Start im Frühjahr

Klimafairein sucht Partnerschaften für den "Lernort Gemüsegarten"

Viel zu tun für Groß und Klein in den Gemüsegärten.
Foto: Teresa Wollstein

07.01.2026 / MÜCKE - Wo kommt eigentlich unser Essen her? Wann können wir säen und ernten? Was kann man tun, wenn die Schnecken schneller waren? Und warum ist es jede Karotte wert, gegessen zu werden? All diese Fragen kann man nur beantworten, wenn man sich selbst mit dem Wachsen und den Abläufen in einem Garten beschäftigt – und das schon als Kind.



Ein Team aus dem Bereich "fairstehen" des klimafaireins e.V. hat es sich daher zum Ziel gesetzt, Gartenwissen in Kitas und Schulen, aber auch in anderen Einrichtungen zu verbreiten, die dafür aufgeschlossen sind und ein Grundstück haben, das sie gerne bewirtschaften möchten. "Wir möchten gerne im Frühling mit den Vorbereitungen der Grundstücke starten, damit wir rechtzeitig säen und pflanzen können", sagt Nina Lingner. Die Agrarwissenschaftlerin hat sich inzwischen ganz der Praxis verschrieben und betreibt die Marktgärtnerei "Himmel und Erde" in Laubach. Mit ihr und anderen Engagierten des klimafaireins können interessierte Einrichtungen und Unternehmen ihren Plan vom eigenen Garten umsetzen.

Es geht darum, den Garten zu verstehen

"Wir begleiten das Projekt für zwei Jahre", beschreibt Nina Lingner die Kooperation: "Wir helfen bereits bei der Standortauswahl und können Bodenproben vornehmen lassen. Danach sind wir beim Anlegen der Fläche und bei den ersten Bewirtschaftungen mit dabei." Was in den Lernorten wachsen soll, ist den Betreibern überlassen: Gemüse, Blumen, Färberpflanzen: "Es kommt ganz darauf an, wo unsere Partner ihre Interessen haben", so Lingner, die sich auf die verschiedensten Projekte und Ideen freut. Gemeinsam mit den Einrichtungen oder Unternehmen wird ein Anbauplan erstellt und es werden Pflanzworkshops angeboten, denn das Ziel ist, dass sowohl der Einstieg in den Garten für alle möglich ist als auch der klimafairein sich nach und nach wieder zurückzieht und das Projekt von den Verantwortlichen

und den Teams vor Ort eigenständig weitergeführt werden soll. Der klimafairein stellt Bücherlisten und selbstgedrehte Tutorials zur Verfügung, die erklären, was im Garten zu tun ist und was dort passiert. Zwei Jahre bleibt Nina Lingner mit ihrer Expertise als Ansprechpartnerin im Boot und beantwortet die Fragen der Junggärtner. Sie betont: "Gerade am Anfang geht es gar nicht um die große Ernte, sondern darum, den Garten zu verstehen und auch aus Rückschlägen zu lernen und damit umzugehen." Zu sehen, wie komplex und abhängig von Umweltfaktoren wie Schneckenfraß oder Unwettern so ein Garten ist, erhöhe auch die Wertschätzung Lebensmitteln gegenüber – ein weiterer Lernerfolg aus der Gartenarbeit.

"Oft haben Kitas, Kirchengemeinden, Schulen oder Vereine schon Grundstücke oder haben sogar einmal einen Garten betrieben", weiß die Gärtnerin aus Erfahrung. "Mitunter schlafen solche Projekte ein oder hängen an einer Person. Mit unserem Projekt ‚Lernort Gemüsegarten‘ kann man brachliegende Flächen aktivieren oder reaktivieren." Besonders für Kitas sei dies interessant, sagt Lingner, da Gartenarbeit viele Bereiche aus dem Bildungs- und Erziehungsplan von Kitas abdecke. Vom klimafairein kommen Unterstützung und Expertise, Pflanz- und Saatgut, Werkzeuge und alles, was man sonst noch braucht, müssen die Kitas besorgen – hier kann der Verein beratend zur Seite stehen. "Dies geht hervorragend mit Hilfe von Sponsoren", schlägt Nina Lingner vor. Der klimafairein konnte gerade für das Lernort-Projekt schon einige Unterstützer gewinnen: "Wir können also auch finanziell einen kleinen Anschub leisten", ermuntert die Gärtnerin die Interessierten. (mis/pm) +++



X