"Wir haben es gut miteinander"
antonius-Nachbarschaftspreis wirkt ein halbes Jahr später noch nach
Fotos: antonius
09.01.2026 / FULDA -
Was zeichnet gute Nachbarschaft aus? Um die Werte für ein gelingendes Miteinander sichtbar zu machen, hat antonius im Sommer 2025 erstmals den "Nachbarschaftspreis Fulda" verliehen. Hat die Auszeichnung bei den Bestplatzierten bereits etwas bewegt, verändert, bewirkt? Wir haben nachgefragt bei den drei Gewinner-Nachbarschaften.
Im Sandweg wirkt der Nachbarschaftspreis noch immer spürbar nach. "Wir sind durch den Preis noch enger zusammengerückt", betont Daniela Scheel. "Natürlich haben wir den Sieg ordentlich gefeiert. So etwas passiert nicht jeden Tag."
Die Verbindung zu antonius bleibt ebenfalls lebendig: Einige Nachbarn des Sandwegs waren bei der feierlichen Einweihung der antonius-Gartenhäuser im November dabei. "Wir wünschen uns, dass auch hier eine gute Nachbarschaft wächst, die – wie unsere im Sandweg – irgendwann einmal auf eine lange Geschichte zurückblicken kann", sagt Scheel.
In einer Feuerschale lodert Brennholz, und auch die Stimmung ist warm und freudig. Gerade haben drei Anwohner den anderen ihre Überraschung präsentiert: ein beleuchtetes Schild mit dem Logo des Nachbarschaftspreises und dem Schriftzug "Wir sind eine ausgezeichnete Nachbarschaft". Der "Schildbürgerstreich" kommt gut an.
"Den Stolz, den wir nach innen spüren, wollten wir mit dem Schild nach außen zeigen", sagt Dirk Überreiter. "Für uns war es schon immer normal, zusammenzuhalten und uns für die Menschen in unserem Umfeld zu interessieren. Durch den Nachbarschaftspreis ist uns noch bewusster geworden, wie gut wir es hier miteinander haben."
Das Preisgeld wird nach und nach in die Verpflegung bei Festen wie dem Adventssingen investiert. "Wir wollen hier ja noch ein paar Jahre miteinander leben und Spaß haben, deshalb geben wir nicht alles auf einmal aus", sagt Nachbar Helmut Klein. Die Qualität der Würstchen habe das Geld allerdings schon spürbar gesteigert, erzählt die Nachbarschaft mit einem Augenzwinkern.
Im November kam die Straße "Im Fischfeld" wieder zu einem ihrer wichtigsten Rituale zusammen: dem Sperrmüllfest. Alte Möbel, gutes Essen, viele Gespräche und am Ende die feierliche Krönung eines neuen Sperrmüllkönigs.
Das Preisgeld selbst bleibt noch unangetastet. "Wir wollen es bewusst einsetzen", sagt Benedikt Höhne. Für das kommende Jahr ist ein großes Straßenfest mit Konzert oder DJ geplant. Das Preisgeld soll die Vorkosten decken, der Erlös des Festes wiederum gespendet werden. Die Planungen laufen gemeinschaftlich, wie alles im Fischfeld.
Der Nachbarschaftspreis hat aber bereits Spuren hinterlassen: In einigen Häusern ist das Fischfeld-Logo eingezogen, das im Rahmen der Teilnahme kreiert wurde, und ein beleuchtetes Schild mit dem Logo schmückt die Straße. "Das ist quasi unser Wahrzeichen geworden", heißt es aus der Nachbarschaft. Der Zusammenhalt habe sich durch die Teilnahme am Nachbarschaftspreis noch einmal verstärkt, vor allem über den Sommer hinweg.
Auch neue Ideen sind entstanden: Geplant ist ein großes Graffiti auf einer freien Hauswand zur Frankfurter Straße hin, gestaltet mit einem Motiv, das zum Fischfeld passt. Und der Blick reicht inzwischen über die eigene Straße hinaus: Durch den Preis ist der Kontakt zur Nachbarschaft "Wallweg/Edelzeller Straße" entstanden, die den Sonderpreis gewonnen hatte und gleich um die Ecke liegt. (pm/ci)+++