Böller und Feuerwerk
Jahreswechsel setzt Tieren zu: Deutlich mehr entlaufene Hunde als üblich
Silvester - für unsere tierischen Gefährten eine wahre Belastungsprobe.
Symbolbilder: O|N/Carina Jirsch
08.01.2026 / REGION -
Eine Belastungsprobe für unsere tierischen Freunde: Für viele Menschen gehört ein lauter Knall zum Jahreswechsel dazu - für Hund, Katze & Co. hingegen bedeutet er oft puren Stress. Während Raketen den Himmel erleuchten, geraten Tiere in Panik. Pressesprecherin Lisa Frankenberger von der Tierschutzorganisation Tasso erklärt gegenüber OSTHESSEN|NEWS: "In Hessen sind an den beiden Tagen des Jahreswechsels 36 Hunde und 36 Katzen entlaufen."
Auch ein Fall aus Gießen zeigt genau dieses Szenario, vor dem sich Tierhalter fürchten (O|N berichtete). Dort wurde in der Nähe eines Grundstücks ein Feuerwerkskörper gezündet. Ein Hund erschreckte sich so sehr, dass er am Silvesterabend in Panik davonlief. Er lief Richtung Haltepunkt Friedelhausen, und stieg mit Reisenden in die Regionalbahn 41 ein. Unter einer Sitzreihe versteckte sich das verängstigte Tier. Reisende machten den Besitzer ausfindig und informierten ihn und die Bundespolizei. Glück im Unglück!
Zahlen und Fakten, die zu denken geben
Frankenberger stellt die Zahlen in einen größeren Kontext. Insgesamt seien im Jahr 2025 in Hessen 2.043 Hunde und 2.676 Katzen entlaufen. Das bedeutet: "Pro Tag entlaufen im Schnitt in Hessen 5,6 Hunde und nicht 18 wie zum Jahreswechsel, was mehr als dreimal so viel ist." Bei den Katzen ist es, so die Tasso-Pressesprecherin, in Hessen wie bundesweit auch: "Es entlaufen gleich viele bzw. sogar ein kleines bisschen weniger Katzen zum Jahreswechsel. Der Schnitt liegt bei 21, zum Jahreswechsel waren es ebenfalls 18 am Tag. Zum Jahreswechsel entlaufen also rechnerisch nicht mehr Katzen als an einem durchschnittlichen Tag."
Diese Beobachtung decke sich auch mit den Erfahrungen der Vorjahre. Das liegt unter anderem an mehreren Faktoren: Etwa, dass in den Wintermonaten grundsätzlich weniger Katzen als vermisst gemeldet werden - "der Schwerpunkt bei entlaufenen Katzen liegt in den Sommermonaten, wodurch der Schnitt in die Höhe getrieben wird". Und: "Katzen werden oft erst einige Tage später als vermisst gemeldet, weil sie sich oft verstecken und einige Tage später doch zurückkehren – und fallen daher aus unserer Statistik." Weiter heißt es: "Glücklicherweise gibt es aber auch viele verantwortungsvolle Tierhalter, die ihre Samtpfoten frühzeitig nicht mehr hinauslassen, um ein Verschwinden zu verhindern." Die Pressesprecherin bilanziert: "Das alles bedeutet jedoch nicht, dass nicht auch Katzen rund um den Jahreswechsel angstvolle Stunden erleben, vor lauter Panik nicht fressen können und sich zitternd in der Wohnung verstecken." (mkr) +++