Tipps vom Physiotherapeuten
Winter ohne Sturz: Fitness, Technik und Vorsicht gegen Eis und Kälte
Archivfoto: O|N Carina Jirsch
25.01.2026 / REGION -
Glatte Gehwege, vereiste Treppen und Minusgrade stellen den Körper im Winter vor besondere Herausforderungen. Hinzu kommt, dass viele Menschen sich in der kalten Jahreszeit weniger bewegen und damit an Kraft, Stabilität und Koordination verlieren.
Sport als Schutz vor Stürzen
Regelmäßige Bewegung ist einer der wichtigsten Faktoren, um auch im Winter sicher unterwegs zu sein. "Eine gute körperliche Fitness stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern verbessert auch Koordination und Reaktionsfähigkeit - und genau das senkt das Sturzrisiko", erklärt Physiotherapeut Finn Göttlicher.Besonders auch Krafttraining spielt dabei eine zentrale Rolle: "Muskulatur schützt den Knochen. Training gegen Widerstände steigert zudem die Knochendichte und verringert damit die Bruchneigung bei Stürzen." Für Senioren können ergänzend sogenannte Sturzprophylaxe-Kurse helfen. In diesen Trainings werden gezielt Dinge wie, Balance, Kraft und Reaktionszeit geschult.
Sicher unterwegs auf Eis und Schnee
Auch im Alltag lässt sich mit einfachen Maßnahmen viel erreichen.Das richtige Schuhwerk:
Feste, wintertaugliche Schuhe mit rutschfester, profilierter Sohle sind essenziell. Bei extremen Bedingungen bieten "Spikes" oder Schuhüberzieher mit Metallstiften zusätzlichen Halt.Die richtige Gangtechnik:
"Gehen Sie langsam, mit kleinen Schritten, und verlagern Sie den Schwerpunkt auf den vorderen Fuß", rät der Experte. "Optisch beschreibt sich die Gewichtsverlagerung beim richtigen Gehen auf Eis als eine kontinuierliche, fließende Vorwärtsbewegung des Körperschwerpunkts ohne merkliche Pause oder statisches Standbein", erklärt Göttlicher weiter. Wichtig sei zudem, die Hände frei zu halten, um sich im Notfall abstützen zu können.Wege bewusst wählen
Überfrorene, unbeleuchtete oder besonders glatte Stellen sollten möglichst gemieden werden. Handläufe an Treppen bieten zusätzliche Sicherheit.Hilfsmittel nutzen:
Bei Unsicherheit rät Göttlicher: "Mobilitätshilfen wie Wanderstöcke mit Eisspitzen oder spezielle Gehstöcke geben zusätzlichen Halt." Vorsicht auch bei Wintersportaktivitäten
Gerade beim Wintersport steigt die Verletzungsgefahr deutlich. Oft durch falsche Selbsteinschätzung. Aufwärmen nicht vergessen:
"Kalte Muskeln sind besonders verletzungsanfällig. Ein gründliches Aufwärmprogramm vor jeder sportlichen Aktivität ist im Winter Pflicht", betont Göttlicher gegenüber O|N.Schutzausrüstung tragen:
Ein Helm sollte selbstverständlich sein. Bei Sportarten wie Skifahren oder Snowboarden empfiehlt sich zusätzlich ein Rückenprotektor.Kondition realistisch einschätzen:
"Viele überschätzen beim Skifahren ihren eigenen Fitnesszustand - erst recht dann, wenn der Wintersport die einzige körperliche Aktivität im ganzen Jahr ist", warnt der Fachmann. Tempo und Schwierigkeitsgrad sollten deshalb immer an das eigene Können angepasst werden.