Aktuelle Herausforderungen

Sicherheitspolitischer Vortrag der Lanzenhainer Reservisten

Dank an Oberst i.G. Daniel Andrä (2.von links) gab es von Achim Höll, Willi Dechert und Lars Krüger (von links) für den sehr guten Vortrag
Fotos: Dieter Graulich

20.01.2026 / LAUTERBACH - Die sicherheitspolitische Vortragsreihe der Reservistenkameradschaft (RK) Lanzenhain wurde jetzt mit einer weiteren Veranstaltung fortgesetzt. Dieses Mal wurde der Vortragsabend gemeinsam mit der Kreisgruppe Oberhessen in Maar (Lauterbach, Vogelsbergkreis) durchgeführt.



Inhaltlich ging es um die aktuellen außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen der Bundesrepublik Deutschland. Dazu begrüßte Oberst der Reserve (d.R.) Willi Dechert von der RK Lanzenhain im Landgasthaus Jägerhof in Maar als Referenten Oberst im Generalstabsdienst (i.G.) Daniel Andrä.

Er ist Referatsleiter im Bundeskanzleramt in Berlin und dort für die militärischen Aspekte der Sicherheitspolitik zuständig. In seinem sehr fundierten und umfassenden Vortrag informierte der Referent die Reservisten über die sicherheits- und geopolitische Lage der zurzeit im Fokus stehenden Länder und Regionen, wie Russland, Ukraine, China, Nordkorea, Iran, Indien, USA, Großbritannien und Afrika sowie über wichtige Institutionen wie NATO, EU, VN und Bundeswehr. Zunächst ging Oberst i.G. Andrä auf die multipolare Weltordnung ein, die zunehmend unter Druck steht. Um den zahlreichen Krisen und Herausforderungen begegnen zu können, muss Deutschland in Europa und der Welt Verantwortung und Führung übernehmen.

Der Generalstabsoffizier zeigte sich sehr besorgt über den andauernden brutalen Eroberungs- und Vernichtungskrieg Russlands in der Ukraine und die mangelnde Bereitschaft zum Frieden sowie die massive Aufrüstung, die er mit Zahlen und Fakten belegte. Nach Ansicht von Experten werde Russland 2029 in der Lage sein, auch einen größeren Angriff auf NATO - Gebiet durchzuführen. Die fortwährende Bedrohung zeige sich auch in der hybriden Kriegsführung, in der Russland gezielt und permanent unsere Reaktionsfähigkeit testet. Andrä zitierte dazu Bundeskanzler Friedrich Merz mit den Worten: "Wir sind nicht im Krieg, aber wir sind auch nicht mehr im Frieden!"

"Angemessener Beitrag zu einer glaubwürdigen Abschreckung"

Daher gelte es jetzt die Bundeswehr einsatzbereit und zur stärksten konventionellen Armee Europas zu machen. Nur so können wir einen angemessenen Beitrag zu einer glaubwürdigen Abschreckung leisten und so einen Krieg verhindern. Dabei bleibt die NATO das Rückgrat unserer Sicherheit und muss auch für die USA attraktiver Partner bleiben. Insgesamt gelte es, eine tragfähige Sicherheitsstruktur aufzubauen mit einer Strategie zur Gesamtverteidigung, die auch die Bevölkerung mit einbeziehen muss. Zudem brauche man nicht nur für die Rüstungsindustrie Rohstoffsicherheit und resiliente Lieferketten. Da die Zeit drängt, sind Entscheidungsprozesse zu optimieren und bürokratische Hürden abzubauen.

Zum Abschluss bedankten sich Oberst d.R. Willi Dechert, RK Vorsitzender Obergefreiter d.R. Lars Krüger und der Vorsitzende der Kreisgruppe Oberhessen, Oberstabsfeldwebel d.R. Achim Höll bei Oberst i.G. Daniel Andrä für den sehr interessanten und kurzweiligen Vortrag. An der sehr gut besuchten Veranstaltung nahmen auch der Leiter Bezirksverbindungskommando Gießen, Oberst d.R. Jürgen Marx und Oberst d.R. Christoph Seifert von der RK Haimbach teil, sowie zahlreiche Mitglieder verschiedener Reservistenkameradschaften aus dem Verantwortungsbereich der Kreisgruppen Oberhessen und Osthessen. Die Veranstaltung endete mit einem Kameradschaftsabend, wo der Referent noch den ganzen Abend über als kompetenter Auskunftgeber gefragt war. (gr) +++



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