch deutlich, dass die Zuständigkeit beim Bund liege. Dieser hatte am 13. November 2025 einen Gesetzentwurf zur Änderung des Neue‑psychoaktive‑Stoffe‑Gesetzes beschlossen, die neuen Regelungen sollen voraussichtlich im April 2026 in Kraft treten.

Der Magistrat empfahl daher, den Antrag abzulehnen. CDU und FDP folgten dieser Einschätzung, während Grüne und SPD/Volt dagegen stimmten. Am Ende wurde der Antrag mehrheitlich abgelehnt. (js)+++

Im Marmorsaal wurde über das Städtebauförderprogramm \"Sozialer Zusammenhalt - Südend\" beraten.

Im Kurfürstenzimmer ging es dann mit dem zweiten Tagespunkt weiter: die Präventionskampagne zu den Gesundheitsrisiken von Lachgas als Partydroge.

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