Präsident löst heftige Debatten aus!
ADAC unter Druck: Was die Austrittswelle für Autofahrer in Osthessen bedeutet
Archivfoto: Carina Jirsch
09.01.2026 / REGION -
Die Diskussion um höhere Spritpreise hat den ADAC in eine ungewohnte Krise gestürzt. Tausende Mitglieder haben dem Automobilclub in kurzer Zeit den Rücken gekehrt. Auslöser waren Aussagen von Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand, der sich öffentlich für eine stärkere CO₂-Bepreisung ausgesprochen hatte, um den Umstieg auf klimafreundlichere Antriebe zu beschleunigen. Laut übereinstimmenden Medienberichten liegt die Zahl der Austritte inzwischen im mittleren vierstelligen Bereich.
Hillebrand hatte in einem Zeitungsinterview erklärt: "Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen." Zudem betonte er: "Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen."
Keine Entschuldigung!
Der ADAC selbst weist den Vorwurf zurück, höhere Belastungen für Autofahrer zu fordern. Vielmehr habe es Missverständnisse gegeben. Aus Sicht des Clubs gehe es darum, Klimaziele mit sozialem Ausgleich zu verbinden, um Menschen finanziell nicht zu überfordern. Eine Entschuldigung für die Aussagen lehnt der Automobilclub dennoch ab - trotz der spürbaren Reaktionen an der Basis. Folgen für Osthessen?
Für Osthessen stellt sich nun die Frage, ob sich der Vertrauensverlust langfristig bemerkbar macht. Mit Frankfurt als Verkehrsknotenpunkt, aber auch weiten ländlichen Räumen ist das Bundesland Hessen besonders stark auf funktionierende individuelle Mobilität angewiesen. Sollten sich noch mehr Mitglieder abwenden, könnte das auch regionale Strukturen des ADAC unter Druck setzen.Fest steht: Die Debatte um Klimaschutz, Mobilität und soziale Folgen wird auch in Hessen weiter an Schärfe gewinnen - und der ADAC steht dabei stark im Fokus. (Constantin von Butler) +++