Wie kann man helfen?

"Jede Hilfe bringt neuen Mut": Hinter den Kulissen im Tierheim Fulda-Hünfeld

Hinter den Kulissen im Tierheim Fulda-Hünfeld.
Archivbilder: O|N

25.01.2026 / FULDA - Hunde, Katzen und viele weitere Tiere finden im Tierheim Fulda-Hünfeld Schutz und ein vorübergehendes Zuhause. Doch hinter den Kulissen stellt sich eine zentrale Frage: Wie finanziert sich das Tierheim – und wo stößt es an seine Grenzen? OSTHESSEN|NEWS hat mit Vorstandsmitglied Nadine Krönung gesprochen.



Das Tierheim Fulda-Hünfeld liegt im Michelsrombacher Wald, mittig zwischen Fulda und Hünfeld, und bietet seit Jahrzehnten Zuflucht für Tiere verschiedenster Arten. Neben Hunden und Katzen werden dort auch Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Vögel oder vereinzelt sogar Schildkröten versorgt. Gegründet wurde das Tierheim im Jahr 1974, als sich mehrere Tierschutzorganisationen aus Fulda und Hünfeld zusammenschlossen, um gemeinsam eine zentrale Anlaufstelle für den regionalen Tierschutz zu schaffen.

Immense Zahl an Tieren müssen versorgt werden

Derzeit leben allein über achtzig Hunde und Katzen im Tierheim Fulda-Hünfeld, beispielsweise weil sie ausgesetzt gefunden wurden, der Halter nicht mehr am Leben ist oder aufgrund anderer Umstände nicht in der Lage ist, für das Tier zu sorgen. Dies ist eine immense Zahl an Tieren – die Kleintiere ausgenommen. Um sich artgerecht um diese Tiere zu kümmern, braucht es engagiertes und motiviertes Personal. Doch glücklicherweise gibt es davon im Tierheim Fulda-Hünfeld e. V. ausreichend, mit fast dreißig Vorstandsmitgliedern und Tierpflegern. Falls nun die Frage aufkommt, wie Sie anderweitig mithelfen und Ihr Engagement zeigen können, gibt es die Möglichkeit einer Patenschaft oder einer dauerhaften bzw. temporären Pflegestelle, verschiedenster ehrenamtlicher Tätigkeiten, einer Mitgliedschaft im Verein Tierheim Fulda-Hünfeld e. V. oder Geldspenden.

Eine passive Patenschaft ist eine tolle Möglichkeit, zu helfen, falls man keine Kapazitäten für ein Haustier hat und nicht regelmäßig das Tierheim besuchen kann. Damit unterstützt man das Tierheim in Bezug auf Tierarztkosten für kranke Tiere und erhält im Gegenzug auf Wunsch regelmäßig Bilder des Patentiers. Alle Informationen dazu finden Sie auf der Webseite des Tierheims.

Das passiert hinter den Kulissen

Ein Tierheim ist allerdings mehr, als man als Besucher vermutet. Viele wichtige Aufgaben geschehen hinter den Kulissen. O|N hat Vorstandsmitglied Nadine Krönung einige Fragen gestellt, beispielsweise, ob es im Winter besondere Schwierigkeiten gibt, vielleicht aufgrund von Kälte oder höheren Fund- oder Abgabezahlen. Dazu sagte sie uns, dass die Abgaben oder Funde von Tieren stetig und fast täglich erfolgen, unabhängig von Jahreszeiten, jedoch seien die Zahlen bei Katzen in den wärmeren Monaten von März bis November höher, da Katzen in dieser Zeit ihren Nachwuchs bekommen.

Außerdem erklärte sie, dass die Zwinger, die Katzenräume und das Tierheim beheizt sind und alle Tiere, die das nicht sollten, keinen Kontakt zur Kälte haben und diese dadurch auch kein besonderes Problem darstellt. "Ein großes Dankeschön geht an alle unsere Mitarbeiter, ehrenamtlichen Helfer und Spender und vor allem an unsere Tiere, die uns täglich Liebe und Vertrauen schenken", so das Vorstandsmitglied.

Nadine blickte auch zurück und erzählte, wie sie zum Tierschutz kam. "Ich engagiere mich seit meinem zwölften Lebensjahr für das Tierheim. Angefangen hat es als Begleitung meiner Mutter beim Gassigehen. Dazu kamen ein paar Pflegehunde und ‑katzen, die in Ruhe ihre Kitten zur Welt bringen konnten, um direkt in ein neues Zuhause zu ziehen. Das war in meiner Jugend eine große Bereicherung." Seit 2022 engagiert sie sich wieder im Tierheim und heute betreibt sie die Social-Media-Accounts, organisiert Feste mit, unterstützt die Katzenkastrationen, arbeitet weiterhin mit den Hunden und hilft dort, wo Hilfe benötigt wird.

Auf der Agenda: Ausbau der Katzenquarantäne

Aktuell steht der Ausbau der Katzenquarantäne auf der Agenda des Tierheims, da sich die Anzahl der Katzen in den vergangenen Jahren deutlich vermehrt hat. "Ansonsten sind wir an diversen Sanierungen und Renovierungen. Wir wachsen und verbessern uns stetig mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen", so Nadine Krönung.

Auf die Frage, woran sie nach einem langen und anstrengenden Tag merkt, wofür sie das alles tut, antwortete sie: "Jedes glückliche Tierauge entschleunigt meinen Tag. Jeder Erfolg bringt Hoffnung. Jede Hilfe bringt neuen Mut." (Smilla Lauth) +++

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