Vor dem Heim-Weltcup
Biathlon-Co-Nationaltrainer der Männer: "Wollen noch eine Schippe drauflegen"
Foto: Christian Heilwagen/Oberhofer Sport und Event GmbH
07.01.2026 / OBERHOF - Die deutschen Biathlon-Männer wollen im zweiten Trimester an ihre Achtungszeichen zu Beginn der Saison anknüpfen. Vor dem ersten Wettkampf ab Donnerstag i Oberhof (Thüringen) sprach der Biathlon-Co-Nationaltrainer der Männer, Jens Filbrich, über die Vorbereitungen auf den Heim-Weltcup, das Mannschaftsgefüge und Erwartungen.
Das Interview führte Susanne Eberlein vom Oberhofer Medienteam:Herr Filbrich, die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel liegen hinter dem Team, jetzt steht der Heim-Weltcup in Oberhof an. Wie sind die deutschen Männer über die Wettkampfpause gekommen?
Jens Filbrich: "Stand jetzt sehr gut, es sind alle gesund. Wir konnten schon zwischen den Tagen hier in der ARENA in Oberhof trainieren, der ein oder andere Athlet ist nochmal in die Höhe gefahren. Wir sind zufrieden, wie es gelaufen ist."
Jens Filbrich: "Philipps Podestplatz war ein wichtiges Zeichen – für ihn selbst, aber auch für die ganze Gruppe. Solche Erfolge geben Selbstvertrauen und zeigen, dass mehrere Jungs vorne mitlaufen können. Jeder freut sich für den anderen. Genau das macht diese Mannschaft aus."
Jens Filbrich: "Die Trainingsgruppe hier in Oberhof war schon immer sehr stark, auch schon zu Zeiten von Mark Kirchner und Marco Danz. Wir haben Athleten aus ganz unterschiedlichen Regionen: David Zobel aus Bayern, Danilo Riethmüller aus dem Harz, Justus Strelow aus Sachsen. Sie treffen sich hier an einem Top-Stützpunkt und bilden eine richtig starke Trainingsgruppe. Das Ergebnis ist professionelle Arbeit, von der die Jungs profitieren."
Obwohl – oder gerade weil – auch einmal kritisch nachgefragt wird.
Jens Filbrich: "Ja, zum Beispiel von Justus. Er ist ein sehr professioneller Athlet, der genau weiß, was er will. Er hinterfragt Trainingsinhalte, diskutiert gern – aber immer auf einem sehr hohen Niveau. Das ist absolut positiv. Man sieht deutlich, dass er sich vor allem im Laufen weiterentwickelt, worauf ich persönlich besonders stolz bin. Er geht konsequent die richtigen Schritte, und es macht unglaublich viel Spaß, mit ihm zu arbeiten. Dazu kommt, dass er inzwischen auch Athletensprecher unserer Mannschaft ist. Er geht voran, setzt sich für die Gruppe ein und ist eine ganz wichtige Stütze – für das Team und auch für mich als Trainer hier in Oberhof."
Sie kennen die Strecke in Oberhof ganz genau. Wie bereiten Sie die Athleten auf die Wettkämpfe vor?
Jens Filbrich: "Wir schauen uns die Strecke gemeinsam an. Auch wenn wir hier schon oft unterwegs waren, ist es wichtig, jedes Mal die aktuellen Bedingungen zu prüfen – Präparierung, Schneeverhältnisse, Wind. Gerade hier in Oberhof ist das besonders knifflig. Der Birxsteig gleich zu Beginn der Runde ist einer der härtesten Anstiege im Weltcup. Da muss man clever laufen und sich die Kräfte gut einteilen. Für die Jungs ist das nichts Neues, aber im Detail kann man immer noch Feinjustierungen vornehmen."
Und Sie haben einen heißen Draht zum Wettkampfleiter Peter Sendel.
Jens Filbrich: "Genau (lacht). Peter hatte Justus darum gebeten, einen bestimmten Streckenabschnitt zu prüfen, ob er vielleicht zu schmal ist. Justus hat das mit seinen Skiern genau ausgemessen und direkt Feedback gegeben. Mein Eindruck: Die Strecke liegt insgesamt hervorragend da, die Bedingungen sind auf allerhöchstem Niveau. Ich freue mich, wenn die Franzosen, Italiener und Norweger sehen: Auch in Oberhof gibt es noch echten Winter."
Die Vorfreude auf den Heim-Weltcup ist also groß?
Jens Filbrich: "Definitiv, vor allem auf gut belegte Strecken und winterliche Verhältnisse, bei denen unser Skimaterial sicher gut laufen wird. Und wir freuen uns auf wahnsinnig viele Fans. Gerade das Wochenende ist gut besucht, die Stimmung am Birxsteig wird richtig gut sein. Wir wollen gute Leistungen zeigen und mit Blick auf Olympia auch noch einmal eine Schippe drauflegen." (pm/hhb) +++