Gerüstet für den Ernstfall

Blackout in Berlin als Weckruf: Main-Kinzig- und Vogelsbergkreis sind vorbereitet

Wie ist die Region für den Ernstfall gerüstet? Der Main-Kinzig- und Vogelsbergkreis sind vorbereitet.
Foto: wikimedia/W.carter

07.01.2026 / REGION - Der tagelange Stromausfall im Südwesten von Berlin hat gezeigt, wie verletzlich selbst eine Millionenmetropole sein kann. Nach einem mutmaßlich linksextremistischen Anschlag auf eine zentrale Kabelbrücke waren bis zu 100.000 Menschen ohne Strom, Heizung, Licht und Kommunikationsmöglichkeiten. Erst nach mehreren Tagen lief die Versorgung schrittweise wieder an. Kritische Infrastruktur, Notstromaggregate und behördliche Koordination standen plötzlich im Fokus - Fragen, die sich auch in Osthessen stellen.



Während in Berlin nach dem Anschlag eine Großschadenslage ausgerufen wurde, sind die osthessischen Landkreise bereits auf solche Notfälle vorbereitet. Der Vogelsbergkreis etwa setzt auf ein umfassendes Konzept für Stromausfälle. Kreisbrandinspektor Marcell Büttner erklärt auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS: "Der Vogelsbergkreis ist auf das Szenario Stromausfall gut vorbereitet."

Der Notfallplan steht

Büttner konkretisiert: "Der Katastrophenschutz selbst hat mit Aggregaten, Benzin, Diesel, Ausweichsitz, Notfalltankstellen und vielen mehr vorgesorgt. Es gibt ein umfangreiches Blackout-Konzept bis zur Ebene der Gemeinden, die ebenfalls nachgerüstet haben."

Im Ernstfall sollen Bürger wohnortnah Hilfe finden. "Die befinden sich in jeder Kommune nach eigener Festlegung, meist sind das Dorfgemeinschaftshäuser, Sporthallen und so weiter." Auch kritische Einrichtungen seien abgesichert. "Krankenhäuser sind mit eigenem Notstrom versorgt, gleiches gilt für die Leitstelle und den Krisenstab des Vogelsbergkreises - auch gemeindliche Anlaufstellen haben Notstrom." Informationen könnten notfalls analog verbreitet werden, "beispielsweise durch die örtliche Feuerwehr".

"Gemeinschaftsprojekt" im Main-Kinzig-Kreis

Ähnlich strukturiert ist die Vorsorge im Main-Kinzig-Kreis. Pressesprecher Frank Walzer macht gegenüber OSTHESSEN|NEWS deutlich, dass Krisenbewältigung nicht isoliert funktioniert: "Die Vorbereitung auf eine Großschadenslage kann immer nur als Gemeinschaftsprojekt verstanden werden." Der Landkreis arbeite eng mit seinen 28 Städten und Gemeinden zusammen, es gebe Einsatzpläne für Stromausfälle, abgestimmt mit Energieversorgern und orientiert an landesweiten Handlungsempfehlungen.

Auch ohne Strom bleibe Kommunikation möglich. "Es ist ebenfalls möglich, mittels Lautsprecherdurchsagen von Einsatzfahrzeugen die Bevölkerung zu informieren, etwa über zentrale Anlaufpunkte." Für längere Ausfälle richteten Kommunen sogenannte Leuchttürme ein, etwa in Bürger- oder Gerätehäusern. Gleichzeitig verweist Walzer auf Eigenverantwortung: "Wenn man Vorsorge als Gemeinschaftsprojekt begreift, heißt das aber immer auch, dass sich jeder Haushalt so gut es geht auf eine Mangellage selbst vorbereitet."

Der Blick nach Berlin zeigt: Ein Blackout ist kein theoretisches Szenario. In Osthessen setzen die Landkreise auf Vorbereitung, Koordination - und darauf, dass Behörden und Bevölkerung im Ernstfall zusammenrücken. OSTHESSEN|NEWS hat bei allen Landkreisen der Region nachgefragt. In einem weiteren Artikel berichten wir ausführlich über die Lage in den Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg. (Constantin von Butler) +++

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