Klares Zeichen gegen Hass
Antisemitismus im Fokus: Polizeipräsidium Osthessen eröffnet RIAS‑Ausstellung
Fotos: Polizeipräsidium Osthessen
22.01.2026 / REGION -
Im Polizeipräsidium Osthessen in Fulda wurde am vergangenen Donnerstag die Ausstellung der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen) "Ja, DAS ist Antisemitismus! Jüdische Erfahrungen in Hessen" eröffnet. Sie ist bis zum 13. Februar 2026 zu sehen und richtet sich in erster Linie an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Polizeipräsidiums. Im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung standen die Auseinandersetzung mit aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus sowie die Rolle staatlicher und zivilgesellschaftlicher Institutionen im Kampf gegen Hass und Diskriminierung.
Polizeipräsident Michael Tegethoff begrüßte neben Mitarbeitenden des Präsidiums auch Gäste aus der Jüdischen Gemeinde Fuldas, Vertreterinnen und Vertreter der Schulamtsleitungen, die DEXT- Fachstellen sowie weitere zahlreiche regionale Netzwerkpartner und betonte in seiner Eröffnungsrede die besondere Bedeutung der Ausstellung im Polizeipräsidium. Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stellten eine ernsthafte Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar. Die Polizei trage eine besondere Verantwortung, diesen Entwicklungen entschieden entgegenzutreten, Betroffene zu schützen und Vertrauen in den Rechtsstaat zu stärken.
Frau Dr. Susanne Urban, Projektleiterin von RIAS Hessen, hob in ihrem Grußwort die Relevanz antisemitischer Vorfälle im Alltag hervor - unabhängig davon, ob diese strafrechtlich relevant sind oder nicht. Sie gab einen Einblick in die Perspektive Betroffener und stellte dar, wie RIAS Hessen diesbezüglich konkret unterstützt.
Antisemitismus muss benannt, dokumentiert und bekämpft werden
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion vor rund 100 Gästen standen Erscheinungsformen und Folgen von Antisemitismus, notwendige präventive und repressive Maßnahmen, gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten sowie Entwicklungen an Schulen, Hochschulen und Universitäten im Fokus. Daran beteiligten sich Herr Daniel Neumann (Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden Hessen), Frau Hamberger (Vorstand Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Fulda), Frau Dr. Sunik (Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit) und Frau Dr. Urban, die allesamt mit authentischen und sehr persönlichen Schilderungen das Publikum bis zum Schluss fesselten. Einigkeit bestand darin, dass Antisemitismus in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen konsequent benannt, dokumentiert und bekämpft werden müsse. Der Austausch verdeutlichte zudem die Bedeutung von Vernetzung, Fortbildung und Sensibilisierung - auch innerhalb der Polizei.