Auch andere Läden und Lokale profitieren

Während andere kämpfen: Weihnachtsmarkt der Domstadt erlebt starkes Jahr

Der Fuldaer Weihnachtsmarkt verzeichnete trotz bundesweit schwacher Konsumstimmung über 800.000 Besucher und erwies sich dank seines vielfältigen Konzepts als wichtiger Frequenzbringer für Innenstadt, Handel und Gastronomie.
Archivfotos: O|N/Martin Engel

14.01.2026 / FULDA - Zahlreiche Besucher und zufriedene Standbetreiber - auch in diesem Jahr beglückte der Fuldaer Weihnachtsmarkt sowohl seine Gäste als auch seine Arbeiter. Und das zu einer Zeit, in der das nicht mehr selbstverständlich scheint. Die Weihnachtszeit liegt zwar bereits einige Wochen zurück, doch mit dem ersten richtigen Schnee in dieser Saison kommen auch zusammenfassende Rückmeldungen. Und es zeigt sich: Fulda trotzt dem sonst schlechten Weihnachtsgeschäft.



"Das Weihnachtsgeschäft lief in der Woche vom vierten Advent für die meisten Händlerinnen und Händler eher schwach", heißt es vom Handelsverband Deutschland (HDE). Demnach seien 62 Prozent der Befragten mit den Umsätzen der vergangenen Tage unzufrieden, nur 23 Prozent seien zufrieden. "Das Weihnachtsgeschäft verharrt bei den meisten Handelsunternehmen auf dem niedrigen Niveau der Vorwochen. Bisher müssen wir feststellen, dass die schlechte Konsumstimmung bei vielen Handelsunternehmen im Jahresendgeschäft deutlich spürbar ist. Jetzt geht es darum, in den kommenden traditionell sehr umsatzstarken Tagen noch einmal eine Schippe draufzulegen", so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Stadt Fulda ist mit dem Verlauf des Weihnachtsmarktes sehr zufrieden

Anders ist es aber in der Domstadt. "Die Stadt Fulda ist mit dem Verlauf des Weihnachtsmarktes sehr zufrieden. Durch die unterschiedlichen Themenbereiche – traditioneller Weihnachtsmarkt, Winterwald, Historischer Markt, Kinderweihnachtsland, Regiomarkt sowie das Karl – bietet der Weihnachtsmarkt in Fulda auf kurze Entfernung vielfältige Möglichkeiten zum Entdecken, Verweilen und Genießen. An diesem Konzept halten wir fest und werden die einzelnen Profile künftig weiter schärfen, um die Aufenthaltsqualität und Verweildauer weiter zu steigern", antwortete Monika Kowoll-Ferger, Pressesprecherin der Stadt Fulda, auf die OSTHESSEN|NEWS-Anfrage. Insgesamt konnten über 800.000 Besucher begrüßt werden. "Besonders erfreulich ist der hohe Anteil an Bus- und Tagesreisegruppen, die gezielt nach Fulda angereist sind."

Langfristige Vergleiche zu anderen Märkten müssten zwar noch ausgewertet werden, aber klar ist: Am Fuldaer Weihnachtsmarkt war immer was los - und das erklärte Kowoll-Ferger wie folgt: "Fulda ist zentral in Deutschland gelegen, mit sehr guten Verkehrsanbindungen und einem Weihnachtsmarkt, der direkt in die Innenstadt integriert ist. Diese Faktoren erleichtern die Anreise erheblich und schaffen eine hohe Aufenthaltsqualität. Im Zusammenspiel machen sie den Fuldaer Weihnachtsmarkt auch im Vergleich zu anderen Städten besonders attraktiv." Allgemein ist der Fuldaer Weihnachtsmarkt ein starker Frequenzbringer für die gesamte Innenstadt. Von der hohen Besucherzahl profitieren nicht nur Einzelhandel und Marktstände, sondern auch Gastronomie, Hotellerie und zahlreiche Dienstleister.

Voller Zufriedenheit resümierte die Stadt: "Wir hatten einen harmonischen, attraktiven und sicheren Weihnachtsmarkt mit vielen Neuerungen und Highlights – ohne größere Zwischenfälle. Bereits jetzt blicken wir auf den Weihnachtsmarkt 2026 und freuen uns auf zahlreiche Bewerbungen von Standbetreibern. Besonders dankbar sind wir für den hohen Anteil regionaler Anbieter – vor allem in Gastronomie und Handel. Dieses starke regionale Angebot ist ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal des Fuldaer Weihnachtsmarktes."

Das sagen die umliegenden Läden zum Weihnachtsgeschäft

Doch wie sah es in der Weihnachtszeit bei den umliegenden Läden aus? Haben auch sie vom Ansturm auf den Weihnachtsmarkt profitiert? Die Meinungen fallen hierbei eher unterschiedlich aus. Torsten Rützel, Hausleiter von Köhler Männermode in der Straße "Unterm Heilig Kreuz 10", sagte im Gespräch mit O|N: "Wir haben vom Weihnachtsmarkt profitiert. Es waren ziemlich viele Touristen da. Wir sind mit unserem Umsatz im Dezember sehr zufrieden. Das Weihnachtsgeschäft lief diesmal besser als im Jahr zuvor."

Etwas anders lief es allerdings für das Hotel Platzhirsch in der Straße "Unterm Heilig Kreuz 3 bis 5". Dazu sagte Jasmina Otterbein, tätig im Bankettverkauf: "Die Anfahrt stellt für viele Gäste aufgrund des Weihnachtsmarktes oft ein Problem dar. Unter der Woche ist der Markt nicht sonderlich hilfreich, am Wochenende mit all den Touristen hingegen schon." Beklagen könne sich das Hotel aber glücklicherweise nicht: "Wir sind trotzdem relativ zufrieden."

Am Ende bleibt der Eindruck eines Weihnachtsmarktes, der trotz bundesweiter Flaute mit Vielfalt, guter Organisation und regionaler Verbundenheit überzeugen konnte. Auch für umliegende Läden und Lokale ist der Weihnachtsmarkt eine zu nutzende Chance, Kunden und Gäste anzulocken und zu überzeugen. Ein durchaus positiver Start ins neue Jahr. (mis) +++

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